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Fundament abdichten: Ratgeber für die fachgerechte Außenabdichtung

Fundament abdichten: Arbeiter trägt schwarze Bitumendickbeschichtung auf ein freigelgtes Betonfundament auf

Bild mit KI-Unterstützung erstellt

Feuchtigkeit im Keller, nasse Wände, modrige Gerüche – hinter diesen Symptomen steckt häufig ein und dasselbe Problem: eine unzureichende oder im Laufe der Jahrzehnte versagte Abdichtung am Fundament. Das Fundament ist die Schnittstelle zwischen dem Bauwerk und dem Erdreich, und genau dort lauern die größten Risiken für eindringende Feuchte. Ob aufsteigende Kapillarfeuchte, drückendes Hangwasser oder Sickerwasser nach Starkregen – ohne eine funktionierende Abdichtung arbeitet sich die Feuchtigkeit früher oder später durch den Beton oder das Mauerwerk in das Gebäude vor. Die Folgen reichen von Schimmelbildung und Bauschäden bis hin zu strukturellen Schäden an tragenden Bauteilen. Wer sein Fundament richtig abdichtet, schützt nicht nur die Bausubstanz, sondern auch den Wohnkomfort und den Wert der Immobilie langfristig. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, welche Abdichtungsmethoden es gibt, welche Materialien für welchen Einsatz geeignet sind, wie die Ausführung Schritt für Schritt funktioniert – und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Warum Fundamentabdichtung so wichtig ist

Das Fundament eines Gebäudes steht dauerhaft im Kontakt mit dem Erdreich. Selbst in Regionen mit vermeintlich trockenen Böden ist Feuchtigkeit allgegenwärtig: Regenwasser versickert, Grundwasser steht in bestimmten Tiefen an, und kapillar aufsteigende Feuchte kann durch poröse Baustoffe wie Beton oder Ziegel nach oben wandern, ohne dass man es zunächst bemerkt. Gerade ältere Gebäude, die vor den 1970er oder 1980er Jahren errichtet wurden, besitzen häufig gar keine oder nur eine rudimentäre Abdichtung – damals war der Kenntnisstand über Feuchteschutz ein anderer, und die eingesetzten Materialien haben ihre Lebensdauer längst überschritten.

Drückendes Wasser entsteht, wenn der Grundwasserspiegel zeitweise oder dauerhaft hoch steht und hydrostatischen Druck auf die erdberührten Bauteile ausübt. Dieser Druck ist nicht zu unterschätzen: Er kann selbst durch kleine Risse oder Fehlstellen in der Abdichtung eindringen und erhebliche Schäden verursachen. Nicht drückendes Wasser – also Sicker- und Schichtenwasser, das nach Niederschlägen durch den Boden sickert – ist zwar weniger aggressiv, aber bei dauerhafter Einwirkung ebenfalls in der Lage, Feuchteschäden zu verursachen. Kapillar aufsteigende Feuchte schließlich wandert durch die Poren des Baustoffs nach oben und kann Wände meterhoch durchfeuchten, ohne dass an der Basis sichtbare Nässe zu erkennen ist.

Die Konsequenzen einer fehlenden oder defekten Fundamentabdichtung sind vielfältig: Schimmelbildung in Kellerräumen und angrenzenden Wohnbereichen, Ausblühungen und Abplatzungen an Putz und Mauerwerk, Korrosion von Bewehrungsstahl im Beton, Frostschäden durch gefrierendes Porenwasser und im schlimmsten Fall eine Schwächung der Tragfähigkeit des Fundaments selbst. Eine rechtzeitige und fachgerecht ausgeführte Abdichtung ist daher keine optionale Maßnahme, sondern eine Grundvoraussetzung für ein dauerhaft trockenes und sicheres Gebäude.

Abdichtungsnormen: Was die DIN 18533 vorschreibt

Seit 2017 regelt die DIN 18533 die Abdichtung von erdberührten Bauteilen in Deutschland und löste die bis dahin gültige DIN 18195 (Teile 4 und 5) für diesen Bereich ab. Die Norm unterscheidet verschiedene Wassereinwirkungsklassen und legt fest, welche Abdichtungssysteme für welche Lastfälle geeignet sind. Für Bauherren und Heimwerker ist die Norm in erster Linie als Orientierungsrahmen relevant: Sie definiert, welche Anforderungen an Materialien, Schichtdicken und Detailausbildungen zu stellen sind, damit eine Abdichtung als normgerecht gilt.

Die wichtigsten Wassereinwirkungsklassen für erdberührte Bauteile im Überblick:

  • W1-E – Bodenfeuchte und nichtdrückendes Wasser: Der häufigste Fall bei gut durchlässigen Böden ohne anstehendes Grundwasser. Hier sind PMBC (polymermodifizierte Bitumendickbeschichtungen) und geeignete mineralische Dichtungsschlämmen verbreitet.
  • W2.1-E – mäßig einwirkendes drückendes Wasser: Bei zeitweise anstehendem Grundwasser oder Stauwasser bis zu einer begrenzten Eintauchtiefe. Es kommen nur Systeme zum Einsatz, die ausdrücklich für diesen Lastfall freigegeben sind.
  • W2.2-E – hoch einwirkendes drückendes Wasser: Bei dauerhaft hohem Grundwasserspiegel; Anforderung an System und Ausführung sind besonders hoch.
  • W3-E – nichtdrückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken: Sonderfall, z. B. bei Tiefgaragendecken unter Erdüberschüttung.
  • W4-E – Spritzwasser und Bodenfeuchte am Wandsockel sowie Kapillarwasser im Mauerwerk: Betrifft den Sockelbereich und den Übergang Wand/Bodenplatte.

Für die Praxis bedeutet das: Bevor Sie mit der Abdichtung beginnen, sollten Sie den Lastfall Ihres Gebäudes einschätzen. Steht das Grundwasser dauerhaft hoch? Gibt es Hangwasser oder aufstauendes Sickerwasser? Oder handelt es sich lediglich um Bodenfeuchte und gelegentliches Sickerwasser? Die Antwort auf diese Fragen bestimmt, welches Abdichtungssystem Sie wählen müssen. Die Technischen Merkblätter der eingesetzten Produkte geben Auskunft darüber, für welche Wassereinwirkungsklassen nach DIN 18533 das jeweilige System zugelassen ist. Halten Sie sich stets an diese Freigaben – ein für W1-E ausgelegtes System wird bei W2.1-E oder W2.2-E versagen.

Materialien im Überblick: Was eignet sich für die Fundamentabdichtung?

Für die Abdichtung von Fundamenten und Bodenplatten stehen verschiedene Materialien und Systeme zur Verfügung, die je nach Lastfall, Untergrund und Ausführungssituation unterschiedlich gut geeignet sind. Die wichtigsten im Überblick:

Polymermodifizierte Bitumendickbeschichtungen (PMBC, umgangssprachlich KMB)

Polymermodifizierte Bitumendickbeschichtungen – fachlich PMBC, umgangssprachlich häufig noch als KMB bezeichnet – sind das am häufigsten eingesetzte Material für die Außenabdichtung erdberührter Bauteile. Sie werden überwiegend als 2-Komponenten-System (2K) geliefert, bei dem eine Bitumenemulsion mit einem Reaktionspulver oder einer systemzugehörigen Flüssigkomponente gemischt wird. Das Ergebnis ist eine flexible, rissüberbrückende Beschichtung, die nach dem Aushärten dauerhaft elastisch bleibt und damit Bewegungen im Untergrund toleriert. Die Eignung für die jeweilige Wassereinwirkungsklasse (W1-E, W2.1-E, W2.2-E, W4-E) ergibt sich ausschließlich aus der Produktfreigabe im technischen Merkblatt.

Die erforderliche Trockenschichtdicke liegt typischerweise bei ca. 3 mm für W1-E und 4 mm und mehr für höhere Lastfälle; maßgeblich sind stets die Angaben im technischen Merkblatt des jeweiligen Produkts. Der Verbrauch pro Quadratmeter liegt – je nach Untergrund und Schichtdicke – grob bei 4 bis 6 kg/m² für W1-E und 6 bis 8 kg/m² oder mehr für drückende Lastfälle. Aufgetragen wird die PMBC standardmäßig mit Glättkelle oder Traufel in mindestens zwei Arbeitsgängen, um die geforderte Schichtdicke gleichmäßig aufzubauen. Spritzapplikation ist nur zulässig, wenn das Produkt ausdrücklich für die Airless-Verarbeitung freigegeben ist. Eine Bürste kommt allenfalls für den Voranstrich (Primer) oder für die Benetzung von Detailpunkten zum Einsatz, nicht aber als Regelwerkzeug für die eigentliche Schichtdicke.

Mineralische Dichtungsschlämmen (MDS)

Zementgebundene mineralische Dichtungsschlämmen sind eine Alternative zur bituminösen Beschichtung. Einkomponentige Systeme (1K-MDS) werden mit Wasser angerührt; zweikomponentige Systeme (2K-MDS) bestehen aus einer Pulver- und einer zugehörigen Flüssigkomponente und werden exakt nach technischem Merkblatt des Herstellers gemischt – das Anrühren mit beliebigen Dispersionen ist nicht zulässig. 2K-MDS bieten durch den Polymeranteil eine höhere Flexibilität und Rissüberbrückung als reine 1K-Systeme.

Dichtungsschlämmen haften gut auf mineralischen Untergründen wie Beton und Mauerwerk und sind dampfdiffusionsoffen. Bestimmte, dafür freigegebene mineralische Dichtungsschlämmen können auch im Innenbereich gegen von der Rückseite einwirkende Feuchte oder Wasser eingesetzt werden – maßgeblich sind dabei stets Systemfreigabe und Lastfall. Nicht jede Dichtungsschlämme ist für eine Innenabdichtung gegen drückendes Wasser geeignet; ein Blick ins Merkblatt ist Pflicht. Für Hohlkehlen und Detailausbildungen sind ausschließlich die vom Systemhersteller freigegebenen Systemprodukte zu verwenden.

Bitumenbahnen und Kunststoffabdichtungsbahnen

Geeignete Bitumen- oder Kunststoffabdichtungsbahnen werden auf dem vorbereiteten Untergrund mit passendem Voranstrich verlegt – je nach Bahnentyp aufgeschweißt, lose verlegt und mechanisch gesichert oder vollflächig verklebt. Sie können – sofern das jeweilige System ausdrücklich dafür freigegeben ist – auch für höhere Wassereinwirkungsklassen einschließlich drückendem Wasser eingesetzt werden. Pauschal von „besonders für drückendes Wasser geeignet“ zu sprechen ist allerdings nicht zulässig: Eignung, Lagenaufbau, Anzahl der Lagen, Untergrundvorbereitung und Detailausbildung ergeben sich aus Produktfreigabe und Wassereinwirkungsklasse.

Selbstklebende Bitumenbahnen sind einfacher zu verarbeiten als Schweißbahnen und werden gerne für Reparaturen und kleinere Flächen eingesetzt. Verwenden Sie selbstklebende Bahnen aber nur dann, wenn das konkrete Bahnsystem ausdrücklich für den jeweiligen Lastfall, den vorhandenen Untergrund und die erdberührte Anwendung freigegeben ist. Voraussetzung ist in jedem Fall ein sauberer, trockener und tragfähiger Untergrund mit geeignetem Voranstrich (Bitumenprimer).

Noppenbahnen als Schutz- und ggf. Dränelement

Noppenbahnen aus Polyethylen sind keine eigenständige Abdichtung, sondern dienen als Schutzschicht und – in Kombination mit einem geeigneten Filtervlies – als Dränelement. Sie schützen die eigentliche Abdichtung beim Verfüllen der Baugrube vor mechanischer Beschädigung. Eine Dränfunktion im Sinne der DIN 4095 entfalten sie nur dann, wenn sie planerisch zulässig eingebaut, mit Filtervlies gegen Verschlämmen geschützt und an eine fachgerechte Drainageleitung mit Gefälle angeschlossen sind. Wichtig: Die Noppenbahn muss so eingebaut werden, dass die darunterliegende Abdichtung nicht beschädigt wird, insbesondere beim oberen Abschluss und beim Verfüllen.

Fundament von außen abdichten: Schritt für Schritt

Die Außenabdichtung des Fundaments ist die wirksamste Methode, um eindringende Feuchtigkeit dauerhaft zu stoppen – denn sie setzt die Abdichtung genau dort an, wo die Feuchtigkeit herkommt. Der Aufwand ist erheblich, da das Fundament freigelegt werden muss, aber die Ausführung ist mit handwerklichem Geschick selbst durchführbar. Bei nachträglichen Sanierungen empfiehlt es sich, die Arbeiten abschnittsweise durchzuführen – also nicht das gesamte Fundament rundum auf einmal freilegen, sondern in überschaubaren Bauabschnitten arbeiten, um die Standsicherheit zu erhalten.

Schritt 1: Baugrube abschnittsweise ausheben

Graben Sie entlang der betroffenen Außenwand eine ausreichend breite Arbeitsgrube aus, idealerweise in Abschnitten von wenigen Metern Länge. Die Arbeitsbreite sollte mindestens 60 bis 80 cm betragen, damit Sie bequem arbeiten können. Die Tiefe richtet sich nach der Fundamentunterkante – Sie müssen bis auf die Fundamentsohle graben, um die gesamte erdberührte Fläche abdichten zu können. Achten Sie auf die Standsicherheit der Grubenwände; bei tiefen Gräben und instabilen Böden sind Böschungen oder Verbaumaßnahmen erforderlich. Prüfen Sie vor dem Aushub den Verlauf von Versorgungsleitungen.

Schritt 2: Untergrund reinigen und reprofilieren

Der Untergrund muss tragfähig, sauber und frei von Staub, Öl, Trennmitteln und losen Teilen sein. Alte, nicht haftende Beschichtungsreste sind vollständig zu entfernen. Risse und Fehlstellen im Beton oder Mauerwerk werden mit einem geeigneten, systemkompatiblen Reparatur- bzw. Sanierungsmörtel reprofiliert. Scharfe Kanten und Ecken sind abzuschrägen oder abzurunden, da Abdichtungsbeschichtungen an scharfen Kanten keine ausreichende Schichtdicke aufbauen können.

Schritt 3: Hohlkehle ausbilden

Am Übergang zwischen Wand und Fundament bzw. Bodenplatte ist eine Hohlkehle mit einem geeigneten Systemmörtel auszubilden – dies ist ein kritischer Detailpunkt, der häufig vernachlässigt wird und zu Leckagen führt. Verwenden Sie ausschließlich den vom Systemhersteller vorgesehenen Hohlkehlenmörtel, keine improvisierten Mischungen. Der Radius der Hohlkehle sollte üblicherweise mindestens 4 cm betragen.

Schritt 4: Voranstrich (Grundierung) aufbringen

Bei PMBC-Systemen ist in der Regel ein verdünnter Bitumenprimer als Voranstrich erforderlich, der die Haftung der Dickbeschichtung auf dem Untergrund verbessert und die Saugfähigkeit des Untergrunds reguliert. Für die Grundierung eignet sich eine Bürste oder ein Quast. Lassen Sie den Primer vollständig ablüften, bevor Sie mit der eigentlichen Abdichtung beginnen – die Ablüftzeit ist produktabhängig und im Merkblatt angegeben. Bei mineralischen Dichtungsschlämmen wird der Untergrund vorgenässt (mattfeucht), aber nicht mit einem Bitumenprimer behandelt.

Schritt 5: Abdichtung in erforderlicher Schichtdicke auftragen

Mischen Sie die 2K-PMBC gemäß Herstellerangaben sorgfältig durch – verwenden Sie dafür ein Rührwerk mit geeignetem Rührstab, kein Handmischen. Tragen Sie die Beschichtung mit Glättkelle oder Traufel in mindestens zwei Lagen auf. Die erste Lage muss vor dem Auftrag der zweiten so weit angetrocknet sein, dass sie beim Überarbeiten nicht beschädigt wird (in der Regel mehrere Stunden bis ein Tag, abhängig von Produkt und Witterung).

Die Gesamtschichtdicke im feuchten Zustand muss so gewählt werden, dass die geforderte Trockenschichtdicke erreicht wird – beachten Sie den Schwundfaktor des Produkts (üblich ca. 20–25 %). Kontrollieren Sie die Nassschichtdicke regelmäßig mit einem Nassschichtdickenkamm. Richtwerte (im Merkblatt verbindlich):

  • W1-E (Bodenfeuchte/nichtdrückend): ca. 3 mm Trockenschicht.
  • W2.1-E/W2.2-E (drückendes Wasser): ca. 4 mm und mehr Trockenschicht, oft mit Gewebeeinlage gefordert.
  • W4-E (Sockel/Spritzwasser): zusätzlich systemgeeignete Sockelabdichtung im Übergangsbereich.

Mineralische Dichtungsschlämmen werden in der Regel in zwei Arbeitsgängen ebenfalls mit Bürste, Quast, Glättkelle oder – wenn freigegeben – im Spritzverfahren aufgetragen. Die Gesamtschichtdicke liegt produktabhängig meist bei 2 bis 3 mm.

Schritt 6: Gewebe- oder Vlieseinlage (wenn vom System gefordert)

Bei höheren Lastfällen, an Rissen, Fugen, Rohrdurchführungen und anderen kritischen Stellen verlangt das Systemmerkblatt häufig eine Armierungs- bzw. Verstärkungseinlage. Das systemgeeignete Gewebe wird in die noch frische erste Lage eingedrückt und anschließend mit der zweiten Lage vollständig überarbeitet. Es erhöht die Rissüberbrückungsfähigkeit erheblich.

Schritt 7: Trocknung abwarten

Vor dem Anbringen der Schutzschicht und dem Verfüllen der Baugrube muss die Abdichtung ausreichend durchgetrocknet sein. Für PMBC-Systeme gelten häufig Mindesttrocknungszeiten von 2 bis 3 Tagen bei normalen Bedingungen, bei kühler oder feuchter Witterung deutlich länger – verbindlich ist immer das Produktmerkblatt. Mineralische Dichtungsschlämmen müssen vor Belastung ausreichend abbinden und werden bei warmer/trockener Witterung mindestens 24 Stunden nachbehandelt (vor zu schneller Austrocknung schützen).

Schritt 8: Schutz- und ggf. Dränschicht anbringen

Nach dem Durchtrocknen wird eine Schutzschicht aufgebracht – entweder eine Schutzplatte aus extrudiertem Polystyrol (XPS) oder eine Noppenbahn. Die Noppenbahn wird mit den Noppen zur Wand hin angebracht und oben mit einem geeigneten Abschlussprofil so gesichert, dass kein Erdreich hinter die Bahn gelangen kann. Wird die Noppenbahn als Dränelement verwendet, muss sie raumseitig zur Erde mit einem Filtervlies versehen sein und am Fuß an eine fachgerecht eingebaute Drainageleitung mit Gefälle anschließen. Eine Dränschicht ohne planerische Grundlage und ohne Filtervlies verschlämmt sehr schnell und verliert ihre Funktion.

Schritt 9: Lagenweise Verfüllung

Die Baugrube wird mit geeignetem, möglichst gut verdichtbarem und nicht zu grobkörnigem Material lagenweise (z. B. in 30-cm-Schichten) verfüllt und verdichtet. Direkt an der Schutzschicht sollte kein grobes, scharfkantiges Steinmaterial liegen, das die Abdichtung beim Verdichten beschädigen kann. Die Geländeoberfläche wird abschließend mit Gefälle vom Gebäude weg modelliert, damit Niederschlagswasser oberflächlich abfließt.

Kritische Detailpunkte sauber ausführen

Die meisten Schäden an Abdichtungen entstehen nicht in der Fläche, sondern an Detailpunkten. Diese Bereiche verdienen besondere Aufmerksamkeit:

Sockelanschluss (Übergang Erdreich zu Wandsockel)

Der Sockelbereich entspricht der Wassereinwirkungsklasse W4-E (Spritzwasser, Bodenfeuchte, Kapillarwasser). Hier muss die erdberührte Abdichtung mindestens ca. 30 cm über die Geländeoberkante hochgeführt und an eine sockelgeeignete Beschichtung (z. B. mineralische Sockelabdichtung oder Sockelputz auf MDS) angeschlossen werden. Der Übergang muss überlappend und ohne offene Stoßkanten ausgeführt werden.

Übergang Wand/Bodenplatte

Hier kommen zwei Bauteile mit unterschiedlichem Bewegungs- und Setzungsverhalten zusammen. Eine Hohlkehle mit Systemmörtel, ein systemkonform eingelegtes Verstärkungsgewebe und eine vollflächige Überarbeitung mit der Abdichtung sind Pflicht. Bei höheren Lastfällen kann zusätzlich ein systemgeeignetes Fugenband erforderlich sein.

Rohrdurchdringungen

Versorgungsleitungen (Wasser, Abwasser, Strom, Gas) müssen mit systemgeeigneten Manschetten oder mit zusätzlicher Gewebeeinlage und erhöhter Schichtdicke abgedichtet werden. Auf eine glatte, fettfreie Oberfläche des Rohres achten. Bei höheren Lastfällen (W2.1-E aufwärts) sind häufig Festflansch-/Losflansch-Konstruktionen oder Pressdichtungen vorgesehen.

Anschlüsse an Lichtschächte, Außentreppen und andere Anbauteile

Übergänge zu Lichtschächten, Kellerabgängen oder Außentreppen sind klassische Schwachstellen. Sie werden mit systemgeeigneten Anschlussprofilen, Klebeflanschen oder umlaufenden Verstärkungseinlagen ausgebildet. Wichtig ist, dass die Abdichtung kontinuierlich um das Anbauteil herumgeführt wird, ohne dass offene Stoßkanten oder Hohlräume entstehen.

Schutz im Spritzwasserbereich

Im sichtbaren Sockelbereich oberhalb des Erdreichs schützen Sockelputze, Sockelplatten oder eine spritzwasserbeständige Beschichtung die Abdichtung vor mechanischer Belastung und UV-Strahlung. Eine reine PMBC darf hier nicht dauerhaft offen liegen.

Bodenplatte abdichten: Methoden und Besonderheiten

Die Abdichtung einer Bodenplatte stellt besondere Anforderungen, da hier die Feuchtigkeit von unten drückt. Bei Neubauten wird die Abdichtung in der Regel unter der Bodenplatte eingebaut – etwa als geeignete Bitumen- oder Kunststoffdichtungsbahn auf einem Sauberkeitsbeton, bevor die eigentliche Bodenplatte betoniert wird. Bei Bestandsgebäuden ist eine nachträgliche Abdichtung von unten in der Regel nicht möglich; hier kommen Abdichtungen von oben oder von innen in Betracht.

Von oben kann eine Bodenplatte mit einer mineralischen Dichtungsschlämme oder einer geeigneten Flüssigabdichtung versehen werden, bevor ein neuer Estrich oder Bodenbelag aufgebracht wird. Voraussetzung ist ein tragfähiger, sauberer und ausreichend ebener Untergrund. Risse müssen vorher geschlossen werden. Bei drückendem Wasser von unten sind die Anforderungen an das System hoch – hier sind ausschließlich Produkte und Systeme einzusetzen, die ausdrücklich für W2.1-E oder W2.2-E (bzw. den jeweiligen Anwendungsfall) freigegeben sind.

Bei lokal begrenzten Eintrittsstellen (Risse, Arbeitsfugen Wand/Bodenplatte) kann eine Injektion mit geeigneten Polyurethan- oder Acrylatharzen sinnvoll sein. Diese Maßnahme ist technisch anspruchsvoll und setzt eine sorgfältige Schadensanalyse voraus.

Vertikale Außenabdichtung vs. nachträgliche Horizontalsperre

Eine vertikale Außenabdichtung schützt die erdberührte Wandfläche gegen seitlich eindringende Feuchte – sie hilft aber nicht gegen Feuchte, die kapillar aus dem Wandquerschnitt selbst nach oben aufsteigt. Wenn das Schadensbild zeigt, dass Feuchte aus dem Mauerwerk aufsteigt (typisch: feuchter Wandfuß, Ausblühungen in einer durchgehenden „Wasserlinie“ oberhalb der Bodenplatte, hohe Feuchtewerte tief im Wandquerschnitt), ist zusätzlich eine nachträgliche Horizontalsperre erforderlich.

Für DIY-Anwender ist insbesondere das Injektionsverfahren mit Bohrungen im unteren Mauerwerksbereich praktikabel. Dabei werden im Abstand von wenigen Zentimetern Bohrlöcher schräg in eine durchgehende Lagerfuge gesetzt; in diese Bohrlöcher wird ein hydrophobes Injektionsmittel (häufig auf Silan/Siloxan-Basis) drucklos oder druckunterstützt eingebracht. Das Mittel verteilt sich im Mauerwerksquerschnitt und bildet eine wasserabweisende Sperrschicht. Wichtig ist eine ausreichende Bohrlochmenge, der richtige Bohrwinkel und ein zum Mauerwerkstyp passendes Produkt – die Angaben im Merkblatt sind verbindlich. Eine Horizontalsperre und eine Vertikalabdichtung ergänzen einander: erst die Kombination stoppt sowohl seitlich eindringende als auch kapillar aufsteigende Feuchte.

Nachträgliche Fundamentabdichtung: Was zu beachten ist

Die nachträgliche Abdichtung eines Fundaments ist aufwendiger als die Erstabdichtung beim Neubau, aber in den meisten Fällen gut selbst durchführbar. Der entscheidende Schritt ist das Freilegen des Fundaments durch Aufgraben – eine Arbeit, die körperlich anstrengend ist, aber mit geeignetem Werkzeug (Spaten, Pickel, ggf. Minibagger für größere Flächen) gut zu bewältigen ist. Planen Sie ausreichend Zeit und Kapazität für den Aushub und den späteren Rückbau ein.

Vor dem Aufgraben sollten Sie prüfen, ob Versorgungsleitungen (Wasser, Abwasser, Strom, Gas) im Bereich der geplanten Baugrube verlaufen. Holen Sie sich im Zweifelsfall Leitungspläne vom zuständigen Versorgungsunternehmen. Achten Sie beim Aushub auf die Standsicherheit der Grube und sichern Sie angrenzende Bereiche entsprechend ab. Wenn das Fundament freigelegt ist, beginnt die eigentliche Bestandsaufnahme: Wie ist der Zustand des Betons oder Mauerwerks? Gibt es Risse, Hohlstellen oder bereits abgeplatzte Bereiche? Ist noch eine alte Abdichtung vorhanden, und in welchem Zustand ist sie? Alte, nicht haftende Beschichtungsreste müssen vollständig entfernt werden, bevor die neue Abdichtung aufgebracht werden kann.

Drainage als Ergänzung zur Abdichtung

Eine Drainage allein ist keine Abdichtung – sie leitet Wasser ab, hält es aber nicht von der Wand fern. Umgekehrt kann eine Abdichtung allein bei hohem Wasseraufkommen dauerhaft belastet werden, wenn kein Weg für das Wasser vorhanden ist, abzufließen. Eine Ringdrainage nach DIN 4095 ist eine planerische Maßnahme: Sie ist nur dann zulässig und sinnvoll, wenn die hydrogeologischen Randbedingungen passen, ein Vorfluter oder eine ausreichend dimensionierte Versickerungsanlage vorhanden ist und die Drainage mit Gefälle, Filtervlies und Spülschächten fachgerecht ausgeführt wird. Wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, ist eine vollwertige Abdichtung gegen den höheren Lastfall (z. B. W2.1-E) die richtige Lösung – nicht eine improvisierte Drainage.

Typische Fehler bei der Fundamentabdichtung

Viele Abdichtungen versagen nicht wegen schlechter Materialien, sondern wegen handwerklicher Fehler bei der Ausführung. Die häufigsten Fehler im Überblick:

Unzureichende Untergrundvorbereitung: Lose Teile, Staub, alte Beschichtungsreste oder Öl auf dem Untergrund verhindern eine ausreichende Haftung der Abdichtung. Nehmen Sie sich für die Untergrundvorbereitung ausreichend Zeit – sie ist die Grundlage für alles Weitere.

Zu geringe Schichtdicke: Besonders bei PMBC-Systemen wird die erforderliche Trockenschichtdicke häufig unterschritten, weil zu wenig Material aufgetragen wird. Kontrollieren Sie die Nassschichtdicke während des Auftrags mit einem Nassschichtdickenkamm und kalkulieren Sie den Schwund des Produkts ein.

Fehlende oder improvisierte Hohlkehle: Der Übergang zwischen Wand und Bodenplatte ist eine der kritischsten Stellen bei der Fundamentabdichtung. Ohne eine sorgfältig ausgebildete Hohlkehle mit dem vom System vorgesehenen Mörtel entstehen hier fast zwangsläufig Leckagen.

Keine Schutzschicht: Eine Abdichtungsbeschichtung ohne Schutzschicht wird beim Verfüllen der Baugrube durch Steine und Erdreich mechanisch beschädigt. Bringen Sie immer eine Schutzplatte oder Noppenbahn auf, bevor Sie verfüllen.

Falscher Lastfall: Ein Produkt, das nur für W1-E zugelassen ist, wird bei W2.1-E oder W2.2-E versagen. Klären Sie den Lastfall vor der Materialwahl und wählen Sie ein System, das laut Merkblatt für Ihre Situation freigegeben ist.

Verfüllen vor ausreichender Trocknung: Eine zu früh belastete Abdichtung kann verdrückt oder beschädigt werden. Halten Sie die Trocknungszeiten des jeweiligen Produkts strikt ein.

Verarbeitung bei ungeeigneten Bedingungen: Frost, Regen oder zu hohe Temperaturen während der Verarbeitung oder Trocknung können die Qualität der Abdichtung erheblich beeinträchtigen. Halten Sie die im Merkblatt angegebenen Verarbeitungsbedingungen (meist +5 °C bis +30 °C, kein Regen, kein Frost) konsequent ein.

Häufige Fragen zur Fundamentabdichtung

Ja, eine nachträgliche Fundamentabdichtung ist selbst durchführbar. Der größte Aufwand liegt im abschnittsweisen Freilegen des Fundaments durch Aufgraben entlang der betroffenen Außenwände. Sobald das Fundament freiliegt, folgen Untergrundreinigung und Reprofilierung, die Ausbildung der Hohlkehle mit Systemmörtel, der Voranstrich, das Auftragen der Abdichtungsbeschichtung in mehreren Lagen mit Glättkelle oder Traufel, ggf. eine Gewebeeinlage, die Trocknung, das Anbringen einer Schutz- bzw. Dränschicht und schließlich die lagenweise Verfüllung. Mit geeignetem Werkzeug, sorgfältiger Vorbereitung und der Wahl eines zum Lastfall passenden Abdichtungssystems ist die Ausführung gut selbst zu bewältigen. Achten Sie darauf, vor dem Aushub den Verlauf von Versorgungsleitungen zu prüfen.

Beide Materialien haben ihre Stärken, und die Wahl hängt vom Lastfall und der Einbausituation ab. Polymermodifizierte Bitumendickbeschichtungen (PMBC, umgangssprachlich KMB) sind flexibel, rissüberbrückend und – je nach Produktfreigabe – für W1-E, W2.1-E und teils W2.2-E geeignet. Mineralische Dichtungsschlämmen haften sehr gut auf mineralischen Untergründen, sind dampfdiffusionsoffen und können – sofern ausdrücklich freigegeben – auch im Innenbereich gegen von der Rückseite einwirkende Feuchte oder Wasser eingesetzt werden. Zweikomponentige Dichtungsschlämmen bieten durch ihren Polymergehalt eine höhere Flexibilität als einkomponentige Varianten. Für die Außenabdichtung eines Fundaments ist eine PMBC in den meisten Fällen die erste Wahl; für die Innenabdichtung oder besondere Anforderungen kann eine geeignete Dichtungsschlämme die bessere Option sein. Entscheidend ist stets, dass das gewählte Produkt laut Merkblatt für den vorliegenden Lastfall nach DIN 18533 freigegeben ist.

Für eine vollständige Außenabdichtung müssen Sie bis auf die Unterkante des Fundaments graben – also bis zur Fundamentsohle. Nur so können Sie die gesamte erdberührte Fläche lückenlos abdichten, einschließlich des kritischen Übergangs zwischen Fundament und Bodenplatte. Die genaue Tiefe hängt von der Gründungstiefe Ihres Gebäudes ab. Bei älteren Gebäuden liegt die Fundamentsohle häufig 80 cm bis 1,20 m unter der Geländeoberkante, bei Kellern entsprechend tiefer. Wenn Sie nur einzelne schadhafte Bereiche sanieren möchten, reicht es aus, bis zur Schadstelle zu graben und einen ausreichenden Überstand zur intakten Abdichtung herzustellen. Planen Sie die Grube immer so, dass Sie bequem arbeiten können – eine Mindestbreite von 60 bis 80 cm und ein abschnittsweises Vorgehen sind empfehlenswert.

Eine Drainage ist keine Pflicht, aber in vielen Situationen eine sinnvolle Ergänzung zur Abdichtung. Wenn in Ihrem Bereich viel Niederschlag anfällt, der Boden wenig durchlässig ist oder das Grundwasser zeitweise hoch steht, kann anfallendes Sickerwasser dauerhaft gegen die Abdichtung drücken. Eine fachgerecht nach DIN 4095 ausgeführte Drainage mit Filtervlies, Gefälle und Anschluss an einen Vorfluter oder eine ausreichend dimensionierte Versickerung leitet dieses Wasser kontrolliert ab. Bei einfacher Bodenfeuchte in gut durchlässigen Böden kann auf eine Drainage verzichtet werden, wenn die Abdichtung für W1-E ausgelegt ist. Wichtig: Drainage und Abdichtung ergänzen sich – eine Drainage ersetzt keine Abdichtung, und eine Abdichtung allein kann bei hohem Wasseraufkommen dauerhaft belastet werden, wenn die hydrogeologischen Randbedingungen ungünstig sind.

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