
Warum die regelmäßige Grabsteinreinigung so wichtig ist
Ein Grabstein steht jahrzehntelang im Freien – Wind, Regen, Frost und biologisches Wachstum hinterlassen ihre Spuren. Algen, Moos, Flechten und Vogelkot setzen sich auf der Oberfläche fest und können das Material langfristig optisch und strukturell beeinträchtigen, wenn sie nicht regelmäßig entfernt werden. Besonders poröse Gesteine wie Sandstein nehmen Feuchtigkeit auf, was Verwitterungsprozesse beschleunigen kann. Aber auch dichte Materialien wie Granit oder polierter Marmor verlieren ohne Pflege ihren Glanz und wirken vernachlässigt.
Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Vorgehen, den passenden Reinigungsmitteln und etwas Sorgfalt lässt sich ein Grabstein zuverlässig reinigen und dauerhaft in einem würdevollen Zustand halten. Das ist keine Arbeit, die zwingend einem Steinmetz überlassen werden muss – wer die Materialeigenschaften kennt und methodisch vorgeht, erzielt ausgezeichnete Ergebnisse. Maßgeblich ist immer, dass das gewählte Reinigungs- und Pflegemittel ausdrücklich für den jeweiligen Naturstein freigegeben ist.
Das Material bestimmt die Methode: Granit, Marmor, Sandstein und weitere Gesteine
Bevor Sie mit der Reinigung beginnen, sollten Sie das Material Ihres Grabsteins kennen. Die Reinigungsmethode richtet sich immer nach der konkreten Gesteinsart und Oberflächenbearbeitung. Neben Granit, Marmor und Sandstein kommen in der Praxis auch Kalkstein, Gneis, Basalt, Schiefer, Kunststein oder Betonwerkstein vor. Bei unbekanntem Material sollten Sie zuerst an einer unauffälligen Stelle testen und ausschließlich materialfreigegebene Reiniger einsetzen.
Granit: robust und vielseitig in der Oberfläche
Granit gehört zu den härtesten und dichtesten Natursteinen und ist deshalb der am häufigsten verwendete Werkstoff für Grabsteine. Granit-Grabsteine können poliert, geschliffen, geflammt, gebürstet oder satiniert sein. Je glatter die Oberfläche, desto leichter lässt sich Schmutz meist entfernen; das Wasseraufnahmeverhalten hängt jedoch auch von Bearbeitung und eventueller Imprägnierung ab. Im Laufe der Zeit setzen sich Algen, Flechten und Grünbelag in Mikrorissen und an strukturierten Oberflächen fest.
Für Grabsteine aus Granit sind milde, materialgeeignete Steinreiniger sinnvoll. Saure Hausmittel sind zu vermeiden, weil sie je nach Oberfläche, vorhandener Schutzbehandlung und Produktformulierung die Oberfläche optisch beeinträchtigen oder Rückstände verursachen können. Maßgeblich ist die Freigabe des Reinigers für den konkreten Naturstein. Granit ist als silikatisches Gestein zwar nicht generell säureempfindlich wie kalkhaltige Steine, doch die Politur, Imprägnierung oder Begleitminerale können sehr wohl reagieren.
Marmor: edel, aber säureempfindlich
Marmor ist ein metamorpher Kalkstein und reagiert sehr empfindlich auf Säuren. Selbst schwach saure Hausmittel wie Essig oder Zitronensaft lösen die Oberfläche des Steins chemisch an – das Ergebnis sind matte Flecken, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen. Grabsteine aus Marmor werden ausschließlich mit pH-neutralen, für Marmor freigegebenen Reinigern gereinigt. Mechanische Reinigung mit harten Bürsten ist ebenfalls zu vermeiden, da polierter Marmor schnell Kratzer bekommt. Weiche Bürsten oder Schwämme sind hier das Mittel der Wahl. Das gilt sinngemäß auch für andere kalkhaltige Gesteine wie hellen Kalkstein oder Travertin.
Sandstein: porös und besonders pflegebedürftig
Sandstein ist das empfindlichste der gängigen Grabstein-Materialien. Er ist porös, nimmt Wasser leicht auf und reagiert sowohl auf Säuren als auch auf starke Laugen. Aggressive Reinigungsmittel jeder Art sind bei Sandstein tabu. Auch der Hochdruckreiniger ist hier ungeeignet – der Wasserdruck kann die Oberfläche abtragen und die Struktur des Steins dauerhaft schädigen. Sandstein wird ausschließlich mit klarem Wasser und einem sehr milden, pH-neutralen Spezialreiniger sowie einer weichen Bürste gereinigt. Hartnäckige Verschmutzungen erfordern Geduld und mehrere Reinigungsdurchgänge.
Weitere Gesteine: Schiefer, Basalt, Gneis und Kunststein
Schiefer ist blättrig aufgebaut und reagiert empfindlich auf starke mechanische Belastung; Basalt ist dicht und robust, kann jedoch je nach Bearbeitung empfindliche Begleitminerale enthalten. Gneis verhält sich ähnlich wie Granit, kann aber je nach Schichtung anders auf Reiniger reagieren. Kunststein und Betonwerkstein wirken massiv, sind aber durch die enthaltenen Zement- und Bindemittelanteile besonders säureempfindlich. In allen Fällen gilt: vorab an unauffälliger Stelle testen und nur Reiniger mit Materialfreigabe einsetzen.
Schritt für Schritt: Grabstein richtig reinigen
Eine gründliche Grabsteinreinigung folgt einem klaren Ablauf. Wer die einzelnen Schritte einhält, schont das Material und erzielt ein dauerhaft sauberes Ergebnis. Arbeiten Sie grundsätzlich in kleinen Abschnitten von etwa einem halben Quadratmeter, testen Sie jeden neuen Reiniger zuerst an einer unauffälligen Stelle und halten Sie sich strikt an die Dosier- und Einwirkangaben des Herstellers.
Schritt 1: Vorbereitung und Sichtprüfung
Bevor Sie mit der eigentlichen Reinigung beginnen, schauen Sie sich den Stein genau an. Gibt es Risse, abgeplatzte Stellen oder lockere Teile? Wenn ja, sollten diese vor der Reinigung dokumentiert und gegebenenfalls gesichert werden, damit durch Wasser oder Reinigungsmittel keine weiteren Schäden entstehen. Entfernen Sie zunächst losen Schmutz, Laub und grobe Ablagerungen trocken mit einer weichen Bürste oder einem Pinsel. Legen Sie Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille bereit, sobald Sie mit Reinigungskonzentraten arbeiten.
Schritt 2: Vorwässern
Feuchten Sie den Stein vor der Reinigung gründlich mit klarem Wasser an. Das hat zwei Vorteile: Erstens lösen sich oberflächliche Verschmutzungen bereits, zweitens verhindert das Vorwässern, dass der Stein den Reiniger zu schnell aufsaugt – das ist besonders bei porösem Sandstein wichtig. Pro Grabstein sollten Sie etwa fünf bis zehn Liter Wasser für das Vorwässern und nochmals so viel für das spätere Spülen einkalkulieren. Verwenden Sie dafür eine Gießkanne oder einen Eimer, kein Hochdruckgerät.
Schritt 3: Reiniger auftragen und einwirken lassen
Tragen Sie den für Ihr Steinmaterial geeigneten Reiniger auf die feuchte Oberfläche auf. Spezielle Steinreiniger für Grabsteine sind häufig als Konzentrat erhältlich und werden vor der Anwendung mit Wasser verdünnt – typische Verdünnungsbereiche liegen je nach Produkt zwischen 1:5 und 1:20, verbindlich ist immer die Herstellerangabe. Zu konzentrierte Lösungen können die Oberfläche angreifen, zu stark verdünnte Lösungen wirken nicht ausreichend. Übliche Einwirkzeiten liegen je nach Produkt zwischen fünf und dreißig Minuten. Halten Sie die Oberfläche während der Einwirkzeit feucht und lassen Sie den Reiniger nicht antrocknen, gegebenenfalls leicht nachfeuchten.
Schritt 4: Mechanische Reinigung mit der Bürste
Arbeiten Sie den Stein abschnittsweise mit einer geeigneten Bürste ab. Für Granit eignet sich eine weiche bis mittelweiche Kunststoff- oder Naturborstenbürste. Für Marmor, Sandstein und andere empfindliche Steine greifen Sie ausschließlich zu sehr weichen Bürsten oder Schwämmen. Arbeiten Sie in kreisenden Bewegungen und mit gleichmäßigem, leichtem Druck. Inschriften und Verzierungen reinigen Sie mit einer kleinen Handbürste, einem weichen Pinsel oder ausnahmsweise mit einer alten Zahnbürste mit weichen Borsten – so kommen Sie auch in Vertiefungen und Rillen, ohne die Kanten zu beschädigen. Vollständig ungeeignet sind Drahtbürsten, harte Scheuerschwämme, Metallschaber und Hochdruckreiniger an empfindlichen oder verwitterten Oberflächen.
Schritt 5: Gründlich abspülen
Spülen Sie den Stein nach der Reinigung gründlich mit reichlich klarem Wasser ab. Reinigungsrückstände, die auf dem Stein trocknen, können Flecken hinterlassen oder die Oberfläche langfristig angreifen. Achten Sie darauf, dass auch die Fugen und der Sockelbereich gut ausgespült werden. Ein Eimer oder eine Gießkanne reichen für diesen Schritt vollkommen aus.
Schritt 6: Trocknen lassen und Ergebnis prüfen
Lassen Sie den gereinigten Grabstein vollständig trocknen, bevor Sie das Ergebnis beurteilen. Manche Verschmutzungen, insbesondere tief eingewachsene Flechten, sind erst nach dem Trocknen vollständig sichtbar. Wenn nötig, wiederholen Sie die Reinigung an hartnäckigen Stellen in einem zweiten Durchgang oder nach einigen Tagen.
Grünbelag, Moos und Flechten: die häufigsten Verschmutzungen
Grünbelag entsteht durch Algen und Mikroorganismen, die sich auf feuchten Steinoberflächen ansiedeln. Er ist meist flächig und lässt sich mit einem geeigneten Algenentferner und einer weichen Bürste gut entfernen. Wichtig: Wählen Sie ein Produkt, das ausdrücklich für Naturstein freigegeben ist, da manche Algenentferner auf Basis von Chlor oder anderen Oxidationsmitteln empfindliche Oberflächen angreifen können.
Moos wächst bevorzugt in schattigen, feuchten Bereichen. Es haftet mit feinen Haftorganen, sogenannten Rhizoiden, an der Oberfläche und lässt sich nach dem Einweichen mit Wasser oder einem geeigneten Reiniger vorsichtig abbürsten. Entfernen Sie Moos immer von oben nach unten, damit gelöste Partikel nicht über bereits gereinigte Flächen gespült werden.
Flechten sind die hartnäckigsten Verunreinigungen auf Grabsteinen. Sie bestehen aus einer Symbiose von Pilzen und Algen und haften mit feinen Haftfäden tief in der Steinoberfläche. Flechten haften oft sehr fest. Je nach Naturstein und Reiniger werden sie zunächst eingeweicht, angelöst oder biologisch im Wachstum gehemmt. Die Entfernung erfolgt meist in mehreren schonenden Reinigungsdurchgängen mit weicher Bürste und ausreichender Einwirkzeit – planen Sie bei starkem Flechtenbefall mehrere Wochen und mindestens zwei bis drei Reinigungstermine ein.
Vogelkot und organische Ablagerungen lassen sich in der Regel mit Wasser und einem milden Reiniger gut entfernen, wenn sie frisch sind. Eingetrockneter Vogelkot sollte zunächst durch Einweichen mit Wasser aufgeweicht werden, bevor Sie ihn mechanisch entfernen. Verwenden Sie keine harten Werkzeuge, da Vogelkot bei manchen Steinen leicht Ätzspuren hinterlassen kann.
Hausmittel beim Grabstein reinigen: was wirklich hilft – und was schadet
Im Internet kursieren viele Empfehlungen für Hausmittel zur Grabsteinreinigung. Einige davon sind tatsächlich brauchbar, andere können erheblichen Schaden anrichten. Hier ein sachlicher Überblick:
Wasser: immer die erste Wahl
Klares Wasser ist das schonendste und universellste Reinigungsmittel für Grabsteine. Für leichte Verschmutzungen und zur regelmäßigen Pflege reicht Wasser oft vollkommen aus. Verwenden Sie möglichst weiches Wasser, da hartes Wasser Kalkflecken hinterlassen kann. Auf dem Friedhof bietet sich häufig das Wasser der Gießstelle an; achten Sie aber darauf, ob es sich um Brauchwasser handelt, das gegebenenfalls mehr Mineralien enthält.
Spülmittel: bedingt geeignet
Ein paar Tropfen mildes Spülmittel im Putzwasser können bei leichten Verschmutzungen helfen. Spülmittel ist in der Regel pH-neutral bis leicht alkalisch und für viele Steinarten unbedenklich. Allerdings ist die Reinigungswirkung bei Algen, Moos und Flechten sehr begrenzt – hier sind spezielle Steinreiniger deutlich effektiver. Spülen Sie gründlich nach, damit keine Tensidrückstände auf dem Stein verbleiben.
Essig und Zitronensäure: für viele Steine ungeeignet
Essig und Zitronensäure sind saure Hausmittel, die bei Marmor, Kalkstein und anderen kalkhaltigen Steinen die Oberfläche chemisch angreifen. Das Ergebnis sind irreversible Mattflecken und eine aufgeraute Oberfläche, die noch schneller verschmutzt. Bei Granit ist die Gefahr je nach Oberfläche, Schutzbehandlung und Produktformulierung geringer, jedoch nicht ausgeschlossen. Für Sandstein und Kunststein sind sie ebenfalls ungeeignet. Fazit: Essig und Zitronensäure haben bei der Grabsteinreinigung nichts zu suchen.
Chlor und Bleichmittel: riskant und nicht empfehlenswert
Chlorhaltige Reiniger wirken zwar gegen Algen und Moos, können aber die Steinoberfläche angreifen, Verfärbungen verursachen und sind umweltschädlich. Auf einem Friedhof, wo Reinigungswasser in den Boden und in Pflanzbeete abläuft, sollten chlorhaltige Mittel grundsätzlich vermieden werden. Spezielle biologisch abbaubare Steinreiniger sind die deutlich bessere Wahl.
Häufige Fehler bei der Grabsteinreinigung
Viele Grabsteine werden nicht durch Vernachlässigung, sondern durch falsche Reinigung beschädigt. Die häufigsten Fehler im Überblick:
- Hochdruckreiniger bei empfindlichen Steinen: Ein Hochdruckreiniger ist für Marmor, Sandstein, Schiefer und alle verwitterten oder beschädigten Steine ungeeignet. Der Wasserdruck trägt Material ab und treibt Feuchtigkeit tief in den Stein.
- Falsche Reinigungsmittel: Säurehaltige Mittel auf Kalkstein, chlorhaltige Mittel auf empfindlichen Oberflächen – die Wahl des falschen Reinigers richtet mehr Schaden an als der ursprüngliche Schmutz.
- Zu harte Werkzeuge: Drahtbürsten, Metallschaber oder grobe Scheuerpads zerkratzen polierte Oberflächen und hinterlassen Spuren, die sich nicht mehr entfernen lassen.
- Reinigung bei Frost oder Hitze: Wenn Wasser in den Stein eindringt und gefriert, entstehen Frostschäden. Bei direkter Sonneneinstrahlung trocknet der Reiniger zu schnell und hinterlässt Schlieren. Ideal sind bewölkte, mäßig warme Tage.
- Reinigungsmittel nicht vollständig abspülen: Rückstände von Reinigern können die Oberfläche langfristig schädigen und neue Verschmutzungen begünstigen.
- Inschriften zu aggressiv reinigen: Vergoldete oder farbig gefasste Inschriften reagieren empfindlich auf Reinigungsmittel und mechanischen Druck. Hier nur mit klarem Wasser und einem weichen Pinsel arbeiten.
- Kein Vorab-Test: Wer einen neuen Reiniger direkt großflächig aufträgt, riskiert irreversible Schäden. Testen Sie jedes neue Produkt zuerst an einer unauffälligen Stelle.
Sicherheits- und Umwelthinweise
Beim Arbeiten mit Steinreinigern gilt es, sich selbst, den Stein und die Umgebung zu schützen. Tragen Sie Schutzhandschuhe und bei Spritzgefahr eine Schutzbrille. Atmen Sie keine Reinigerdämpfe ein und arbeiten Sie bei stark wirkenden Konzentraten nicht ohne Belüftung. Decken Sie angrenzende Pflanzen oder empfindliche Beete gegebenenfalls mit Folie ab, damit Reiniger und Spülwasser nicht ungefiltert in die Bepflanzung gelangen. Entsorgen Sie leere Gebinde und Reste gemäß den Angaben des Herstellers, niemals über den Hausmüll oder die Kanalisation, sofern das Produkt das nicht ausdrücklich erlaubt. Bevorzugen Sie auf dem Friedhof biologisch abbaubare Produkte.
Imprägnierung nach der Reinigung: sinnvoll oder nicht?
Nach einer gründlichen Reinigung stellt sich die Frage, ob eine Imprägnierung sinnvoll ist. Eine Imprägnierung dringt in die Poren des Steins ein und bildet eine wasserabweisende Schutzschicht, ohne die Optik der Oberfläche wesentlich zu verändern. Sie kann das erneute Anwachsen von Algen und Moos verlangsamen, weil Feuchtigkeit schlechter eindringt – eine vollständige Verhinderung ist allerdings nicht möglich.
Für Sandstein und andere poröse Natursteine ist eine Imprägnierung nach der Reinigung in vielen Fällen empfehlenswert. Sie kann die Reinigungsintervalle verlängern und das Risiko von Frostschäden reduzieren. Für dichten Granit ist der zusätzliche Nutzen geringer. Marmor und Kalkstein können ebenfalls imprägniert werden, allerdings sollte das Produkt ausdrücklich für den jeweiligen Stein freigegeben sein.
Wichtig: Der Stein muss vor der Imprägnierung vollständig trocken sein – das kann je nach Witterung mehrere Tage dauern. Tragen Sie die Imprägnierung gleichmäßig nach Herstellerangabe auf und wischen Sie Überschüsse ab, bevor sie eintrocknen. Imprägnierungen sind keine dauerhafte Lösung und müssen je nach Produkt und Belastung in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Pauschale Schutzversprechen gibt es nicht; verbindlich sind die Angaben des jeweiligen Herstellers.
Nachpflege und Reinigungsintervalle
Damit der Grabstein zwischen den großen Reinigungen gepflegt bleibt, hilft eine schonende Unterhaltsreinigung. Wischen Sie den Stein bei Bedarf mit klarem Wasser und einem weichen Schwamm oder einer weichen Bürste ab, entfernen Sie regelmäßig Laub, Blüten und andere organische Auflagerungen und kontrollieren Sie schattige, dauerhaft feuchte Bereiche häufiger auf beginnenden Moos- oder Algenbefall. Je früher Sie reagieren, desto schonender bleibt die Reinigung.
Als grobe Orientierung hat sich folgendes Intervall bewährt: eine gründliche Reinigung im Frühjahr, eine zweite vor dem Winter sowie kurze Pflegegänge je nach Standort und Witterung mehrmals pro Jahr. An exponierten Standorten mit viel Vogelflug, unter Bäumen oder an Nordseiten kann häufigere Pflege sinnvoll sein.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Grabsteinreinigung?
Die beste Zeit für eine gründliche Grabsteinreinigung ist das Frühjahr, wenn der Winter vorbei ist und die Temperaturen dauerhaft über dem Gefrierpunkt liegen. Dann können Sie Winterschäden begutachten, Moos und Algen entfernen, die sich über die feuchten Wintermonate angesammelt haben, und den Stein für die warme Jahreszeit vorbereiten.
Eine zweite Reinigung im Herbst, vor dem ersten Frost, ist ebenfalls sinnvoll. So gehen Algen und Moos nicht über den Winter in den Stein und verursachen weniger Frostschäden. Vermeiden Sie Reinigungen bei direkter Sonneneinstrahlung, da Reiniger dann zu schnell trocknen und Flecken hinterlassen können. Bewölkte, mäßig warme Tage sind ideal.
Spezialfall: historische und beschädigte Grabsteine
Bei sehr alten Grabsteinen, stark verwitterten Oberflächen oder sichtbaren Rissen und Abplatzungen ist besondere Vorsicht geboten. Hier kann selbst eine schonende Reinigung mit Wasser dazu führen, dass lose Teile abbrechen oder Feuchtigkeit in Risse eindringt. In solchen Fällen empfiehlt es sich, vor der Reinigung eine Bestandsaufnahme zu machen und gegebenenfalls Risse mit einem geeigneten Steinreparaturmörtel zu schließen oder einen Steinmetz hinzuzuziehen. Passende Putz- und Mörtelsysteme für Naturstein finden Sie im Norax-Sortiment.
Auch bei Grabsteinen mit farbig gefassten Ornamenten, Vergoldungen oder aufgesetzten Metallelementen ist Zurückhaltung angebracht. Reinigen Sie solche Details ausschließlich mit klarem Wasser und einem weichen Pinsel. Aggressive Reiniger oder mechanischer Druck würden die Fassungen und Vergoldungen unwiederbringlich beschädigen.
Das richtige Zubehör für die Grabsteinreinigung
Für eine professionelle Grabsteinreinigung brauchen Sie kein aufwendiges Equipment. Folgendes Zubehör reicht für die meisten Arbeiten vollkommen aus:
- Zwei Eimer (einer für den Reiniger, einer für klares Spülwasser)
- Gießkanne für Vorwässern und Nachspülen
- Weiche bis mittelweiche Natur- oder Kunststoffbürste für Granit
- Sehr weiche Bürste oder Schwamm für Marmor, Sandstein, Kalkstein und Kunststein
- Pinsel zum trockenen Entfernen loser Ablagerungen
- Kleine Handbürste oder weiche Zahnbürste für Inschriften und Details
- Saubere Tücher zum Abnehmen von Überschüssen
- Geeigneter Steinreiniger und gegebenenfalls Imprägnierung, abgestimmt auf das Material
- Schutzhandschuhe und bei Bedarf Schutzbrille
Ungeeignet und zu vermeiden sind Drahtbürsten, harte Scheuerschwämme, Metallschaber sowie Hochdruckreiniger bei empfindlichen oder verwitterten Oberflächen. Alle notwendigen Baustoffe und Reinigungsprodukte für Naturstein finden Sie im Norax-Onlineshop – von Steinreinigern über Imprägnierungen bis hin zu Reparaturmörteln für beschädigte Oberflächen.
Häufige Fragen zur Grabsteinreinigung
Nein – Essig ist eine Säure und für die meisten Grabsteinmaterialien ungeeignet. Bei Marmor und anderen kalkhaltigen Steinen löst Essig die Oberfläche chemisch an und hinterlässt irreversible Mattflecken. Auch bei Granit können saure Mittel je nach Oberfläche, Schutzbehandlung und Produktformulierung Schäden oder Rückstände verursachen. Verwenden Sie stattdessen einen pH-neutralen Steinreiniger, der ausdrücklich für das jeweilige Material freigegeben ist.
Feuchten Sie den Stein zunächst gründlich vor, tragen Sie dann einen für Naturstein geeigneten Algen- und Grünbelagentferner auf und lassen Sie ihn die empfohlene Einwirkzeit einwirken. Anschließend arbeiten Sie die Oberfläche mit einer weichen bis mittelweichen Bürste ab und spülen gründlich mit klarem Wasser nach. Moos haftet mit feinen Haftorganen und lässt sich nach dem Einweichen vorsichtig abbürsten. Bei hartnäckigem Flechtenbefall sind mehrere schonende Durchgänge mit ausreichender Einwirkzeit notwendig.
Bei Marmor, Sandstein, Schiefer und verwitterten oder beschädigten Steinen ist der Hochdruckreiniger ungeeignet – der Wasserdruck trägt Material ab und treibt Feuchtigkeit tief in den Stein. Bei intakten, polierten Granitflächen ist ein vorsichtiger Einsatz mit niedrigem Druck und ausreichend Abstand denkbar, jedoch nicht die erste Wahl. Für alle anderen Materialien gilt: Eimer, Gießkanne und Bürste sind die schonendere und sicherere Methode.
Bei porösen Steinen wie Sandstein ist eine Imprägnierung nach der Reinigung in vielen Fällen empfehlenswert. Sie reduziert die Feuchtigkeitsaufnahme und kann das erneute Anwachsen von Algen und Moos verlangsamen, ist aber keine Dauerlösung. Der Stein muss vor der Imprägnierung vollständig trocken sein. Verwenden Sie ausschließlich Produkte mit Herstellerfreigabe für das jeweilige Steinmaterial und beachten Sie die empfohlenen Erneuerungsintervalle.
Die beste Zeit für eine gründliche Reinigung ist das Frühjahr nach dem letzten Frost sowie der Herbst vor dem ersten Frost. Reinigen Sie nie bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, da eindringendes Wasser beim Gefrieren den Stein schädigen kann. Ideal sind bewölkte, mäßig warme Tage ohne direkte Sonneneinstrahlung, damit Reiniger nicht zu schnell trocknen und Schlieren hinterlassen.
