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Fassade grundieren

Fassade grundieren – Norax Ratgeber zur richtigen Vorbereitung vor dem Streichen.

Bild mit KI-Unterstützung erstellt

Fassade grundieren: Warum dieser Schritt über Erfolg oder Misserfolg entscheidet

Wer seine Fassade streichen möchte, denkt zuerst an die Farbe: welcher Ton, welche Oberfläche, wie viele Liter. Der Schritt davor – das Grundieren – wird dagegen oft unterschätzt oder gleich übersprungen. Das rächt sich meistens schnell. Blättert die Fassadenfarbe nach einer Saison ab, zeigen sich Risse oder Flecken, liegt die Ursache in den meisten Fällen nicht an der Farbe selbst, sondern an einem mangelhaft vorbereiteten Untergrund.

Dabei ist das Grundieren keine Geheimwissenschaft. Mit dem richtigen Produkt, einem sauberen Untergrund und etwas Geduld bei der Trocknung lässt sich eine Fassade so vorbereiten, dass die anschließende Beschichtung jahrelang hält – und das vollständig in Eigenregie. Wer das nötige Zubehör für Streich- und Malerarbeiten sucht, findet eine breite Auswahl im Malerbedarf-Sortiment. Dieser Ratgeber erklärt, wann eine Grundierung sinnvoll oder erforderlich ist, welche Typen es gibt, wie man sie richtig aufträgt, welche Prüfungen am Untergrund vorher nötig sind und worauf man bei verschiedenen Untergründen sowie unter freiem Himmel achten muss.

Wann muss eine Fassade grundiert werden?

Nicht jede Fassade braucht zwingend eine Grundierung – aber viele. Die entscheidende Frage ist: Wie verhält sich der Untergrund? Saugt er stark? Ist er kreidend, rissig oder instabil? Wurde er neu verputzt oder ausgebessert? In diesen Fällen ist eine Grundierung meist erforderlich und sollte in der Regel eingeplant werden, sofern das gewählte Beschichtungssystem und die Produktfreigabe des Herstellers dies vorsehen.

Stark saugende Untergründe sind das klassische Einsatzgebiet für Grundierungen. Frischer Putz, poröser Altputz oder Gasbeton nehmen Feuchtigkeit sehr schnell auf. Trägt man Fassadenfarbe direkt auf, entzieht der Untergrund der Farbe das Wasser so rasch, dass sie nicht mehr gleichmäßig verfilmen kann. Das Ergebnis: ungleichmäßige Deckung, schlechte Haftung, vorzeitiges Abblättern. Eine Grundierung reguliert die Saugfähigkeit und schafft eine gleichmäßige Basis.

Kreidende Fassaden sind ein weiterer häufiger Fall. Wenn man mit der flachen Hand über die Fassade fährt und weiße Rückstände auf der Handfläche bleiben, kreidet die alte Beschichtung. Das bedeutet: Die Oberfläche ist nicht mehr voll tragfähig. Fassadenfarbe würde auf diesem losen Material haften – und mit ihm abfallen. Hier braucht man in der Regel eine festigende Grundierung, die den Untergrund stabilisiert, bevor gestrichen wird.

Unterschiedlich saugende Flächen entstehen häufig nach Ausbesserungsarbeiten: Reparaturstellen aus Spachtel oder Flickputz saugen anders als der umgebende Altputz. Ohne Grundierung entstehen nach dem Streichen sichtbare Flecken, weil die Farbe an diesen Stellen anders trocknet und anders glänzt. Eine egalisierende Grundierung gleicht diese Unterschiede aus und sorgt für ein gleichmäßiges Finish.

Nach einer Reinigung mit dem Hochdruckreiniger ist die Frage nach einer Grundierung nicht pauschal zu beantworten. Ob grundiert werden muss, entscheidet die erneute Untergrundprüfung nach dem Trocknen – nicht die Reinigung allein. Saugfähigkeit, Kreidung und Tragfähigkeit sollten nach dem vollständigen Abtrocknen noch einmal geprüft werden.

Bei neuen Putzen gilt: Nur nach ausreichender Trocknung und Standzeit gemäß Putzart grundieren. Die notwendige Wartezeit hängt von Putzart, Schichtdicke und Witterung ab – pauschale Angaben führen in die Irre. Wer zu früh grundiert oder streicht, riskiert Risse und Haftungsprobleme durch Schwindspannungen im noch nicht vollständig abgebundenen Putz.

Was passiert, wenn man die Fassade ohne Grundierung streicht?

Die kurze Antwort: Es kann gut gehen – muss aber nicht. Auf einem dichten, gleichmäßig saugenden, tragfähigen Altanstrich in gutem Zustand ist eine Grundierung nicht immer zwingend erforderlich. Wenn der Untergrund jedoch auch nur eines der oben genannten Probleme aufweist, ist das Weglassen der Grundierung ein Risiko, das sich in der Regel innerhalb weniger Monate zeigt.

Typische Folgeschäden beim Streichen ohne Grundierung auf problematischen Untergründen: Die Fassadenfarbe haftet nicht ausreichend und beginnt zu blättern. Die Deckung ist ungleichmäßig, weil die Farbe unterschiedlich tief einzieht. Auf kreidenden Untergründen löst sich die gesamte Beschichtung mitsamt der losen Altschicht. Auf stark saugenden Untergründen trocknet die Farbe zu schnell an, bevor sie sich richtig verbinden kann. All das bedeutet: Mehrarbeit, Materialverschwendung und im schlimmsten Fall eine vollständige Neubeschichtung nach kurzer Zeit. Wer einmal grundiert und dann sorgfältig streicht, spart langfristig Zeit und Material.

Untergrund prüfen: Die wichtigsten DIY-Tests

Bevor man Material einkauft oder mit dem Streichen beginnt, sollte der Untergrund systematisch geprüft werden. Die folgenden Prüfmethoden lassen sich ohne Spezialwerkzeug durchführen und geben ein klares Bild davon, welche Grundierung sinnvoll ist – oder ob überhaupt eine benötigt wird.

Wischprobe auf Kreidung: Mit der flachen, trockenen Hand oder einem dunklen Tuch fest über die Fassade streichen. Bleiben deutlich Pigmente auf Haut oder Tuch, kreidet der Altanstrich. Bei starker Kreidung ist eine festigende Grundierung angezeigt, teils ist auch ein mechanisches Anschleifen oder Abwaschen sinnvoll.

Benetzungs- und Saugprobe: Wasser mit einer Sprühflasche auf die Fassade sprühen. Zieht das Wasser sofort ein und dunkelt der Untergrund gleichmäßig nach, ist er stark saugend – Tiefgrund reguliert die Saugfähigkeit. Perlt das Wasser ab, ist der Untergrund dicht; hier kommt eher eine Haftgrundierung in Frage. Bleiben Flecken mit unterschiedlichem Saugverhalten sichtbar, spricht das für eine egalisierende Grundierung.

Klopfprobe auf Hohllagen: Mit einem Holz- oder Gummigriff die Fläche in gleichmäßigem Raster abklopfen. Klingt der Putz dumpf oder hohl, liegt er nicht mehr fest auf. Solche Bereiche müssen vor dem Grundieren entfernt und neu aufgebaut werden – eine Grundierung allein löst kein Hohllagenproblem.

Gitterschnitt- oder Abreißprobe für Altanstriche: Mit einem Cuttermesser ein kleines Gitter in die Beschichtung ritzen und ein Stück Klebeband fest andrücken und ruckartig abziehen. Bleiben große Farbfetzen am Klebeband hängen, ist der Altanstrich nicht mehr tragfähig und muss entfernt oder komplett überarbeitet werden.

Feuchtemessung oder Sichtprüfung: Dunkle Flecken, Ausblühungen oder deutliche Feuchteränder deuten auf Restfeuchte hin. Ein einfacher Test: Ein Stück Klarsichtfolie über Nacht dicht auf die Fassade kleben. Bilden sich Kondenswassertröpfchen auf der Innenseite, ist der Untergrund noch zu feucht zum Grundieren.

Die Ergebnisse dieser Prüfungen bestimmen die Wahl der Grundierung, das nötige Reinigungsverfahren und in einigen Fällen sogar, ob der Untergrund zunächst mechanisch überarbeitet werden muss.

Welche Grundierungen gibt es für die Fassade?

Der Markt bietet verschiedene Grundierungstypen, die jeweils für bestimmte Untergründe und Anforderungen entwickelt wurden. Die Wahl des richtigen Produkts ist entscheidend – eine universell „beste" Grundierung gibt es nicht. Welches Produkt konkret sinnvoll ist, sollte nach der Untergrundprüfung entschieden werden.

Tiefgrund und Tiefengrund

Tiefgrund – manchmal auch als Tiefengrund bezeichnet – ist die am häufigsten eingesetzte Grundierung für stark saugende, mineralische Untergründe. Er dringt in die Oberfläche ein, festigt lose Partikel und egalisiert die Saugfähigkeit. Tiefgrund ist wasserbasiert oder lösemittelhaltig erhältlich. Welche Variante geeignet ist, hängt vom Untergrund und den Anforderungen ab – lösemittelhaltige Produkte werden gelegentlich bei sehr stark saugenden oder kritischen Untergründen eingesetzt, wasserbasierte sind für die meisten Standardanwendungen ausreichend und emissionsärmer.

Typische Einsatzbereiche sind mineralische Putze, Beton, Gasbeton und poröse Altputze. Aufgetragen wird Tiefgrund üblicherweise mit Bürste, Quast oder Fassadenroller, bei kleinen Flächen auch mit dem Pinsel. Der Verbrauch liegt je nach Produkt und Saugfähigkeit meist im Bereich von etwa 100 bis 250 ml/m² – die genaue Angabe steht im Produktdatenblatt. Bei sehr stark saugenden Untergründen kann ein zweiter Auftrag nötig sein, dann jedoch möglichst nicht nass-in-nass, sondern nach ausreichender Zwischentrocknung. Pfützenbildung und glänzende Filmreste sind zu vermeiden – Tiefgrund soll satt einziehen, aber keine geschlossene, glänzende Schicht bilden. Als Richtwert für die Überarbeitbarkeit werden häufig Zeiten von etwa 2 bis 12 Stunden genannt; maßgeblich sind Produktdatenblatt, Temperatur, Untergrundfeuchte und Luftfeuchte.

Haftgrundierung

Haftgrundierungen kommen dort ins Spiel, wo der Untergrund von sich aus wenig Haftung bietet: dichte, glatte oder schwach saugende Oberflächen wie tragfähige Dispersionsanstriche, glatter Beton oder bestimmte Kunstharzputze. Auf glatten, schwach saugenden oder kritischen Untergründen kann eine Haftgrundierung die Haftung deutlich verbessern; maßgeblich sind die Untergrundprüfung und die Systemempfehlung des Farbherstellers.

Ob im konkreten Fall – etwa auf einer bestehenden Silikonharzfarbe – tatsächlich eine Haftgrundierung erforderlich ist, hängt vom Zustand des Altanstrichs ab: Tragfähigkeit (Gitterschnitt), Kreidung (Wischprobe), Wasserabweisung (Benetzungsprobe) und dem gewählten neuen Beschichtungssystem. Erst wenn diese Prüfungen zeigen, dass die neue Farbe ohne zusätzliche Haftbrücke nicht sicher haftet, oder wenn der Hersteller sie für den vorliegenden Altanstrich verlangt, wird eine Haftgrundierung eingesetzt. Verarbeitet wird sie meist mit Rolle und Pinsel; die Auftragsmenge orientiert sich am Produktdatenblatt.

Quarzgrundierung

Quarzgefüllte Grundierungen enthalten feine Quarzsandpartikel und verbessern die Oberflächenrauigkeit des Untergrunds. Sie unterstützen die Haftung des nachfolgenden Putzes oder Anstrichs im freigegebenen Systemaufbau – Haftung entsteht dabei nicht nur mechanisch, sondern auch durch das Bindemittel und die abgestimmte Schichtfolge des Herstellers.

Typische Einsatzbereiche sind glatte Armierungsputze bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) oder glatte mineralische Untergründe, auf denen ein strukturierter Oberputz aufgebracht werden soll. Die Körnung der Grundierung sollte zur Körnung des Oberputzes passen. Aufgetragen wird üblicherweise mit Fassadenroller oder Bürste; der Verbrauch liegt je nach Produkt oft im Bereich von etwa 250 bis 400 g/m². Als Richtwert werden häufig Trocknungszeiten von 12 bis 24 Stunden angegeben – verbindlich ist auch hier das Datenblatt.

Grundierungen bei Algen- und Moosbefall

An feuchten, schattigen Fassadenabschnitten treten häufig Algen und Moose auf. Ausgangspunkt jeder Sanierung ist eine gründliche mechanische Reinigung – zum Beispiel mit Bürste und Hochdruckreiniger – und eine vollständige Abtrocknung des Untergrunds. Nach Reinigung und Trocknung kann – je nach Beschichtungssystem – eine dafür geeignete Grund- oder Schlussbeschichtung mit vorbeugender Ausrüstung eingesetzt werden.

Wichtig sind außerdem konstruktiver Feuchteschutz und ausreichende Abtrocknung: intakte Dachanschlüsse, funktionierende Fensterbänke, ausreichender Spritzwasserschutz im Sockelbereich und, wenn möglich, mehr Belüftung durch Rückschnitt von direkt anliegender Bepflanzung. Wirkstoffhaltige Produkte sind stets nach Herstellerangaben und den geltenden gesetzlichen Vorgaben einzusetzen; pauschale Wirkversprechen sind hier nicht angebracht.

Silikat-Grundierung

Silikat-Grundierungen sind speziell auf Silikatfarben abgestimmt. Silikatfarben reagieren chemisch mit dem mineralischen Untergrund (Verkieselung) und haften dadurch besonders dauerhaft. Damit diese Reaktion optimal ablaufen kann, muss der Untergrund mineralisch und saugfähig sein. Eine Silikat-Grundierung bereitet den Untergrund entsprechend vor und stellt sicher, dass die Silikatfarbe ihre volle Wirkung entfalten kann. Auf Untergründen mit organischen Altanstrichen ist Silikatfarbe in der Regel nicht ohne Weiteres geeignet – hier muss der Altanstrich vollständig entfernt oder ein kompatibles System gewählt werden.

Verarbeitet wird die Silikat-Grundierung meist mit Bürste oder Roller. Aufgrund der alkalischen Zusammensetzung sind Schutzbrille, Handschuhe und sorgfältiges Abdecken von Glas, Metall und Naturstein wichtig. Die Trocknung liegt je nach Produkt typischerweise bei mehreren Stunden; verbindlich ist das jeweilige Datenblatt.

Fassade grundieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Heimwerker

Wer Untergrundprüfung, Vorbereitung und Auftrag in einer klaren Reihenfolge abarbeitet, spart Material und vermeidet die häufigsten Fehler. Die folgenden acht Schritte bilden den typischen Ablauf einer DIY-Fassadensanierung ab.

1. Untergrund prüfen: Wisch-, Benetzungs-, Klopf- und Gitterschnittprobe durchführen. Ergebnisse notieren – sie bestimmen die Wahl von Grundierung und Beschichtung.

2. Lose Schichten entfernen: Blätternde Altanstriche, lose Putzstellen und Hohllagen mechanisch abtragen. Dazu eignen sich Spachtel, Drahtbürste, Schleifgerät oder – bei größeren Flächen – Hochdruckreiniger. Angrenzende Flächen und Fenster vorher abdecken.

3. Reinigen und trocknen lassen: Staub, Schmutz, Algenreste und Ausblühungen entfernen. Nach der Nassreinigung braucht die Fassade ausreichend Zeit zum Durchtrocknen – bei guter Witterung meist mehrere Tage, bei kühlem oder feuchtem Wetter deutlich länger.

4. Schäden ausbessern: Risse je nach Art beurteilen und mit geeigneter Spachtelmasse oder Putzsystem schließen; größere Ausbrüche mit passendem Reparaturmörtel aufbauen. Grundierung allein löst keine Putzschäden. Ausbesserungsstellen vollständig durchtrocknen lassen, bevor grundiert wird.

5. Passende Grundierung wählen: Anhand der Prüfergebnisse den geeigneten Grundierungstyp bestimmen: Tiefgrund bei stark saugenden mineralischen Untergründen, Haftgrundierung bei glatten oder dichten Flächen, Quarzgrundierung bei WDVS und strukturierten Systemen, Silikat-Grundierung bei mineralischen Silikatsystemen. Immer prüfen, ob Grundierung und geplante Fassadenfarbe zum selben freigegebenen System gehören.

6. Satt, aber nicht glänzend auftragen: Grundierung gleichmäßig und vollflächig mit Bürste, Quast oder Fassadenroller aufbringen. Bei stark saugenden Untergründen nass-in-nass vermeiden und Pfützenbildung ausschließen. Der Untergrund soll gleichmäßig getränkt sein, aber keinen glänzenden, geschlossenen Film bilden – sonst kann die nachfolgende Farbe schlechter haften.

7. Trocknung einhalten: Angaben aus dem Produktdatenblatt beachten. Temperatur, Untergrundfeuchte und Luftfeuchte beeinflussen die Trocknung erheblich. Lieber einen Tag zusätzlich einplanen, als zu früh weiterzuarbeiten.

8. Schlussbeschichtung aufbringen: Fassadenfarbe oder Oberputz in mindestens zwei Arbeitsgängen aufbringen, wenn das Systemblatt dies vorsieht. Auf gleichmäßiges Anschließen an bereits gestrichene Bereiche achten (Nass-in-Nass an der Front, saubere Trennung an Kanten und Fugen).

Werkzeug, Verbrauch und Verarbeitung im Detail

Für das Grundieren einer Fassade werden je nach Grundierungsart unterschiedliche Werkzeuge eingesetzt. Tiefgrund wird meist mit einer breiten Bürste, einem Quast, einer Deckenbürste oder – bei großen Flächen – mit dem Fassadenroller aufgetragen. Bei sehr rauen Untergründen ist die Bürste im Vorteil, weil sie das Material auch in die Vertiefungen einarbeitet. Quarzgefüllte Grundierungen werden bevorzugt mit dem Fassadenroller (mittlere bis lange Florhöhe) oder mit der Bürste verarbeitet; wegen der abrasiven Quarzpartikel verschleißen die Werkzeuge schneller. Haftgrundierungen werden meist mit Rolle und Pinsel für die Ränder aufgetragen.

Ein Spritzauftrag mit dem Airless-Gerät ist grundsätzlich möglich, aber nur zu empfehlen, wenn das Produkt dafür freigegeben ist, die Umgebung sauber abgedeckt werden kann und der nötige Arbeitsschutz (Atemschutz, Schutzbrille, Schutzkleidung) getragen wird. Für Heimwerker ist Rolle und Bürste in den meisten Fällen die praktikablere und sicherere Wahl.

Der Verbrauch ist immer produktabhängig, lässt sich aber grob einordnen: Wässrige Tiefgründe liegen häufig bei etwa 100 bis 250 ml/m², quarzgefüllte Grundierungen oft bei 250 bis 400 g/m², Haftgrundierungen bei etwa 150 bis 250 ml/m². Diese Spannen sind Richtwerte – die exakte Menge steht im Datenblatt und hängt stark von Struktur und Saugfähigkeit des Untergrunds ab. Wer die Fläche vorher ausmisst und rund 10 bis 20 Prozent Zuschlag einplant, muss selten Material nachkaufen.

Witterung, Temperatur und Feuchte beim Grundieren

Fassadenarbeiten sind stark witterungsabhängig. Grundierungen und Fassadenfarben verlangen in der Regel Verarbeitungstemperaturen zwischen etwa 5 und 30 Grad Celsius – der genaue Bereich ist dem Datenblatt zu entnehmen. Nicht gearbeitet werden sollte bei Regen, drohendem Frost, starker direkter Sonneneinstrahlung, starkem Wind oder auf einem stark aufgeheizten Untergrund. Auch die Nachttemperaturen sollten in den Tagen nach dem Auftrag deutlich über dem Frostpunkt liegen, sonst können frisch aufgetragene Schichten Schaden nehmen.

Hohe Luftfeuchtigkeit verlängert die Trocknung erheblich, sehr trockene und heiße Bedingungen können umgekehrt dazu führen, dass die Grundierung zu schnell anzieht und nicht mehr ausreichend eindringt. Als praktische Faustregel: Morgens oder am späten Nachmittag im Schatten arbeiten, die Fassade Seite für Seite abarbeiten und dabei der Sonne „ausweichen".

Besonderheiten bei verschiedenen Untergründen

Mineralische Putze

Mineralische Putze – also Kalk-, Kalkzement- und Zementputze – sind die häufigsten Untergründe an deutschen Fassaden. Sie saugen in der Regel gut und sind für die meisten Grundierungstypen geeignet. Tiefgrund ist hier die erste Wahl bei stark saugenden oder unterschiedlich saugenden Untergründen. Bei gut erhaltenem, gleichmäßig saugendem Altputz kann eine Grundierung unter Umständen entfallen – das sollte aber durch eine sorgfältige Untergrundprüfung bestätigt werden.

Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Bei WDVS-Fassaden ist die Grundierung besonders wichtig. Der Armierungsputz ist in der Regel dicht und glatt – eine quarzgefüllte Grundierung verbessert die Rauigkeit und unterstützt die Haftung des Oberputzes oder der Fassadenfarbe im freigegebenen Systemaufbau. Außerdem sind WDVS-Fassaden häufig anfällig für Algen- und Moosbefall, da die Oberfläche durch die Dämmwirkung länger feucht bleibt. Hier sind konstruktive Maßnahmen, saubere Detailausbildung und ein zum System passender Aufbau zentral.

Beton

Beton ist ein anspruchsvoller Untergrund für Fassadenfarben. Er ist meist dicht und saugt wenig – eine Haftgrundierung ist hier oft sinnvoller als ein Tiefgrund. Außerdem können Betonoberflächen Trennmittelreste aus der Schalung enthalten, die die Haftung beeinträchtigen. Diese müssen vor dem Grundieren vollständig entfernt werden. Bei Beton sollte außerdem auf die Carbonatisierungstiefe geachtet werden – bei stark carbonatisiertem Beton können spezielle Systeme erforderlich sein.

Klinker und Naturstein

Klinker und Naturstein werden in der Regel nicht mit Fassadenfarbe beschichtet – sie sind von Natur aus witterungsbeständig und brauchen keinen Farbanstrich. Wenn dennoch eine Beschichtung gewünscht wird, sollte ein auf den jeweiligen Untergrund abgestimmtes System verwendet werden. Tiefgrund ist auf Klinker in der Regel nicht geeignet, da Klinker kaum saugt. Hier kommen eher spezielle Haftgrundierungen oder Imprägnierungen zum Einsatz.

Fassadenfarbe auswählen: Was nach der Grundierung kommt

Nach dem Grundieren und der vollständigen Trocknung kann die Fassade gestrichen werden. Die Wahl der richtigen Farben hängt vom Untergrund, den Anforderungen und dem gewünschten Ergebnis ab. Mineralische Fassadenfarben auf Silikat- oder Kalkbasis eignen sich besonders für mineralische Untergründe und sind diffusionsoffen. Dispersions-Fassadenfarben sind vielseitig einsetzbar und einfach zu verarbeiten. Silikonharz-Fassadenfarben bieten gute Wasserabweisung bei gleichzeitig hoher Diffusionsoffenheit.

Entscheidend ist, dass Grundierung und Fassadenfarbe aufeinander abgestimmt sind. Nicht jede Grundierung ist mit jeder Fassadenfarbe kompatibel. Im Zweifelsfall sollte man Grundierung und Farbe aus dem gleichen Produktsystem wählen oder die Kompatibilität beim Hersteller erfragen.

Häufige Fehler beim Fassade grundieren – und wie man sie vermeidet

Fehler beim Grundieren entstehen meistens nicht aus Unwissenheit, sondern aus Ungeduld oder dem Wunsch, Zeit zu sparen. Die häufigsten Fehler und ihre Konsequenzen:

Zu früh grundieren nach der Reinigung: Der Untergrund ist noch feucht. Die Grundierung haftet nicht richtig, Blasen und Abplatzungen sind die Folge. Lösung: Ausreichende Trocknungszeit einplanen, im Zweifel Feuchtetest durchführen.

Falschen Grundierungstyp wählen: Tiefgrund auf einem glatten, dichten Untergrund bringt wenig – hier wäre eher eine Haftgrundierung nötig. Umgekehrt reicht eine Haftgrundierung auf einem stark saugenden Untergrund oft nicht aus. Lösung: Untergrund sorgfältig prüfen und den passenden Grundierungstyp wählen.

Grundierung zu stark verdünnen: Manche Heimwerker verdünnen Grundierungen stärker als empfohlen, um Material zu sparen. Das reduziert die Wirkung erheblich. Lösung: Immer die Herstellerangaben zur Verdünnung beachten.

Trocknungszeit nicht einhalten: Wer die Fassadenfarbe aufträgt, bevor die Grundierung ausreichend getrocknet ist, riskiert Haftungsprobleme. Lösung: Datenblatt-Angaben einhalten, bei kühlem oder feuchtem Wetter Puffer einplanen.

Bei ungeeigneter Witterung arbeiten: Regen, direkte Sonne, Frost oder starker Wind verderben das Ergebnis. Lösung: Auf günstige Bedingungen warten und schattige Tageszeiten bevorzugen.

Pfützen und Läufer entstehen lassen: Zu viel Material an einer Stelle führt zu glänzenden Filmresten, an denen die Farbe schlechter haftet. Lösung: Material zügig verteilen, überschüssiges Material ausrollen.

Bei feuchten Sockelbereichen oder Wänden mit kapillar aufsteigender Feuchtigkeit kann ergänzend zum Grundiersystem auch ein Dichtanstrich sinnvoll sein, um den Untergrund vor dem Beschichten abzudichten – vorausgesetzt, das gewählte System und der Lastfall lassen dies zu.

Häufige Fragen zum Thema Fassade grundieren

Auf einem dichten, gleichmäßig saugenden und tragfähigen Altanstrich in einwandfreiem Zustand ist eine Grundierung nicht zwingend erforderlich. In vielen Fällen aber – bei stark saugenden, kreidenden, unterschiedlich saugenden oder frisch verputzten Untergründen – ist die Grundierung ein sinnvoller oder notwendiger Schritt. Wer diesen überspringt, riskiert ungleichmäßige Deckung, schlechte Haftung und vorzeitiges Abblättern der Fassadenfarbe. Eine sorgfältige Untergrundprüfung mit Wisch-, Benetzungs- und Klopfprobe vor dem Streichen gibt Aufschluss darüber, ob grundiert werden sollte.

Die Wahl hängt vom Untergrund ab. Tiefgrund eignet sich für stark saugende mineralische Untergründe wie Putz, Beton oder Gasbeton. Haftgrundierungen werden auf glatten, schwach saugenden Untergründen eingesetzt, wenn die Untergrundprüfung und die Systemempfehlung dies nahelegen. Quarzgefüllte Grundierungen verbessern die Rauigkeit und unterstützen die Haftung im freigegebenen Systemaufbau, vor allem bei WDVS. Silikat-Grundierungen werden speziell in Kombination mit Silikatfarben auf mineralischen Untergründen verwendet. Entscheidend ist immer die Kompatibilität von Grundierung, Fassadenfarbe und Untergrund innerhalb eines abgestimmten Systems.

Die Trocknungszeit hängt vom Produkt, der Temperatur, der Untergrundfeuchte und der Luftfeuchtigkeit ab. Als grobe Richtwerte werden je nach Grundierungsart häufig 2 bis 12 Stunden (Tiefgrund) oder 12 bis 24 Stunden (quarzgefüllte Grundierungen) genannt – verbindlich sind aber die Angaben im Produktdatenblatt. Bei kühlen Temperaturen oder hoher Luftfeuchtigkeit verlängert sich die Trocknungszeit erheblich. Im Zweifel lieber etwas länger warten. Eine nicht ausreichend getrocknete Grundierung kann die Haftung der Fassadenfarbe beeinträchtigen.

Zunächst wird der Bewuchs mechanisch entfernt, zum Beispiel mit Bürste und Hochdruckreiniger. Danach muss die Fassade vollständig abtrocknen. Erst dann folgt der weitere Aufbau. Je nach Beschichtungssystem kann eine dafür geeignete Grund- oder Schlussbeschichtung mit vorbeugender Ausrüstung eingesetzt werden; ob und in welcher Form, richtet sich nach den Vorgaben des Herstellers. Ebenso wichtig sind konstruktive Maßnahmen: gute Abtrocknung, funktionierende Bauteilanschlüsse und, wo möglich, mehr Belüftung durch Rückschnitt naher Bepflanzung.

Auf WDVS-Fassaden ist Tiefgrund in der Regel nicht die erste Wahl. Der Armierungsputz eines WDVS ist typischerweise dicht und saugt wenig – Tiefgrund würde hier kaum eindringen und seine Wirkung nicht entfalten. Für WDVS-Fassaden werden stattdessen quarzgefüllte Grundierungen eingesetzt, die dem glatten Armierungsputz eine raue Struktur verleihen und die Haftung im Systemaufbau unterstützen. Wichtig ist, dass alle verwendeten Produkte systemkonform sind und vom Systemhersteller für die Kombination freigegeben wurden.

Norax GmbH

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