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Gartenmauer selber mauern

Gartenmauer selber mauern: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Heimwerker auf Norax.de

Bild mit KI-Unterstützung erstellt

Gartenmauer selber mauern – lohnt sich der Eigenbau?

Eine Gartenmauer wertet jeden Außenbereich auf. Sie schafft Sichtschutz, gliedert den Garten in Bereiche, hält Böschungen zurück und gibt dem Grundstück eine klare Struktur. Wer eine Gartenmauer selber mauern möchte, braucht keine Ausbildung im Bauhandwerk – aber ein gutes Grundverständnis für Fundament, Mörtel und den sauberen Lagenaufbau. Dieser Ratgeber führt Sie durch alle Schritte: von der Planung über das Streifenfundament bis zur letzten Steinreihe und der Mauerabdeckung. Mit passenden Baustoffen und sorgfältiger Ausführung ist eine langlebige Gartenmauer gut in Eigenregie umsetzbar.

Gartenmauern erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Eine niedrige Einfassung von 30 bis 50 cm Höhe begrenzt Beete oder Wege. Eine Stützwand hält Erdreich zurück und muss deshalb besonders sorgfältig fundamentiert und entwässert werden. Eine freistehende Mauer als Sichtschutz kann je nach Landesbauordnung bis zu einer bestimmten Höhe genehmigungsfrei errichtet werden. In jedem Fall gilt: Die Qualität der Gartenmauer steht und fällt mit dem Fundament. Wer hier spart oder schludert, riskiert Risse, Setzungen und im schlimmsten Fall den Einsturz der gesamten Konstruktion.

Planung: Welche Gartenmauer passt zu Ihrem Projekt?

Bevor der erste Spatenstich gesetzt wird, lohnt eine gründliche Planung. Klären Sie zunächst, welche Funktion die Mauer übernehmen soll. Eine rein dekorative Steinmauer stellt andere Anforderungen als eine Stützwand. Wichtig ist die klare Unterscheidung zwischen freistehender Gartenmauer und Stützwand: Stützwände müssen Erddruck aufnehmen, brauchen eine fachgerechte Hinterfüllung und eine zuverlässige Entwässerung. Bei höheren oder lastbeanspruchten Stützwänden ist eine statische Planung sinnvoll bzw. erforderlich.

Überlegen Sie außerdem, welches Material Sie verwenden möchten. Grundsätzlich stehen drei Varianten zur Wahl:

  • Betonmauersteine: Gleichmäßige Maße, einfach zu verarbeiten, günstig und langlebig. Ideal für gerade Mauern und Einsteiger.
  • Natursteine: Optisch ansprechend und sehr langlebig, unregelmäßige Formen erfordern jedoch mehr Erfahrung beim Setzen. Eine Gartenmauer aus Naturstein wirkt besonders natürlich und fügt sich harmonisch in bepflanzte Gärten ein.
  • Trockenmauer: Wird ohne Mörtel aus Natursteinen oder speziellen Trockenmauersteinen geschichtet. Ökologisch wertvoll und geeignet für niedrige Einfassungen und Böschungssicherungen.

Für gemörtelte Gartenmauern benötigen Sie neben den Steinen einen geeigneten Mörtel für den Außenbereich, Schotter für den Unterbau, geeigneten Fundamentbeton sowie das passende Werkzeug. Wer Steine kürzen muss, braucht zusätzlich einen Trennschleifer mit Steinscheibe oder einen Steinmeißel mit Hammer.

Werkzeug- und Hilfsmittelliste

  • Spaten, Schaufel und Schubkarre für Erdarbeiten
  • Handstampfer oder Rüttelplatte zum Verdichten des Unterbaus
  • Mörtelkübel und Rührquirl bzw. Rührwerk zum Anmischen
  • Maurerkelle und Fugenkelle
  • Wasserwaage (kurz und lang) sowie Richtlatte
  • Richtschnur mit Pflöcken oder Schnurgerüst für jede Lage
  • Gummihammer zum Ausrichten der Steine
  • Zollstock, Bleistift und Winkel
  • Winkelschleifer/Steintrenner mit passender Diamantscheibe, Schutzbrille, Gehörschutz, Staubmaske und Handschuhe

Baugenehmigung: Was ist erlaubt?

Die Frage nach der Baugenehmigung hängt von Ihrem Bundesland sowie der geplanten Höhe ab. In den meisten Bundesländern sind freistehende Gartenmauern bis zu einer Höhe von 1,00 m bis 1,80 m genehmigungsfrei – die genauen Grenzen variieren je nach Landesbauordnung. Wichtig ist außerdem der Grenzabstand: Mauern direkt an der Grundstücksgrenze unterliegen besonderen Regelungen. Im Zweifelsfall lohnt eine Anfrage beim Bauamt – das spart spätere Diskussionen mit Nachbarn oder Behörden.

Das Fundament: Basis jeder langlebigen Gartenmauer

Das Fundament ist das wichtigste Element. Ohne ein solides, frostfrei gegründetes Fundament wird selbst die sorgfältigste Mauerarbeit früher oder später durch Frost, Bodenbewegungen oder Setzungen beschädigt. Fundamente sind grundsätzlich frostfrei zu gründen; als Faustregel gilt häufig eine Tiefe von etwa 80 cm, in rauen Lagen regional auch mehr. Maßgeblich sind immer die Boden- und Klimabedingungen vor Ort.

Für Gartenmauern wird in der Regel ein Streifenfundament angelegt – ein durchgehender Betonstreifen unter der gesamten Mauer. Als Faustregel wird das Fundament breiter als die Mauer ausgeführt, mit seitlichem Überstand. Die konkrete Breite richtet sich nach Mauerdicke, Höhe und Baugrund: Für leichte, niedrige Gartenmauern reicht meist ein moderater Überstand auf jeder Seite; bei höheren Mauern oder weniger tragfähigem Boden ist mehr Breite vorzusehen.

Streifenfundament anlegen – Schritt für Schritt

  1. Verlauf abstecken: Markieren Sie den Mauerverlauf mit Schnur und Pflöcken. Prüfen Sie Winkel und Maße sorgfältig.
  2. Graben ausheben: Heben Sie den Graben bis in frostfreie Tiefe aus (Faustregel ca. 80 cm, regional mehr). Die Breite entspricht der geplanten Mauerbreite plus seitlichem Überstand.
  3. Schotterschicht einbringen: Füllen Sie den Graben mit einer 10 bis 15 cm starken Schotterschicht (z. B. Körnung 16/32) und verdichten Sie diese gründlich mit Handstampfer oder Rüttelplatte. Die Schotterschicht verbessert die Drainage und verhindert Staunässe unter dem Fundament.
  4. Beton einbringen: Verwenden Sie geeigneten Fundamentbeton für außen und frostbeanspruchte Bauteile. Bei Sackware halten Sie die Herstellerangaben zu Wasserzugabe und Schichtdicke ein. Füllen Sie den Graben bis zur gewünschten Fundamenthöhe. Die Oberkante des Fundaments sollte einige Zentimeter unter der späteren Geländeoberkante liegen, damit die erste Steinreihe nicht im Spritzwasserbereich beginnt.
  5. Oberfläche abziehen: Ziehen Sie die Betonoberfläche mit einer Richtlatte glatt und waagerecht ab. Prüfen Sie mit der Wasserwaage – das erleichtert das Setzen der ersten Steinreihe erheblich.
  6. Aushärten lassen: Beginnen Sie mit dem Mauern erst, wenn das Fundament ausreichend erhärtet und tragfähig ist. Die Mindestwartezeit richtet sich nach den Produktangaben, bei kühler Witterung ist sie deutlich länger anzusetzen. Schützen Sie frischen Beton bei Hitze vor zu schnellem Austrocknen und bei Regen vor Auswaschen.

Ein Hinweis zu Gartenmauern mit Gefälle: Wenn das Gelände nicht eben ist, kann das Fundament in Stufen angelegt werden. Jede Stufe sollte mindestens eine Steinlänge lang sein, damit die Überlappung der Steinreihen gewährleistet bleibt. Damit das Fundament dauerhaft trocken bleibt, lohnt sich außerdem ein Blick auf das Thema Fundament abdichten – besonders bei feuchten Böden oder hohem Grundwasserstand.

Mörtel: das passende Produkt für den Außenbereich

Für das Mauern im Außenbereich benötigen Sie einen geeigneten Mauermörtel. Für DIY ist werksgemischter Mauermörtel für Außenanwendungen am sichersten – Mischung und Zusätze sind aufeinander abgestimmt. Wählen Sie den Mörtel passend zu Steinart und Einsatzbereich und beachten Sie die Herstellerangaben zu Wasserzugabe, Schichtdicke und Verarbeitungszeit. Bei Naturstein und ausblühkritischen Oberflächen kann ein dafür geeigneter Mauermörtel (z. B. mit Trass) vorteilhaft sein. Entscheidend ist die Freigabe des Mörtels für den gewählten Stein und den Außenbereich.

Die Konsistenz des Mörtels ist entscheidend: Er sollte standfest, aber gut streichfähig sein und nicht von der Kelle laufen. Mischen Sie immer nur so viel an, wie Sie innerhalb der vom Hersteller angegebenen Verarbeitungszeit verarbeiten können. Bereits angesteifter Mörtel darf nicht durch erneute Wasserzugabe „aufgefrischt" werden – er verliert dadurch seine Haftung und Festigkeit.

Beachten Sie die Verarbeitungstemperaturen: Mörtel darf weder bei Frost noch bei extremer Hitze und direkter Sonneneinstrahlung verarbeitet werden. Die optimale Verarbeitungstemperatur liegt in der Regel zwischen +5 °C und +30 °C; bei Frostgefahr innerhalb der nächsten Tage nicht mauern. Bei Hitze, starker Sonne oder Wind die Steine vor dem Setzen leicht anfeuchten, damit sie dem Mörtel nicht zu schnell das Wasser entziehen, und das frische Mauerwerk vor zu schnellem Austrocknen schützen (z. B. mit feuchten Tüchern oder Folie beschatten). Nach dem Mauern das Werk vor Schlagregen, Frost und direkter Sonne schützen, bis der Mörtel ausreichend erhärtet ist. Wer tiefer in die Materialkunde einsteigen möchte, findet im Norax-Sortiment auch Zement für individuelle Mischungen und spezielle Anwendungen.

Gartenmauer mauern: Schritt für Schritt zum fertigen Mauerwerk

Wenn das Fundament ausreichend erhärtet ist, beginnt die eigentliche Mauerarbeit. Nehmen Sie sich für die erste Steinreihe besonders viel Zeit – sie ist die Grundlage für alle weiteren Lagen und bestimmt, ob die Mauer am Ende gerade und lotrecht steht.

Schnurgerüst und Vorbereitung

Spannen Sie eine Richtschnur entlang der geplanten Mauerfront. Die Schnur markiert die Außenkante der ersten Steinreihe und wird für jede weitere Lage in Höhe der Lagerfuge nachgespannt. Ein einfaches Schnurgerüst aus Holzpflöcken an den Mauerenden erleichtert das Umsetzen der Schnur. Legen Sie sich Werkzeug, Mörtelkübel, Wasser und einen Vorrat an Steinen so zurecht, dass Sie zügig arbeiten können.

Erste Steinreihe setzen

Beginnen Sie an den Ecken oder Enden der Mauer. Tragen Sie auf das Fundament ein gleichmäßiges Mörtelbett auf (Richtwert ca. 2 bis 3 cm, je nach Stein und Herstellerangabe). Setzen Sie den ersten Stein und klopfen Sie ihn mit dem Gummihammer vorsichtig in den Mörtel. Prüfen Sie mit der Wasserwaage in Längs- und Querrichtung, ob der Stein waagerecht liegt und ob die Außenkante an der Richtschnur fluchtet. Setzen Sie dann den nächsten Stein und füllen Sie die Stoßfuge mit Mörtel (Richtwert für übliche Mauersteine ca. 10–12 mm), bevor Sie ihn endgültig ausrichten. Arbeiten Sie sich Stein für Stein entlang der Schnur vor und prüfen Sie regelmäßig Lot und Flucht.

Lager- und Stoßfugen vollfugig ausbilden

Achten Sie auf vollfugige Lager- und Stoßfugen ohne Hohlstellen. Hohle Fugen sind Schwachstellen, in die Wasser eindringen kann. Als Richtwert sind Fugen bei üblichen Mauersteinen gleichmäßig ca. 10–12 mm stark; halten Sie sich an die Herstellerangaben zum Stein. Überschüssigen Mörtel sofort mit der Kelle abnehmen und – je nach späterer Fugentechnik – die Fugen entweder bündig glattziehen oder leicht auskratzen, wenn nachträglich verfugt werden soll.

Verband einhalten

Beim Mauern ist der Mauerverband entscheidend für die Stabilität. Die Fugen der oberen Steinreihe dürfen nicht über den Fugen der unteren Reihe liegen. Verschieben Sie jede neue Lage um mindestens ein Drittel der Steinlänge, klassisch im Halbverband (Läuferverband) um eine halbe Steinlänge. Durchgehende senkrechte Fugen schwächen die Mauer und sind zu vermeiden. Bei zweischaligen Mauern werden zusätzlich Bindersteine quer zur Mauerrichtung eingebaut, die beide Schalen verbinden.

Weitere Steinreihen aufbauen

Für jede neue Steinreihe versetzen Sie die Richtschnur um eine Lagenhöhe nach oben. Tragen Sie das Mörtelbett gleichmäßig auf, setzen Sie die Steine im Verband und prüfen Sie regelmäßig mit Wasserwaage und Richtlatte, ob die Mauer lotrecht und waagerecht bleibt. Kontrollieren Sie nach jeder Lage zusätzlich die Flucht über die gesamte Mauerlänge. Wischen oder kratzen Sie überschüssigen Mörtel aus den Fugen, bevor er vollständig aushärtet.

Müssen Steine gekürzt werden, nutzen Sie einen Trennschleifer mit Diamantscheibe für Stein oder einen Steinmeißel. Beim Trennschleifer unbedingt Schutzbrille, Gehörschutz und Atemschutz tragen.

Mauerkrone und Abdeckung

Die Mauerkrone schützt das Mauerwerk vor eindringendem Wasser. Ohne saubere Abdeckung dringt Niederschlag in die Fugen ein, gefriert im Winter und sprengt das Gefüge auf. Schützen Sie die Mauerkrone mit Abdeckplatten aus Beton oder Naturstein oder mit einer sauber ausgebildeten obersten Lage. Günstig sind ein leichter seitlicher Überstand und ein leichtes Gefälle bzw. eine Tropfkante, damit Wasser ablaufen kann und nicht an der Mauerfläche herunterläuft. Verfugen Sie die Abdeckung sorgfältig mit witterungs- und frostbeständigem Fugenmörtel.

Verfugen: Optik und Schutz in einem Schritt

Sobald das Mauerwerk ausreichend abgebunden hat (Richtwert oft 24 bis 48 Stunden, abhängig von Witterung und Produkt), können die Fugen fertig ausgearbeitet werden. Kratzen Sie den Mörtel in den Fugen ca. 1 bis 1,5 cm tief aus, sofern Sie nicht ohnehin nachträglich verfugen. Tragen Sie einen witterungsbeständigen Fugenmörtel ein und streichen Sie die Fugen glatt oder leicht konkav aus. Eine konkave Fuge leitet Wasser besser ab als eine bündige oder vorspringende Fuge.

Für Natursteinmauern empfiehlt sich ein farblich passender, für den Stein freigegebener Fugenmörtel. Reinigen Sie Mörtelreste auf den Steinflächen noch im frischen Zustand mit einem feuchten Schwamm – ausgehärteter Mörtel lässt sich oft nur mit Säurereiniger entfernen, was bei empfindlichen Natursteinen zu Schäden führen kann. Schützen Sie die frische Verfugung mehrere Tage vor Schlagregen, Frost und direkter Sonne. Zeigen sich nach dem Trocknen weiße Ablagerungen auf der Mauerfläche, lesen Sie am besten unseren Beitrag zum Thema Ausblühungen entfernen – dort erfahren Sie, wie Sie die Salzausblühungen wirkungsvoll und materialschonend beseitigen.

Gartenmauer aus Naturstein: Besonderheiten

Natursteine sind in Form und Größe unregelmäßig, was das Mauern anspruchsvoller macht. Der Grundsatz lautet: Ein Stein liegt auf zwei Steinen, zwei Steine liegen auf einem Stein. So entsteht der nötige Verband und durchgehende Fugen werden vermieden. Sortieren Sie die Natursteine vor dem Mauern nach Größe und Form. Große, flache Steine eignen sich gut als Lagersteine, kleinere Steine als Zwickel zum Ausgleichen. Wählen Sie einen für Naturstein freigegebenen Mauermörtel, um Ausblühungen und Verfärbungen zu vermeiden.

Trockenmauer: die mörtelfreie Alternative

Eine Trockenmauer wird ohne Mörtel gebaut. Die Steine werden so geschichtet, dass sie sich gegenseitig stützen und durch ihr Eigengewicht stabil bleiben. Trockenmauern sind ökologisch besonders wertvoll, da die offenen Fugen Lebensraum für viele Tierarten bieten. Sie eignen sich gut für niedrige Einfassungen bis etwa 60 bis 80 cm Höhe sowie als Böschungssicherung.

Auch für die Trockenmauer ist ein stabiles Fundament aus verdichtetem Schotter notwendig. Die Steine werden leicht nach hinten geneigt gesetzt (Anzug), damit die Mauer durch ihr Eigengewicht in den Hang drückt. Hinter der Trockenmauer sollte eine drainfähige Hinterfüllung aus grobem Schotter eingebracht werden, die überschüssiges Wasser ableitet.

Stützwand: Hinterfüllung, Drainage und Lastgrenzen

Stützwände unterscheiden sich grundlegend von freistehenden Gartenmauern: Sie nehmen Erddruck auf und müssen für eine zuverlässige Entwässerung sorgen. Folgende Punkte sind für DIY-Stützwände in moderater Höhe wichtig:

  • Hinterfüllung: Hinter der Wand eine kapillarbrechende, drainfähige Hinterfüllung aus grobem Kies oder Schotter einbauen (mindestens ca. 20–30 cm Breite). Keine bindigen Böden (Lehm, Ton) direkt an die Wand schütten – sie halten Wasser und erzeugen Druck.
  • Filteraufbau: Zwischen Erdreich und Drainagekörper ein Filtervlies einlegen, damit Feinanteile nicht in die Drainage einschlämmen und sie langfristig zusetzen.
  • Entwässerung am Wandfuß: Am Mauerfuß ein Drainagerohr mit Gefälle verlegen und an einen Ablauf, eine Sickerstelle oder einen Schacht anschließen. Zusätzlich können Speier (Ablauföffnungen) in der Wand vorgesehen werden, durch die Wasser nach vorne abfließt.
  • Höhe und Statik: Bei höheren oder lastbeanspruchten Stützwänden (z. B. wenn Verkehrsflächen, Mauern, schwere Pflanzkübel oder Hangwasser einwirken) ist eine statische Planung erforderlich. Im Zweifel Fachplaner hinzuziehen – das gilt insbesondere bei Wänden über üblichen DIY-Höhen.
  • Frostschutz und Gründung: Wie bei freistehenden Mauern frostfrei gründen und auf tragfähigen Baugrund achten.

Gabionen – mit Steinen gefüllte Drahtkörbe – sind eine weitere Möglichkeit, Böschungen zu sichern. Sie sollten auf einer verdichteten Schotterschicht stehen und brauchen bei größeren Höhen ebenfalls eine fachgerechte Hinterfüllung mit Filtervlies. Wer seine Stützwand oder erdberührte Mauer zusätzlich vor Feuchtigkeit schützen möchte, findet im Bereich Bauwerksabdichtung geeignete Systeme für erdberührte Bauteile gemäß DIN 18533.

Häufige Fehler beim Gartenmauer selber mauern – und wie Sie sie vermeiden

  • Fundament zu flach: Immer frostfrei gründen, in rauen Lagen tiefer.
  • Kein Verband: Durchgehende Fugen schwächen die Mauer erheblich.
  • Mörtel falsch verarbeitet: Herstellerangaben zu Wasserzugabe und Verarbeitungszeit beachten; angesteiften Mörtel nicht nachwässern.
  • Keine Richtschnur: Ohne Schnur und Lotkontrolle wird die Mauer schief. Schnur für jede Lage neu spannen.
  • Keine Mauerabdeckung: Ohne saubere Krone dringt Wasser ein und verursacht Frostschäden.
  • Fehlende Drainage und Hinterfüllung bei Stützwänden: Wasserdruck ist eine der häufigsten Schadensursachen.
  • Mangelnder Schutz frischer Arbeit: Schlagregen, Frost oder pralle Sonne in den ersten Tagen können Mörtel und Fugen dauerhaft schwächen.

Pflege und Reparaturen

Eine fachgerecht gebaute Gartenmauer ist langlebig, sollte aber regelmäßig kontrolliert werden. Prüfen Sie Fugen und Mauerkrone jährlich auf Risse, lose Stellen oder beschädigte Abdeckplatten. Schadhafte Fugen rechtzeitig auskratzen und neu verfugen, damit kein Wasser ins Mauerwerk eindringt. Bewuchs aus Moos, Algen oder Pflanzen in den Fugen vorsichtig entfernen; aggressive Hochdruckreiniger nur mit Bedacht einsetzen, da sie weiche Fugen ausspülen können. Bei Stützwänden zusätzlich die Funktion der Drainage und der Speier kontrollieren. Wer die Mauer nach der Reinigung optisch auffrischen oder vor weiterer Durchfeuchtung schützen möchte, findet im Norax-Sortiment geeignete Farben und Beschichtungen für den Außenbereich. Für einen umfassenden Schutz der gesamten Mauerfläche vor eindringender Feuchtigkeit empfiehlt sich außerdem ein Blick auf unseren Beitrag zum Thema Gartenmauer abdichten.

Häufige Fragen zum Gartenmauer selber mauern

Fundamente sind frostfrei zu gründen. Als Faustregel werden in Deutschland häufig etwa 80 cm Tiefe angesetzt, in rauen Lagen regional auch mehr. Maßgeblich sind Boden- und Klimabedingungen vor Ort. Unter dem Beton empfiehlt sich eine 10 bis 15 cm starke verdichtete Schotterschicht als Drainage. Die Fundamentbreite richtet sich nach Mauerdicke, Höhe und Baugrund: Bei leichten, niedrigen Gartenmauern reicht ein moderater Überstand, bei höheren Mauern entsprechend mehr.

Die zulässige Höhe einer Gartenmauer ohne Baugenehmigung ist in Deutschland nicht bundeseinheitlich geregelt, sondern richtet sich nach der jeweiligen Landesbauordnung. In vielen Bundesländern sind freistehende Mauern bis zu einer Höhe von 1,00 m bis 1,80 m genehmigungsfrei. Auch der Grenzabstand spielt eine Rolle. Informieren Sie sich vor Baubeginn bei Ihrer zuständigen Gemeinde oder dem lokalen Baurechtsamt.

Für DIY ist werksgemischter Mauermörtel für Außenanwendungen am sichersten, da Mischung und Zusätze aufeinander abgestimmt sind. Wählen Sie den Mörtel passend zu Steinart und Einsatzbereich und halten Sie die Herstellerangaben zu Wasserzugabe, Schichtdicke und Verarbeitungszeit ein. Bei Naturstein oder ausblühkritischen Oberflächen kann ein dafür geeigneter Mauermörtel vorteilhaft sein. Verarbeiten Sie Mörtel nicht bei Frost und nicht bei extremer Hitze; in der Regel liegt der Verarbeitungsbereich zwischen +5 °C und +30 °C.

Ja, eine Trockenmauer wird ohne Mörtel errichtet. Die Steine werden so geschichtet, dass sie sich gegenseitig stützen. Trockenmauern eignen sich gut für niedrige Einfassungen bis etwa 60 bis 80 cm Höhe sowie für Böschungssicherungen. Auch hier ist ein stabiles Fundament aus verdichtetem Schotter notwendig. Die Steine werden leicht nach hinten geneigt gesetzt, damit die Mauer in den Hang drückt. Hinter einer böschungssichernden Trockenmauer sollte eine drainfähige Hinterfüllung aus grobem Schotter eingebaut werden.

Beim Mauern im Verband dürfen die Fugen der oberen Steinreihe nicht über den Fugen der unteren Reihe liegen. Jede neue Lage wird um mindestens ein Drittel der Steinlänge versetzt; der klassische Halb- oder Läuferverband versetzt um eine halbe Steinlänge. Durchgehende senkrechte Fugen sind unbedingt zu vermeiden. Bei zweischaligen Mauern werden zusätzlich Bindersteine quer zur Mauerrichtung eingebaut, um beide Schalen zu verbinden. Lager- und Stoßfugen sollten vollfugig ausgebildet und Lot, Waage und Flucht regelmäßig kontrolliert werden.

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