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Horizontalsperre nachträglich einbauen: Anleitung, Methoden und Tipps

Horizontalsperre nachträglich einbauen: Feuchtes Mauerwerk mit Salzausblühungen und aufsteigender Feuchtigkeit

Feuchte Wände im Keller oder Erdgeschoss, abblätternder Putz, weiße Salzausblühungen, ein muffiger Geruch – wer diese Zeichen kennt, hat sehr wahrscheinlich ein Problem mit aufsteigender Feuchtigkeit im Mauerwerk. Besonders in Gebäuden, die vor dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurden, fehlt eine wirksame horizontale Abdichtung im Wandquerschnitt häufig vollständig. Aber auch in Bauten aus den 1950er bis 1980er Jahren kann die ursprünglich vorhandene Sperrlage durch Alterung, Setzungen oder Bauschäden ihre Funktion verloren haben. Die gute Nachricht: Eine nachträgliche Horizontalsperre lässt sich mit den richtigen Materialien und etwas handwerklichem Geschick selbst einbauen – und ist keine Maßnahme, die zwingend einem Fachbetrieb vorbehalten bleiben muss. Dieser Ratgeber erklärt, wie aufsteigende Feuchtigkeit entsteht, welche Methoden zur nachträglichen Abdichtung es gibt, wie Sie die Arbeiten Schritt für Schritt selbst durchführen und welche Fehler Sie dabei unbedingt vermeiden sollten.

Was ist eine Horizontalsperre und warum braucht man sie?

Eine Horizontalsperre ist eine Abdichtungsebene, die horizontal im Wandquerschnitt verläuft und den kapillaren Aufstieg von Feuchtigkeit aus dem Erdreich oder dem Fundament in die darüberliegenden Wandbereiche unterbricht. Im Neubau wird diese Sperrschicht üblicherweise durch zugelassene Sperrbahnen oder Sperrlagen aus bituminösen Materialien, Kunststoffbahnen oder mineralischen Systemen hergestellt und ist Bestandteil der Planung. In älteren Gebäuden fehlt sie entweder ganz oder sie ist durch Setzungen, Risse oder Materialermüdung nicht mehr funktionsfähig.

Wichtig ist die begriffliche Abgrenzung: Die Horizontalsperre gegen kapillaren Feuchtetransport ist nicht dasselbe wie eine Außenabdichtung gegen drückendes oder nicht drückendes Wasser. Erdberührte Außenabdichtungen – etwa an Kellerwänden oder Bodenplatten – richten sich nach DIN 18533 und erfordern je nach Lastfall (Bodenfeuchte, nicht stauendes Sickerwasser, aufstauendes Sickerwasser, Druckwasser) unterschiedliche Systeme. Innenabdichtungen gegen Brauch- und Spritzwasser in Nassräumen unterliegen DIN 18534. Die Horizontalsperre als Maßnahme gegen kapillaren Aufstieg ist von diesen Normbereichen konzeptionell zu trennen – sie wirkt im Wandquerschnitt selbst und nicht an der Wandoberfläche.

Ohne eine intakte Horizontalsperre kann Bodenfeuchtigkeit über das feine Kapillarsystem des Mauerwerks ungehindert aufsteigen. Mauerwerk ist kein homogenes Material: Es besteht aus Steinen und Mörtelfugen, die je nach Zusammensetzung und Zustand unterschiedlich stark kapillar aktiv sind. Alte Ziegelmauerwerke und Natursteinmauern mit Kalkmörtel sind besonders anfällig, weil ihre Poren und Kapillaren sehr fein und zahlreich sind. Die Feuchtigkeit steigt dabei nicht gleichmäßig auf, sondern folgt den kapillar aktivsten Zonen – häufig den Mörtelfugen – und kann je nach Wandaufbau und Feuchtigkeitsangebot mehrere Dezimeter oder sogar über einen Meter hoch aufsteigen.

Die Folgen sind vielfältig: Putzschäden entstehen durch Durchfeuchtung, Salztransport und Kristallisationsdruck im oberflächennahen Bereich. Salzausblühungen entstehen, weil das aufsteigende Wasser gelöste Salze aus dem Mauerwerk und dem Erdreich transportiert, die beim Verdunsten an der Oberfläche zurückbleiben. Wärmedämmung verliert ihre Wirkung, weil feuchtes Material deutlich besser wärmeleitend ist als trockenes. Schimmelbildung ist eine häufige Begleiterscheinung, weil die erhöhte Wandfeuchte zusammen mit ungünstigen Raumluftbedingungen ideale Bedingungen für Schimmelpilze schafft. Langfristig können Fugenmörtel, Putz und frostbeanspruchte Bereiche dauerhaft geschädigt werden.

Wie entsteht aufsteigende Feuchtigkeit – und wie erkennt man sie?

Der physikalische Mechanismus hinter aufsteigender Feuchtigkeit ist die Kapillarwirkung: In engen Poren und Kapillaren wirken Adhäsionskräfte zwischen Wasser und Materialoberfläche stärker als die Schwerkraft, sodass Wasser entgegen der Schwerkraft aufsteigen kann. Je feiner die Kapillaren, desto höher kann das Wasser steigen. Ziegelmauerwerk mit Kalkmörtel hat typischerweise sehr feine Kapillarstrukturen und ist daher besonders anfällig. Das kapillare Verhalten hängt vom Porengefüge des Baustoffs ab. Dichte zementgebundene Baustoffe können geringere kapillare Wasseraufnahme aufweisen als altes Ziegelmauerwerk, sind aber nicht grundsätzlich vor Feuchteeintrag geschützt.

Die Erkennungsmerkmale aufsteigender Feuchtigkeit sind in der Regel gut sichtbar: Typisch sind horizontale Feuchtigkeitsstreifen an der Wandoberfläche, die sich in einer bestimmten Höhe über dem Boden konzentrieren. Salzausblühungen – weiße, pudrige oder kristalline Ablagerungen – entstehen durch den Salztransport mit dem aufsteigenden Wasser. Abblätternder oder blasenwerfender Putz ist ein weiteres Zeichen, ebenso wie Verfärbungen und Flecken. In schweren Fällen ist die Wand im unteren Bereich dauerhaft feucht zu fühlen, und der Raum riecht modrig oder muffig.

Für eine belastbare Diagnose ist es wichtig, aufsteigende Feuchtigkeit klar von anderen Feuchtigkeitsquellen abzugrenzen. Gehen Sie dabei systematisch vor:

  • Feuchtebild entlang der Höhe dokumentieren: Aufsteigende Feuchtigkeit zeigt sich typischerweise in den untersten Wandbereichen und nimmt nach oben hin ab. Fotografieren und markieren Sie die Feuchtigkeitsgrenzen an mehreren Stellen der Wand.
  • Niederschlagsereignisse vergleichen: Aufsteigende Feuchtigkeit ist unabhängig von Regen. Wenn die Feuchtigkeit nach Regenereignissen deutlich zunimmt, kann seitlich eindringendes Schlagregenwasser oder Sickerwasser die Ursache sein.
  • Außenanschlüsse und Sockel prüfen: Kontrollieren Sie, ob Geländeanschlüsse, Sockelputz, Fensteranschlüsse und Entwässerungsrinnen intakt sind. Fehlende oder schadhafte Außenabdichtungen können Feuchtigkeit seitlich in die Wand drücken – das ist ein anderer Lastfall als kapillar aufsteigende Feuchtigkeit und erfordert andere Maßnahmen.
  • Salzbelasteten Altputz freilegen: Entfernen Sie probeweise Putz im Schadensbereich. Stark salzbelasteter, mürber Putz ist ein deutliches Indiz für langjährige Durchfeuchtung durch kapillar aufsteigendes Wasser.
  • Zwischen kapillar aufsteigender und seitlich eindringender Feuchte unterscheiden: Bei Kellerwänden kann Feuchtigkeit sowohl kapillar von unten aufsteigen als auch seitlich durch erdberührte Wandflächen eindringen. Beide Ursachen können gleichzeitig vorliegen und erfordern jeweils eigene Maßnahmen. Die Horizontalsperre wirkt nur gegen den kapillaren Aufstieg; seitlich eindringende Feuchte erfordert eine Außen- oder Innenabdichtung nach den einschlägigen Normen.
  • Kondensat ausschließen: Kondenswasser entsteht an kalten Wandflächen, wenn warme, feuchte Raumluft abkühlt. Es zeigt sich häufig flächig und verschwindet bei verbesserter Lüftung. Aufsteigende Feuchtigkeit bleibt dagegen auch bei guter Belüftung bestehen.
  • Leckagen prüfen: Undichte Wasser- oder Abwasserleitungen können lokale Durchfeuchtungen erzeugen, die aufsteigender Feuchtigkeit ähneln. Prüfen Sie alle Leitungen im betroffenen Bereich.

Zur genaueren Diagnose empfiehlt sich eine Feuchtemessung mit einem geeigneten Messgerät. Widerstandsmessgeräte liefern schnelle Orientierungswerte, sind aber bei stark salzhaltigen Wänden fehleranfällig, weil Salze die elektrische Leitfähigkeit erhöhen und zu überhöhten Messwerten führen. Für eine belastbare Diagnose kann eine gravimetrische Feuchtemessung (Darr-Methode) sinnvoll sein, bei der Wandproben entnommen und im Labor gewogen werden. Für die meisten Sanierungsprojekte im Eigenheim reicht jedoch eine sorgfältige Sichtprüfung kombiniert mit einer Widerstandsmessung als Ausgangsbasis.

Methoden der nachträglichen Horizontalsperre im Überblick

Für die nachträgliche Herstellung einer Horizontalsperre gibt es mehrere etablierte Verfahren, die sich in Aufwand, Eignung und Wirkprinzip unterscheiden. Die Wahl der richtigen Methode hängt von der Wandstärke, dem Mauerwerkstyp, dem Zugang zur Wand und dem vorhandenen Werkzeug ab.

Injektionsverfahren

Das Injektionsverfahren ist heute die am weitesten verbreitete Methode für die nachträgliche Horizontalsperre – sowohl im Handwerk als auch bei engagierten Heimwerkern. Dabei werden in regelmäßigen Abständen Bohrlöcher in die Mörtelfuge oder den Stein gebohrt und anschließend mit einem geeigneten Injektionsmittel gefüllt. Das Mittel verteilt sich im Kapillarsystem des Mauerwerks und bildet dort eine hydrophobierende oder porenverengende Wirkzone, die den kapillaren Feuchtetransport unterbricht.

Es gibt verschiedene Injektionsmittel-Typen, die sich in ihrer Wirkweise und Verarbeitung unterscheiden:

  • Silangel und Silanharze: Diese Mittel auf Basis von Silanen oder Siloxanen dringen tief in das Kapillarsystem ein und hydrophobieren die Porenwandungen. Sie verengen die Kapillaren nicht, sondern machen die Oberflächen wasserabweisend, sodass der kapillare Sog unterbrochen wird. Silanbasierte Gele und Cremes können je nach Systemfreigabe auch in feuchtem Mauerwerk eingesetzt werden. Ob das bei hohem Durchfeuchtungsgrad, Salzbelastung oder stark hohlräumigem Mauerwerk funktioniert, ist immer anhand der Produktfreigabe und des Mauerwerkstyps zu prüfen. Die Verarbeitung erfolgt je nach Produkt durch Niederdruck-Injektion oder durch einfaches Einfüllen in die Bohrlöcher.
  • Injektionscremes: Cremeförmige Produkte auf Silan-Basis werden in die Bohrlöcher eingebracht und diffundieren von dort aus in das Mauerwerk. Sie sind einfach zu verarbeiten, erfordern keine Druckausrüstung und sind daher besonders für Heimwerker geeignet. Die Wirktiefe hängt von der Wandfeuchte und der Kapillarstruktur des Mauerwerks ab. Das Injektionsmittel wird mit einer Kartuschenpresse direkt in die Bohrlöcher eingebracht; die Bohrlöcher werden anschließend nach der Reaktionszeit mit einem mineralischen Verschlussmörtel geschlossen. Die Trocknungs- und Wartezeiten sind systemabhängig und den jeweiligen Herstellerangaben zu entnehmen – in der Regel sind mehrere Wochen Wartezeit vor dem Verputzen einzuplanen. Ein im Heimwerkerbereich verbreiteter Vertreter dieser Kategorie ist MEM Trockene Wand Fix und fertig – die Cremevariante des MEM-Systems aus der Standardkartusche.
  • Flüssige Injektionsmittel mit Trichter-Verarbeitung: Niedrigviskose, häufig silanbasierte Wirkstoffe, die drucklos über Schwerkraft in die Bohrlöcher einlaufen. Statt einer Kartuschenpresse oder Druckpumpe werden Injektionstrichter in die Bohrlöcher gesteckt und mit dem Mittel gefüllt; die Flüssigkeit läuft langsam in das Mauerwerk und verteilt sich kapillar im Wandquerschnitt. Bei stark saugendem Mauerwerk wird über die Trichter so lange nachgefüllt, bis keine weitere Aufnahme mehr erfolgt – das Mauerwerk steuert den Verbrauch also selbst. Diese Variante ist besonders sinnvoll, wenn die Aufnahmefähigkeit ungleichmäßig ist oder eine vollständige Sättigung des Wandquerschnitts gewünscht wird. Im Heimwerkerbereich wird hier vor allem die Flüssigkeit MEM Trockene Wand in Verbindung mit den zugehörigen MEM Injektionstrichtern eingesetzt; nach Ablauf der Reaktionszeit werden die Bohrlöcher mit der MEM Bohrloch Schlämme systemkonform verschlossen. Wie bei den Cremes ist auch hier keine Druckausrüstung erforderlich – die Methode eignet sich daher gut für Selbstanwender.
  • Acrylat-Gele: Diese Mittel bilden im Mauerwerk ein Gel, das die Kapillaren physikalisch versperrt. Sie sind besonders für stark durchfeuchtete Mauerwerke und für Mauerwerk mit großen Poren geeignet. Die Verarbeitung erfordert in der Regel eine Druckinjektionsausrüstung.

Für die meisten Heimwerker-Projekte sind Injektionscremes oder flüssige Injektionsmittel mit Trichter-System die praktischste Wahl: Sie sind ohne Druckausrüstung verarbeitbar, gut dosierbar und für die gängigen Mauerwerkstypen geeignet. Bei stark durchfeuchtetem oder sehr dichtem Mauerwerk kann eine Druckinjektion mit Silangel oder Acrylat-Gel sinnvoller sein.

Ein im Heimwerkerbereich etabliertes System ist MEM Trockene Wand: Hier wird die Injektionsflüssigkeit über zugehörige MEM Injektionstrichter drucklos in vorbereitete Bohrlöcher eingebracht und verteilt sich von dort kapillar im Mauerwerk; nach Ablauf der Reaktionszeit werden die Bohrlöcher mit der MEM Bohrloch Schlämme systemkonform verschlossen. Wer lieber ohne Trichter arbeitet, greift zur Cremevariante MEM Trockene Wand Fix und fertig, die mit einer handelsüblichen Kartuschenpresse direkt in die Bohrlöcher gepresst wird. Beide Varianten sind explizit für die Selbstanwendung durch Handwerker und engagierte Heimwerker konzipiert – auf einen separaten Abschnitt weiter unten gehen wir noch detaillierter ein.

Mauersägeverfahren (mechanische Sperre)

Beim Mauersägeverfahren wird das Mauerwerk mit einer Mauersäge oder Trennscheibe abschnittsweise horizontal aufgetrennt, und in den entstehenden Schlitz wird eine Sperrfolie oder -bahn eingelegt. Anschließend wird der Schlitz mit einem geeigneten Mörtel wieder geschlossen. Diese Methode ist sehr zuverlässig und schafft eine physikalisch definierte Sperrschicht, ist aber aufwendig, erzeugt erhebliche Erschütterungen und Staub und erfordert eine abschnittsweise Vorgehensweise, um die Standsicherheit des Mauerwerks nicht zu gefährden. Für tragende Wände ist besondere Sorgfalt erforderlich; die Abschnittslänge sollte in der Regel 1,00 bis 1,25 m nicht überschreiten, bevor der vorherige Abschnitt wieder verfüllt und ausgehärtet ist.

Das Mauersägeverfahren ist besonders geeignet für Mauerwerk, das für Injektionsmittel schwer zugänglich ist – etwa sehr dichtes Natursteinmauerwerk oder Mauerwerk mit stark variierender Porosität. Es ist aufwendiger als das Injektionsverfahren und erfordert entsprechendes Werkzeug (Mauersäge, Diamanttrennscheibe), ist aber im Ergebnis sehr verlässlich.

Elektroosmose

Die Elektroosmose ist ein physikalisches Verfahren, bei dem durch das Anlegen einer Gleichspannung zwischen Elektroden im Mauerwerk und im Erdreich der kapillare Feuchtetransport beeinflusst werden soll. Die Wirksamkeit dieses Verfahrens ist in der Fachwelt umstritten; unabhängige Studien zeigen uneinheitliche Ergebnisse. Für eine zuverlässige nachträgliche Horizontalsperre wird dieses Verfahren von den meisten Fachleuten nicht als primäre Methode empfohlen. Es kann allenfalls als ergänzende Maßnahme in bestimmten Situationen in Betracht gezogen werden.

Werkzeug und Material: Was Sie für die Injektion benötigen

Für die Durchführung einer nachträglichen Horizontalsperre im Injektionsverfahren benötigen Sie folgendes Werkzeug und Material:

  • Bohrhammer oder leistungsfähige Schlagbohrmaschine: Für Ziegelmauerwerk reicht in der Regel eine kräftige Schlagbohrmaschine; für hartes Natursteinmauerwerk oder Beton ist ein Bohrhammer mit SDS-Aufnahme empfehlenswert.
  • Steinbohrer im Systemdurchmesser: Der Bohrerdurchmesser richtet sich nach dem verwendeten Injektionssystem – typisch sind 12 bis 22 mm. Verwenden Sie immer den vom Hersteller des Injektionsmittels vorgegebenen Durchmesser.
  • Ausbläser, Druckluftpistole oder Bürste: Zum gründlichen Reinigen der Bohrlöcher von Bohrmehl und Staub vor der Injektion.
  • Kartuschenpresse, Injektionstrichter oder Injektionsgerät: Für Injektionscremes wie MEM Trockene Wand Fix und fertig genügt eine handelsübliche Kartuschenpresse (Skelettkolbenpresse). Bei flüssigen Injektionsmitteln wie MEM Trockene Wand werden MEM Injektionstrichter in die Bohrlöcher gesetzt, über die das Mittel drucklos einläuft. Für Silangele oder Acrylat-Gele kann je nach Produkt ein Niederdruck-Injektionsgerät oder eine Handpumpe erforderlich sein.
  • Messwerkzeug: Zollstock oder Maßband zur Einhaltung des korrekten Bohrlochabstands, Wasserwaage zur Kontrolle der horizontalen Bohrreihe.
  • Mineralischer Verschlussmörtel oder Bohrloch-Schlämme: Zum Schließen der Bohrlöcher nach der Reaktionszeit. Geeignet sind Sanierputzmörtel, spezielle Reparaturmörtel oder systemkonforme Bohrloch-Schlämmen wie die MEM Bohrloch Schlämme, die auf das MEM-Injektionssystem abgestimmt ist; kein normaler Kalkzementmörtel bei salzbelastetem Mauerwerk.
  • Abdeckmaterial: Folie oder Abdeckvlies zum Schutz des Bodens und angrenzender Flächen vor Bohrstaub und Injektionsmittel.
  • Persönliche Schutzausrüstung: Schutzbrille, Handschuhe, ggf. Atemschutzmaske beim Bohren.

Horizontalsperre nachträglich einbauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung (Injektionsverfahren)

Das Injektionsverfahren mit Injektionscreme oder flüssigem Injektionsmittel ist die praktikabelste Methode für Heimwerker und wird im Folgenden detailliert beschrieben. Als praxiserprobtes Beispiel dient das System MEM Trockene Wand (Flüssigkeit mit MEM Injektionstrichtern und MEM Bohrloch Schlämme) bzw. MEM Trockene Wand Fix und fertig (Creme aus der Kartusche). Die Anleitung gilt für typisches Ziegelmauerwerk oder Mischmauerwerk mit Kalkmörtel- oder Zementmörtelfugen.

Schritt 1: Diagnose und Vorbereitung

Bevor Sie mit den eigentlichen Abdichtungsarbeiten beginnen, sollten Sie den Feuchtigkeitsschaden sorgfältig dokumentieren und die Ursache eindeutig klären. Stellen Sie sicher, dass es sich tatsächlich um aufsteigende Feuchtigkeit handelt und nicht um eindringendes Schlagregenwasser, Kondenswasser oder undichte Leitungen (siehe Diagnoseabschnitt oben). Entfernen Sie in dem betroffenen Wandbereich den vorhandenen Putz bis auf das blanke Mauerwerk – mindestens 20 bis 30 cm über die sichtbare Feuchtigkeitsgrenze hinaus. Nur so können Sie den tatsächlichen Zustand des Mauerwerks beurteilen und die Bohrlöcher korrekt positionieren. Entfernen Sie auch losen oder salzbelasteten Fugenmörtel und prüfen Sie den Zustand der Fugen.

Schritt 2: Bohrreihe festlegen und Bohrlöcher setzen

Die Bohrreihe für die Horizontalsperre wird möglichst in einer durchgehenden Lagerfuge knapp über dem Geländeanschluss bzw. dem Bodenanschluss positioniert – also so tief wie möglich, aber noch zugänglich und oberhalb des Fundaments. So wird der kapillare Aufstieg so früh wie möglich unterbrochen. Bei Kellerwänden mit erdberührtem Bereich kann die Bohrreihe auch knapp über der Geländeoberkante außen liegen.

Die Bohrlöcher werden in der Regel in die Mörtelfuge gebohrt, weil diese kapillar besonders aktiv ist und das Injektionsmittel sich von dort gut im Mauerwerk verteilt. Bei Mauerwerk ohne klar erkennbare Fugen (z. B. Bruchsteinmauerwerk) werden die Löcher gleichmäßig verteilt in den Stein gebohrt.

  • Bohrlochdurchmesser: Immer nach Systemvorgabe des verwendeten Injektionsmittels – typisch sind 12 bis 22 mm.
  • Bohrlochtiefe: In der Regel 2/3 bis 3/4 der Wandstärke, gemessen von der Bohreinstichseite. Bei Wandstärken über 50 cm ist eine beidseitige Injektion empfehlenswert; die Bohrlöcher werden dann von beiden Seiten auf die halbe Wandtiefe gebohrt und injiziert.
  • Bohrlochabstand: Immer nach Systemvorgabe des verwendeten Injektionsmittels – typisch sind 10 bis 15 cm Achsabstand.
  • Bohrwinkel: Bohren Sie leicht nach unten geneigt (ca. 30 Grad zur Horizontalen), damit das Injektionsmittel besser in das Mauerwerk eindringen kann und nicht ausläuft.
  • Anzahl der Bohrreihen: In der Regel genügt eine Bohrreihe in der untersten zugänglichen Lagerfuge. Bei sehr hohem Feuchteaufstieg oder bei zweischaligem Mauerwerk kann eine zweite Reihe sinnvoll sein – die genaue Festlegung richtet sich nach dem Schadensbild und den Systemvorgaben.

Entfernen Sie das Bohrmehl sorgfältig aus den Löchern – am besten mit einem Ausbläser, einer Bürste oder Druckluft. Bohrmehl im Loch verhindert, dass das Injektionsmittel vollständig in das Kapillarsystem eindringen kann.

Schritt 3: Injektionsmittel einbringen

Bei Injektionscremes – etwa MEM Trockene Wand Fix und fertig – wird das Mittel mit einer Kartuschenpresse direkt in die Bohrlöcher eingebracht. Setzen Sie das Mundstück tief in das Bohrloch und füllen Sie das Loch beim Zurückziehen vollständig und gleichmäßig auf, damit keine Lufteinschlüsse entstehen. Beginnen Sie immer mit dem untersten Bohrloch und arbeiten Sie sich nach oben vor, falls mehrere Reihen vorhanden sind.

Bei flüssigen Injektionsmitteln wie MEM Trockene Wand erfolgt das Einbringen drucklos über MEM Injektionstrichter: Die Trichter werden in die vorbereiteten Bohrlöcher gesteckt und mit dem Injektionsmittel gefüllt. Die Flüssigkeit läuft dann kontrolliert über die Schwerkraft in das Mauerwerk und verteilt sich von dort kapillar im Wandquerschnitt. Die Trichter werden bei Bedarf nachgefüllt, bis das Mauerwerk im Bereich des Bohrlochs nicht mehr aufnimmt – das ist ein gutes Indiz dafür, dass die Sättigung erreicht ist. Bei Silangelen oder anderen flüssigen Injektionsmitteln erfolgt das Einbringen je nach Produkt durch Schwerkraftinjektion (einfaches Einfüllen oder Trichter) oder durch Niederdruck-Injektion mit einer Handpumpe.

Achten Sie darauf, die Herstellerangaben zum Injektionsmittel genau einzuhalten – insbesondere zur Verarbeitungstemperatur (in der Regel +5 °C bis +30 °C), zur Wartezeit zwischen den Bohrlöchern und zur erforderlichen Menge pro Bohrloch. Der Verbrauch pro Bohrloch ist systemabhängig und wird vom Hersteller in der Regel als Richtwert in Gramm oder Millilitern pro Bohrloch und Zentimeter Wandstärke angegeben. Nach dem Einbringen des Injektionsmittels sollten die Bohrlöcher für die Dauer der Reaktionszeit offen bleiben, damit überschüssiges Mittel entweichen kann und die Reaktion nicht behindert wird.

Schritt 4: Bohrlöcher verschließen und Wartezeit einhalten

Nach Ablauf der vom Hersteller angegebenen Reaktionszeit – diese beträgt je nach Produkt und Mauerwerksfeuchte typischerweise 24 Stunden bis mehrere Tage – werden die Bohrlöcher mit einem geeigneten mineralischen Verschlussmörtel oder einer systemkonformen Bohrloch-Schlämme geschlossen. Beim System MEM Trockene Wand kommt dafür die MEM Bohrloch Schlämme zum Einsatz – sie ist auf das Injektionssystem abgestimmt und dichtet das Bohrloch dauerhaft ab. Alternativ eignen sich Sanierputzmörtel oder spezielle mineralische Reparaturmörtel; verwenden Sie keinen normalen Kalkzementmörtel, wenn das Mauerwerk salzbelastet ist, da dieser die Salze nicht ausreichend puffern kann. Füllen Sie die Bohrlöcher vollständig und bündig mit der Wandoberfläche.

Halten Sie anschließend die vom Hersteller angegebene Wartezeit ein, bevor Sie mit dem Verputzen beginnen. Diese Wartezeit ist systemabhängig und beträgt je nach Produkt, Mauerwerkstyp und Feuchtegehalt in der Regel mehrere Wochen – häufig werden 4 bis 8 Wochen empfohlen. Erst wenn das Mauerwerk ausreichend abgetrocknet ist und das Injektionsmittel vollständig reagiert hat, kann der Putzaufbau beginnen.

Schritt 5: Sanierputz aufbringen

Nach der Horizontalsperre und der Wartezeit ist der Auftrag eines geeigneten Sanierputzsystems der nächste wichtige Schritt. Entfernen Sie zunächst den gesamten geschädigten und salzbelasteten Altputz im betroffenen Bereich vollständig – ein Belassen des Altputzes würde den Sanierungserfolg gefährden, weil die gespeicherten Salze weiterhin Schäden verursachen. Prüfen Sie auch die Fugen und ergänzen Sie fehlenden oder mürben Fugenmörtel mit einem geeigneten Mörtel, bevor Sie verputzen.

Normaler Kalkzementputz ist für feuchte und salzbelastete Wände nicht geeignet, weil er die Salze nicht speichern kann und schnell wieder Schäden zeigt. Sanierputze nach WTA-Merkblatt 2-9 sind speziell für diesen Anwendungsfall entwickelt: Sie haben ein hohes Porenvolumen, das die Salzkristallisation im Inneren des Putzes ermöglicht, ohne die Oberfläche zu sprengen, und sie sind dampfdiffusionsoffen, damit die Wand austrocknen kann. Tragen Sie den Sanierputz in der vom Hersteller empfohlenen Schichtdicke auf – in der Regel mindestens 20 mm, bei stark salzbelasteten Wänden auch mehr. Verwenden Sie ggf. einen Spritzbewurf als Haftbrücke, wenn das Mauerwerk sehr glatt oder ungleichmäßig saugend ist. Berücksichtigen Sie auch nach dem Verputzen eine ausreichende Austrocknungszeit, bevor Sie Anstriche oder weitere Beschichtungen aufbringen.

Injektionsmittel im Vergleich: Was passt zu welchem Mauerwerk?

Die Auswahl des richtigen Injektionsmittels ist entscheidend für den Erfolg der Maßnahme. Nicht jedes Mittel ist für jeden Mauerwerkstyp und jeden Feuchtigkeitszustand gleich gut geeignet.

Injektionscremes auf Silan-Basis sind die universellste Wahl für Heimwerker. Sie sind einfach zu verarbeiten, erfordern keine Druckausrüstung und funktionieren auch in feuchtem Mauerwerk. Ihre Wirktiefe ist bei sehr dichtem Mauerwerk begrenzt; für Wandstärken über 50 cm sollte von beiden Seiten injiziert werden. Sie eignen sich gut für Ziegelmauerwerk, Kalksandsteinmauerwerk und Mischmauerwerk. Ein im DIY-Bereich gängiges Produkt dieser Kategorie ist MEM Trockene Wand Fix und fertig – die Cremevariante des MEM-Systems, die in Standardkartuschen geliefert und mit einer üblichen Skelettkolbenpresse verarbeitet wird.

Flüssige Injektionsmittel mit Trichter-System sind die klassische Variante der drucklosen Schwerkraftinjektion. Über in die Bohrlöcher gesetzte Trichter läuft das Mittel langsam und kontrolliert in das Mauerwerk ein, bis dieses gesättigt ist. Diese Methode ist besonders dann sinnvoll, wenn die Aufnahmefähigkeit des Mauerwerks variiert und ein bedarfsgerechtes Nachfüllen wichtig ist. Ein verbreiteter Vertreter im Heimwerkerbereich ist MEM Trockene Wand in Kombination mit den zugehörigen MEM Injektionstrichtern und der MEM Bohrloch Schlämme als systemkonformer Verschluss.

Silangele haben eine höhere Eindringtiefe als Cremes. Silanbasierte Gele können je nach Systemfreigabe auch in feuchtem Mauerwerk eingesetzt werden. Ob das bei hohem Durchfeuchtungsgrad, Salzbelastung oder stark hohlräumigem Mauerwerk funktioniert, ist immer anhand der Produktfreigabe und des Mauerwerkstyps zu prüfen. Die Verarbeitung kann je nach Produkt durch Schwerkraftinjektion oder Niederdruck-Injektion erfolgen. Sie eignen sich für Ziegelmauerwerk, Natursteinmauerwerk und Mischmauerwerk.

Acrylat-Gele bilden im Mauerwerk ein physikalisches Gel und sind besonders für Mauerwerk mit großen Poren und Hohlräumen geeignet, etwa bei Bruchsteinmauerwerk oder stark verwittertem Mauerwerk. Die Verarbeitung erfordert in der Regel eine Druckinjektionsausrüstung. Sie sind weniger für feinporige Ziegelmauerwerke geeignet, weil das Gel dort nicht ausreichend eindringen kann.

Grundsätzlich gilt: Lesen Sie die technischen Merkblätter der verwendeten Produkte sorgfältig und beachten Sie die Angaben zur Eignung für den jeweiligen Mauerwerkstyp, zur Verarbeitungstemperatur und zur erforderlichen Mindest- und Maximalfeuchte des Mauerwerks. Viele Hersteller bieten auch technische Beratung an, wenn Sie unsicher sind, welches Produkt für Ihre Situation am besten geeignet ist.

Im Detail: Das System MEM Trockene Wand

Weil die Frage nach einem konkreten, im Heimwerkerbereich gut handhabbaren System immer wieder gestellt wird, hier eine zusammenfassende Praxisbeschreibung des Systems MEM Trockene Wand. MEM bietet zwei Varianten an, die denselben Zweck verfolgen, sich aber in der Verarbeitung unterscheiden – Sie wählen je nach persönlicher Vorliebe und Baustellensituation:

  • MEM Trockene Wand (Flüssigkeit) + MEM Injektionstrichter + MEM Bohrloch Schlämme: Die klassische Schwerkraftinjektion. Nach dem Bohren und Reinigen der Bohrlöcher werden die MEM Injektionstrichter in die Bohrungen gesetzt und mit der Flüssigkeit MEM Trockene Wand befüllt. Das Mittel läuft drucklos in das Mauerwerk und verteilt sich kapillar im Wandquerschnitt; bei stark saugendem Mauerwerk wird über die Trichter nachgefüllt, bis keine weitere Aufnahme mehr erfolgt. Nach Ablauf der Reaktionszeit werden die Bohrlöcher mit der MEM Bohrloch Schlämme systemkonform verschlossen. Diese Variante ist besonders dann sinnvoll, wenn das Aufnahmeverhalten des Mauerwerks ungleichmäßig ist und eine bedarfsgerechte Sättigung gewünscht wird.
  • MEM Trockene Wand Fix und fertig (Creme): Die gebrauchsfertige Cremevariante in der Standardkartusche. Sie wird mit einer handelsüblichen Skelettkolbenpresse direkt in die Bohrlöcher gepresst – ohne Trichter, ohne Druckgerät, ohne Anmischen. Diese Variante ist besonders praktisch bei Über-Kopf-Anwendungen, beengten Platzverhältnissen oder wenn ein zügiger Arbeitsfortschritt im Vordergrund steht. Auch hier werden die Bohrlöcher anschließend systemkonform verschlossen.

Beide Varianten sind ausdrücklich für die Selbstanwendung durch Handwerker und engagierte Heimwerker konzipiert: Sie kommen ohne Spezial-Druckequipment aus, sind in den gängigen Baumärkten und Bauchemie-Shops verfügbar und lassen sich mit überschaubarem Werkzeugaufwand verarbeiten. Die exakten Vorgaben zu Bohrlochdurchmesser, Bohrlochabstand, Verbrauch pro Bohrloch und Reaktionszeit entnehmen Sie immer dem aktuellen Technischen Merkblatt des jeweiligen MEM-Produkts – diese Angaben sind verbindlich und entscheiden über den Sanierungserfolg. Wer sich an die Herstellerangaben hält und die Vorbereitung sorgfältig durchführt, hat mit dem MEM-System ein praxiserprobtes Werkzeug für die nachträgliche Horizontalsperre in der Hand.

Typische Fehler bei der nachträglichen Horizontalsperre

Auch wenn das Injektionsverfahren grundsätzlich gut selbst durchführbar ist, gibt es einige häufige Fehler, die den Erfolg der Maßnahme gefährden können.

Falsche Diagnose: Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von aufsteigender Feuchtigkeit mit anderen Feuchtigkeitsquellen. Wenn die eigentliche Ursache Schlagregenwasser, Kondenswasser oder undichte Leitungen ist, hilft eine Horizontalsperre nicht. Eine sorgfältige Diagnose vor Beginn der Arbeiten ist daher unerlässlich.

Zu geringe Bohrlochtiefe oder zu großer Abstand: Wenn die Bohrlöcher zu flach oder zu weit voneinander entfernt sind, wird das Injektionsmittel das Kapillarsystem nicht vollständig durchdringen und die Sperre bleibt lückenhaft. Halten Sie die Herstellerangaben zu Tiefe und Abstand genau ein.

Bohrlöcher nicht gereinigt: Bohrmehl im Loch verhindert das vollständige Eindringen des Injektionsmittels. Reinigen Sie jedes Bohrloch vor der Injektion gründlich mit Ausbläser oder Bürste.

Falsches Injektionsmittel für den Mauerwerkstyp: Nicht jedes Mittel funktioniert in jedem Mauerwerk gleich gut. Besonders bei sehr dichtem Mauerwerk oder bei Mauerwerk mit großen Hohlräumen kann die falsche Mittelwahl zu einem unzureichenden Ergebnis führen.

Zu früh verputzen: Wenn der Putz aufgebracht wird, bevor das Injektionsmittel vollständig reagiert hat und die Wand ausreichend abgetrocknet ist, kann der Putz Schäden zeigen. Halten Sie die Wartezeiten konsequent ein.

Falscher Putz: Normaler Kalkzementputz auf einer salzbelasteten Wand führt schnell wieder zu Putzschäden. Verwenden Sie immer einen geeigneten Sanierputz nach WTA-Merkblatt 2-9.

Einseitige Injektion bei dicken Wänden: Bei Wandstärken über 50 cm reicht eine einseitige Injektion in der Regel nicht aus. Injizieren Sie in diesem Fall von beiden Seiten.

Keine Behandlung der Ursache: Eine Horizontalsperre allein löst das Problem nicht, wenn gleichzeitig andere Feuchtigkeitsquellen vorhanden sind – etwa fehlende oder schadhafte Außenabdichtung, defekte Dachentwässerung oder undichte Leitungen. Stellen Sie sicher, dass alle Feuchtigkeitsquellen beseitigt sind, bevor Sie die Horizontalsperre einbauen.

Wann lohnt sich welche Methode?

Das Injektionsverfahren mit Injektionscreme oder flüssigem Injektionsmittel ist für die meisten Heimwerker-Projekte die erste Wahl: Es ist ohne schweres Spezialwerkzeug durchführbar, gut planbar und für die gängigen Mauerwerkstypen geeignet. Es eignet sich besonders für Ziegelmauerwerk, Kalksandsteinmauerwerk und Mischmauerwerk mit Wandstärken bis etwa 50 cm (einseitig) oder bis 80 cm (beidseitig). Im Heimwerkerbereich ist das System MEM Trockene Wand – wahlweise als Flüssigkeit mit MEM Injektionstrichtern oder als Creme MEM Trockene Wand Fix und fertig – eine etablierte und gut verfügbare Option für genau diesen Einsatzbereich.

Das Mauersägeverfahren kommt in Betracht, wenn das Mauerwerk für Injektionsmittel schwer zugänglich ist oder wenn eine physikalisch definierte Sperrschicht gewünscht wird. Es ist aufwendiger, erfordert entsprechendes Werkzeug und ist bei tragenden Wänden mit besonderer Sorgfalt durchzuführen.

Bei sehr dickem Natursteinmauerwerk, Bruchsteinmauerwerk oder Mauerwerk mit unregelmäßiger Struktur kann eine Kombination aus Injektionsverfahren und ergänzenden Maßnahmen sinnvoll sein. In solchen Fällen ist eine genaue Bestandsaufnahme besonders wichtig, um die geeignete Methode zu wählen.

Norax-Tipp: Sanierputz nicht vergessen

Eine Horizontalsperre allein reicht in der Regel nicht aus, um das Schadensbild vollständig zu beseitigen. Das Mauerwerk ist nach jahrelanger Durchfeuchtung mit Salzen belastet, der alte Putz ist geschädigt und muss vollständig entfernt werden. Erst nach dem Einbau der Horizontalsperre, einer ausreichenden Trocknungszeit und dem Auftrag eines geeigneten Sanierputzsystems ist die Sanierung dauerhaft erfolgreich. Planen Sie daher immer das gesamte Sanierungssystem – Horizontalsperre, Trocknungszeit und Sanierputz – als zusammenhängende Maßnahme. Im Norax-Sortiment finden Sie passende Produkte für jeden Schritt dieser Sanierungskette: vom MEM-System (MEM Trockene Wand, MEM Trockene Wand Fix und fertig, MEM Injektionstrichter und MEM Bohrloch Schlämme) für die Injektion bis hin zu geeigneten Sanierputzen für den anschließenden Wandaufbau.

Häufige Fragen zur Horizontalsperre

Ja, das Injektionsverfahren mit Injektionscreme oder flüssigem Injektionsmittel ist für engagierte Heimwerker gut selbst durchführbar. Im Heimwerkerbereich ist das System MEM Trockene Wand ein praxiserprobtes Beispiel: Es ist als Flüssigkeit (in Verbindung mit MEM Injektionstrichtern und MEM Bohrloch Schlämme) und als gebrauchsfertige Creme MEM Trockene Wand Fix und fertig erhältlich – beide Varianten sind ausdrücklich für die Selbstanwendung konzipiert. Sie benötigen einen Schlagbohrer oder Bohrhammer, einen Steinbohrer im Systemdurchmesser, eine Kartuschenpresse oder MEM Injektionstrichter, einen Ausbläser oder eine Bürste zum Reinigen der Bohrlöcher, eine systemkonforme Bohrloch-Schlämme oder mineralischen Verschlussmörtel sowie Schutzausrüstung. Wichtig ist eine sorgfältige Vorbereitung: Diagnose der Feuchtigkeitsursache, vollständige Putzentfernung im Schadensbereich und genaues Einhalten der Herstellerangaben zu Bohrlochtiefe, -abstand, Bohrwinkel und Injektionsmenge. Das Mauersägeverfahren ist aufwendiger und erfordert Spezialwerkzeug, ist aber ebenfalls selbst durchführbar, wenn Sie Erfahrung mit schwerem Werkzeug haben und die Standsicherheit des Mauerwerks im Blick behalten.

Typische Zeichen sind horizontale Feuchtigkeitsstreifen an der Wandoberfläche im unteren Wandbereich, weiße oder gräuliche Salzausblühungen, abblätternder oder blasenwerfender Putz sowie ein muffiger Geruch im Raum. Die Feuchtigkeit zeigt sich unabhängig von Niederschlagsereignissen und konzentriert sich auf den wandnahen Bodenbereich. Grenzen Sie aufsteigende Feuchtigkeit von seitlich eindringendem Wasser, Kondensat und Leckagen ab: Dokumentieren Sie das Feuchtebild entlang der Wandhöhe, prüfen Sie Außenanschlüsse und Sockel, vergleichen Sie das Schadensbild mit Regenereignissen und legen Sie salzbelasteten Altputz probeweise frei. Zur Bestätigung können Sie eine Feuchtemessung mit einem Widerstandsmessgerät durchführen – beachten Sie dabei, dass salzbelastete Wände zu überhöhten Messwerten führen können.

Für die meisten Heimwerker-Projekte mit Ziegelmauerwerk, Kalksandsteinmauerwerk oder Mischmauerwerk sind Injektionscremes oder flüssige Injektionsmittel mit Trichter-System auf Silan-Basis die praktischste Wahl: Sie sind ohne Druckausrüstung verarbeitbar und funktionieren auch in feuchtem Mauerwerk. Im DIY-Bereich häufig eingesetzt wird etwa das System MEM Trockene Wand – als Flüssigkeit in Kombination mit MEM Injektionstrichtern und MEM Bohrloch Schlämme oder als Creme MEM Trockene Wand Fix und fertig aus der Standardkartusche. Für stark durchfeuchtetes Mauerwerk oder größere Wandstärken sind Silangele mit höherer Eindringtiefe besser geeignet – ob ein Produkt bei hohem Durchfeuchtungsgrad, Salzbelastung oder stark hohlräumigem Mauerwerk eingesetzt werden kann, ist immer anhand der Produktfreigabe zu prüfen. Bei Bruchsteinmauerwerk oder Mauerwerk mit großen Hohlräumen kommen Acrylat-Gele in Betracht, die jedoch eine Druckinjektionsausrüstung erfordern. Lesen Sie immer die technischen Merkblätter des jeweiligen Produkts und beachten Sie die Angaben zur Eignung für Ihren Mauerwerkstyp und zur erforderlichen Wandfeuchte.

In den meisten Fällen nicht allein. Eine Horizontalsperre unterbricht den kapillaren Feuchtetransport im Wandquerschnitt, beseitigt aber nicht die bereits im Mauerwerk gespeicherten Salze und die Putzschäden. Nach dem Einbau der Sperre muss der alte, salzbelastete Putz vollständig entfernt werden. Anschließend ist eine ausreichende Trocknungszeit einzuhalten, bevor ein geeigneter Sanierputz nach WTA-Merkblatt 2-9 aufgebracht wird. Außerdem sollten alle anderen Feuchtigkeitsquellen – etwa fehlende Außenabdichtung, defekte Dachentwässerung oder undichte Leitungen – vor oder gleichzeitig mit der Horizontalsperre beseitigt werden. Nur das Zusammenspiel aller Maßnahmen führt zu einem dauerhaft trockenen Ergebnis.

Eine Horizontalsperre wirkt im Wandquerschnitt und unterbricht den kapillaren Aufstieg von Feuchtigkeit aus dem Erdreich in die darüberliegenden Wandbereiche. Eine Kellerabdichtung hingegen schützt die Kellerwände und die Bodenplatte gegen von außen eindringendes Wasser – etwa Bodenfeuchte, Sickerwasser oder Druckwasser. Erdberührte Außenabdichtungen richten sich nach DIN 18533 und erfordern je nach Lastfall unterschiedliche Systeme. Beide Maßnahmen können gleichzeitig notwendig sein, ergänzen sich aber und ersetzen sich nicht gegenseitig. Wenn sowohl aufsteigende Feuchtigkeit als auch eindringendes Wasser von außen vorhanden sind, müssen beide Probleme getrennt und mit den jeweils geeigneten Systemen behandelt werden.

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