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Salpeter entfernen: Ratgeber für Heimwerker und Hauseigentümer

Salpeter entfernen – Ratgeber für Heimwerker und Hauseigentümer.

Bild mit KI-Unterstützung erstellt

Salpeter an der Wand: Was steckt dahinter?

Wer im Keller oder an einer Außenwand weiße, pudrige oder kristalline Ablagerungen entdeckt, denkt zunächst vielleicht an Schimmel. Häufig handelt es sich jedoch um Salzausblühungen auf mineralischen Untergründen. Umgangssprachlich wird oft von Salpeter gesprochen. Gemeint sind meist Salzausblühungen auf mineralischen Untergründen. Dabei kann es sich je nach Ursache um unterschiedliche wasserlösliche Salze handeln – etwa Nitrate, Sulfate, Chloride oder Carbonate. Ohne Analyse lässt sich die Salzart nicht sicher bestimmen.

Diese Salze sind in der Regel bereits im Baumaterial vorhanden oder gelangen über feuchtes Erdreich, Grundwasser oder organische Abbauprozesse in das Mauerwerk. Nitrate entstehen zum Beispiel beim Abbau organischer Substanzen im Boden – ein Grund, warum Salzausblühungen besonders häufig in alten Kellern auftreten, die früher als Stall oder Lager genutzt wurden.

Das eigentliche Problem beginnt, wenn Feuchtigkeit diese Salze löst und durch das Mauerwerk nach oben oder nach innen transportiert. Verdunstet das Wasser an der Wandoberfläche, bleiben die Salze zurück und kristallisieren aus. Das Ergebnis sind die typischen weißen Ausblühungen. Schäden entstehen vor allem durch wiederholte Salzlösung und Kristallisation in Poren sowie durch anhaltende Feuchte. Typisch sind Abplatzungen, Putzzerfall und erneute Durchfeuchtung. Hygroskopische Salze ziehen zusätzlich Feuchtigkeit aus der Raumluft an und verstärken das Problem.

Salpeter im Mauerwerk erkennen – und von Schimmel unterscheiden

Salzausblühungen und Schimmel werden auf den ersten Blick häufig verwechselt. Beide erscheinen als helle oder weißliche Flecken an der Wand. Hinweise auf Salzausblühungen sind eine sichtbare Kristallstruktur, eine trockene pulverige Oberfläche und typische Feuchteverläufe entlang von Fugen, Sockelzonen oder Spritzwasserbereichen. Schimmel hingegen ist organisch, oft grünlich, grau oder schwärzlich gefärbt und riecht muffig. Schimmelpilze wachsen in die Oberfläche hinein, Salzausblühungen lagern sich darauf ab.

Bei Unsicherheit Oberfläche genau prüfen, Feuchteursache eingrenzen und Befall bzw. Salzart nicht allein über einen Schnelltest bewerten. Auch Schmutz, Putzmehl oder Mischbilder aus Salz und Schimmel sind möglich. Wer sich nicht sicher ist, sollte eine Probenahme und Laboranalyse oder die Einschätzung durch einen Sachverständigen in Betracht ziehen – insbesondere, wenn Atemwegserkrankungen, Kinder oder empfindliche Personen im Haushalt leben.

Ausblühungen sind vor allem ein Feuchteindikator. Stäube können Haut, Augen und Atemwege reizen. Deshalb trocken arbeiten, Staub vermeiden und Schutzausrüstung tragen.

Ursachen: Warum entstehen Salzausblühungen im Keller und an Wänden?

Die Hauptursache für Salzausblühungen im Mauerwerk ist Feuchtigkeit. Ohne Wasser können die Salze nicht transportiert werden, ohne Verdunstung können sie nicht auskristallisieren. Die Feuchtigkeit kann auf verschiedenen Wegen ins Mauerwerk gelangen:

  • Aufsteigende Feuchtigkeit: Fehlt eine funktionierende Horizontalsperre oder ist diese beschädigt, steigt Bodenfeuchtigkeit kapillar im Mauerwerk auf. Dieser Mechanismus ist besonders in älteren Gebäuden ohne moderne Abdichtung verbreitet.
  • Drückendes oder nichtdrückendes Wasser von außen: Bei hohem Grundwasserspiegel oder nach starken Regenfällen kann Wasser von außen gegen die Kellerwand drücken und eindringen.
  • Kondenswasser: Warme, feuchte Luft trifft auf kalte Kellerwände und schlägt sich als Kondensat nieder. Das ist besonders im Sommer ein Problem, wenn man den Keller zu stark lüftet.
  • Undichte Leitungen oder Risse: Selbst kleine Risse im Mauerwerk oder undichte Rohre können ausreichen, um dauerhaft Feuchtigkeit einzubringen.
  • Organische Einträge: In alten Gebäuden, die früher landwirtschaftlich genutzt wurden, sind Nitrate oft direkt im Boden und Mauerwerk eingelagert.

Die Ursache zu kennen ist entscheidend – denn wer nur die Ausblühungen entfernt, ohne die Feuchtigkeitsquelle zu beseitigen, wird das Problem immer wieder haben.

Feuchteart unterscheiden – Diagnose vor der Sanierung

Bevor Sie zu Werkzeug und Reiniger greifen, lohnt sich eine möglichst klare Diagnose. Erst mit der richtigen Diagnose können Sie eine passende Maßnahme wählen.

  • Kondensat: Tritt vor allem flächig an kalten Außenwänden, in Ecken und an Wärmebrücken auf, oft saisonal abhängig. Hinweise: feuchte Oberfläche bei warmem Wetter, Wand fühlt sich kühl an.
  • Kapillar aufsteigende Feuchte: Typisch sind horizontale Feuchte- und Salzhorizonte im Sockelbereich, die nach oben hin abnehmen. Häufig in Altbauten ohne intakte Horizontalsperre.
  • Seitlich eindringende Feuchte: Lokal begrenzte feuchte Stellen an Außenwänden, oft im Bereich von Geländeanschlüssen, Lichtschächten oder undichten Durchführungen.
  • Leckage: Punktuelle, oft plötzlich auftretende Feuchtestellen in der Nähe von Leitungen.

Für eine erste Einschätzung helfen ein Feuchtemessgerät (kapazitiv oder Widerstand), die genaue Beobachtung des Schadensbildes über mehrere Wochen sowie das Anlegen einer Folienprobe: Eine PE-Folie über mehrere Tage dicht auf die Wand kleben. Bildet sich Kondensat auf der Raumseite, deutet das auf Kondensat hin. Bildet sich Feuchte auf der Wandseite unter der Folie, kommt sie aus dem Mauerwerk.

Salzausblühungen entfernen: Schritt für Schritt

Das Entfernen von Salzausblühungen ist eine Arbeit, die Sie selbst durchführen können. Sie brauchen dafür keine Spezialausrüstung, aber etwas Geduld und das richtige Vorgehen. Die folgenden Angaben sind Orientierungswerte – maßgeblich ist immer das jeweilige Produktdatenblatt.

Schritt 1: Untergrund prüfen und vorbereiten

Vor Neuaufbau losen und salzbelasteten Putz ausreichend weit über die Schadstelle hinaus entfernen, Fugen prüfen, Untergrund abkehren, Saugverhalten und Festigkeit kontrollieren und nur mineralisch sowie systemgerecht weiterarbeiten. Klopfen Sie den Putz mit dem Stiel eines Werkzeugs ab – hohl klingende Bereiche sind nicht mehr tragfähig und müssen entfernt werden. Tragen Sie Putz erfahrungsgemäß rund 50–80 cm über den sichtbar geschädigten Bereich hinaus ab, da sich Salze auch in optisch noch intakten Zonen befinden können.

Schritt 2: Trockenreinigung

Beginnen Sie immer mit der mechanischen Trockenreinigung. Je nach Untergrund mit harter Kunststoffbürste, Handfeger, Spachtel oder nur vorsichtig mit Drahtbürste arbeiten. Lose Krusten entfernen, tragfähigen Untergrund nicht aufrauen oder ausbrechen. Arbeiten Sie dabei von oben nach unten, damit das abgelöste Material nicht auf bereits gereinigte Flächen fällt. Tragen Sie eine FFP2-Staubmaske, Schutzbrille und Handschuhe.

Wichtig: Verwenden Sie in diesem Schritt kein Wasser. Wasser löst die Salze erneut und treibt sie tiefer ins Mauerwerk oder verteilt sie auf der Oberfläche.

Schritt 3: Chemische Reinigung – nur systemgerecht

Chemische Reiniger nur anwenden, wenn sie für den Untergrund freigegeben sind. Verarbeitung exakt nach Produktdatenblatt. Rückstände je nach System abnehmen, neutralisieren oder nur feucht nachwischen – nicht pauschal durchnässen, da zusätzliches Wasser Salze erneut mobilisieren und tiefer in den Untergrund eintragen kann.

Typische Praxisangaben (immer abhängig vom Produkt):

  • Untergrund trocken und tragfähig, loser Putz vorher abgetragen, Fläche mechanisch gereinigt.
  • Reiniger satt, aber nicht tropfend auftragen – meist mit Pinsel, Quast oder Niederdruckspritze.
  • Einwirkzeit laut Datenblatt einhalten, häufig im Bereich weniger Minuten bis zu einer Stunde.
  • Rückstände gemäß Systemvorgabe abnehmen: trocken abkehren, mit leicht feuchtem Schwamm abnehmen oder neutralisieren. Nur dann nachspülen, wenn das Datenblatt es ausdrücklich vorsieht.
  • Fläche vollständig abtrocknen lassen – je nach Wandaufbau, Salzfracht und Klima mehrere Tage bis Wochen.

Neue Putze, Sanierputz, Sperrputz oder mineralische Beschichtungen erst nach ausreichender Austrocknung und auf einen gemäß Systemvorgabe vorbereiteten Untergrund aufbringen.

Schritt 4: Hausmittel – realistisch eingeordnet

Im Internet kursieren Hausmittel wie Essig oder Cola. Essigsäure kann zwar bestimmte Carbonate anlösen, greift aber Kalkstein, Naturstein und viele mineralische Putze an und kann Korrosion an Bewehrung begünstigen. Für tragende Bauteile, sichtbares Mauerwerk und Sanierungen im Bestand ist sie deshalb nicht zu empfehlen. Cola ist viel zu schwach, hinterlässt Zuckerrückstände und kann Schimmel begünstigen. Für ernsthafte Salzbelastungen im Mauerwerk sind speziell formulierte Reinigungs- und Sanierungssysteme die zuverlässigere Wahl. Hausmittel ersetzen weder die Ursachenbeseitigung noch eine fachgerechte Sanierung.

Was passiert, wenn man Salzausblühungen nicht entfernt?

Wer Ausblühungen ignoriert, riskiert mehr als nur ein optisches Problem. Beim Wechsel von Befeuchtung und Trocknung kristallisieren Salze in Poren des Putzes und Mauerwerks aus. Der dabei entstehende Kristallisationsdruck kann den Putz von innen sprengen. Das Ergebnis sind Abplatzungen, Risse und im weiteren Verlauf der vollständige Verlust des Putzes.

Langfristig können Fugen ausgewaschen werden, Ziegel oder Natursteine porös werden, und die Tragfähigkeit der Wand kann in extremen Fällen beeinträchtigt sein. Hinzu kommt, dass dauerhaft feuchtes Mauerwerk die Wärmedämmung verschlechtert – feuchtes Mauerwerk leitet Wärme deutlich besser als trockenes, was zu höheren Heizkosten führt. Wo dauerhaft Feuchtigkeit vorhanden ist, ist außerdem das Risiko für Schimmelbefall deutlich erhöht.

Dauerhaft gegen Salzausblühungen: Die Ursache bekämpfen

Salzausblühungen entfernen löst das sichtbare Problem. Dauerhaft hilft nur, die Feuchtigkeitsquelle zu beseitigen. Je nach Feuchteart kommen unterschiedliche Maßnahmen in Betracht.

Kondensat: Lüften und Heizen anpassen

Bei reinem Kondensatproblem ist häufig kein bautechnischer Eingriff nötig. Wichtig sind kurze, kräftige Stoßlüftungen (Querlüftung mehrmals täglich für einige Minuten) statt Dauerkippstellung, gleichmäßige Beheizung kühler Räume, das Vermeiden großer Möbelflächen direkt an kalten Außenwänden sowie der Verzicht auf sommerliches Dauerlüften feuchter Außenluft in kühlen Kellerräumen. Ein Thermo-Hygrometer hilft, Temperatur und Luftfeuchte im Blick zu behalten.

Risse, Leckagen und Anschlüsse instand setzen

Sichtbare Risse in Außenwänden, Sockelbereich oder im Bereich von Lichtschächten sollten mit einem zum Untergrund passenden System geschlossen werden. Für feine Risse in mineralischen Untergründen kommen mineralische Reparaturmörtel oder Dichtschlämmen in Frage, für bewegte Risse zusätzlich elastische Systeme. Undichte Leitungen, Wasseranschlüsse oder defekte Dachrinnen und Fallrohre gehören geprüft und repariert, bevor weitere Sanierungsschritte starten.

Sockel- und Außenabdichtung der Kellerwand

Bei seitlich eindringendem oder drückendem Wasser ist eine Außenabdichtung der erdberührten Wand die wirksamste Lösung. Dabei wird die Wand freigelegt, gereinigt, ausgebessert und mit einem auf den Lastfall abgestimmten Abdichtungssystem versehen – von bituminösen Dickbeschichtungen über flexible Polymerbitumen bis hin zu mineralischen Dichtschlämmen. Die DIN 18533 regelt die Abdichtung erdberührter Bauteile und gibt Orientierung, welches System für welchen Lastfall geeignet ist. Geländeanschlüsse, Sockelausbildung und Schutzlagen müssen normgerecht ausgeführt werden.

Innenabdichtung mit Dichtschlämme

Wenn eine Außenabdichtung nicht möglich ist – etwa weil die Wand nicht freigelegt werden kann – kommt eine Innenabdichtung in Frage. Mineralische Dichtschlämmen werden auf den vorbereiteten, salzarmen Untergrund aufgetragen und bilden eine wasserabweisende Schicht. Für die Innenabdichtung gibt die DIN 18534 Orientierung. Hohlkehlen an Wand-Boden-Übergängen müssen mit geeigneten Systemprodukten ausgebildet werden, die auf die verwendete Dichtschlämme abgestimmt sind.

Nachträgliche Horizontalsperre

Bei kapillar aufsteigender Feuchte fehlt oder versagt die Horizontalsperre im Mauerwerk. Eine nachträgliche Horizontalsperre lässt sich per Injektionsverfahren herstellen: In regelmäßigen Abständen (typisch 10–12 cm) werden Bohrlöcher schräg in eine Mörtelfuge gesetzt und mit einem zugelassenen Injektionsmittel (Creme oder Flüssigharz) verfüllt. Genauer Bohrabstand, Bohrwinkel und Bohrdurchmesser hängen vom Produkt ab und sind dem Datenblatt zu entnehmen. Vor Beginn losen Putz entfernen, Schäden im Bohrhorizont schließen und Mauerwerksaufbau prüfen.

Sanierputz als Ergänzung

Nach Abdichtung und Trocknung empfiehlt sich in vielen Fällen ein Sanierputz nach WTA. Er ist hochporös und wasserdampfdurchlässig, nimmt Salze in seinem Porenraum auf und reduziert Auskristallisationen an der Oberfläche. Sanierputz ist kein Ersatz für eine Abdichtung, sondern eine ergänzende Maßnahme. Er wird in mehreren Lagen aufgetragen, jeweils nach Standzeit gemäß Datenblatt. Vor dem Aufbringen einer Beschichtung oder eines neuen Anstrichs ist ausreichend Trocknungszeit einzuhalten.

Salzausblühungen an Außenwänden und Fassaden

Salzausblühungen treten nicht nur im Keller auf. Auch an Außenfassaden, Sockelbereichen und Natursteinmauern sind sie ein häufiges Problem. Die Vorgehensweise ist grundsätzlich ähnlich: zunächst mechanische Trockenreinigung, dann bei Bedarf chemische Reinigung mit einem für den Untergrund freigegebenen Reinigungsmittel.

An Fassaden ist besondere Vorsicht geboten, wenn empfindliche Materialien wie Klinker, Naturstein oder Sichtbeton vorhanden sind. Hier sollten Sie den Reiniger immer zunächst an einer kleinen, unauffälligen Stelle testen. Aggressive Säuren können die Oberfläche dauerhaft beschädigen.

Nach der Reinigung und ausreichender Trocknung kann eine Hydrophobierung des Untergrunds sinnvoll sein, um das Eindringen von Schlagregen zu reduzieren. Wichtig ist, dass das Produkt diffusionsoffen ist, damit die Wand weiterhin austrocknen kann. Auf bereits salzbelasteten Untergründen ist eine Hydrophobierung allein keine Lösung – die Salzfracht muss vorher reduziert sein.

Werkzeug und Schutzausrüstung

Für das Entfernen von Salzausblühungen brauchen Sie keine aufwendige Ausrüstung. Folgendes sollte bereitstehen:

  • Bürsten differenziert wählen: Drahtbürste nur auf robusten, tragfähigen Untergründen wie festem Beton oder hart gebranntem Ziegel und nur vorsichtig einsetzen. Auf weichen oder empfindlichen Putzen, Sandstein oder verwittertem Mauerwerk besser harte Kunststoffbürste, Handfeger oder Spachtel verwenden.
  • FFP2-Staubmaske: Schützt vor dem Einatmen von Salzstaub und Putzpartikeln.
  • Schutzbrille: Besonders beim Bürsten und beim Umgang mit Reinigungsmitteln wichtig.
  • Chemikalienbeständige Schutzhandschuhe: Beim Einsatz von Reinigungsmitteln.
  • Eimer, Schwamm, Abdeckfolie: Für die Arbeit und zum Schutz von Boden und Mobiliar.
  • Feuchtemessgerät und Thermo-Hygrometer: Für die Diagnose und die Kontrolle der Trocknung.
  • Bohrmaschine und Injektionsgerät: Wenn eine nachträgliche Horizontalsperre per Injektion vorgesehen ist.

Arbeiten Sie in gut belüfteten Räumen, besonders beim Einsatz von Reinigungsmitteln. Im Keller kann die Belüftung durch einen Ventilator oder ein geöffnetes Fenster verbessert werden – außerhalb sommerlich warmer, feuchter Phasen.

Trocknung und Nachkontrolle

Nach jeder Sanierungsmaßnahme braucht die Wand Zeit zum Austrocknen. Faustwerte: Mauerwerk trocknet je nach Dicke, Material und Klima rund 1 cm pro Monat. Dichte Beschichtungen, dampfdichte Tapeten oder Möbel direkt an der Wand verzögern die Trocknung erheblich. Beobachten Sie die Wand über mehrere Monate, messen Sie regelmäßig die Oberflächenfeuchte und prüfen Sie, ob neue Ausblühungen auftreten. Treten innerhalb der Trocknungsphase weiterhin in größerem Umfang Salzausblühungen auf, ist das ein Hinweis, dass die Feuchtigkeit noch aktiv nachläuft – die Ursachenbeseitigung sollte dann erneut überprüft werden.

Häufige Fehler bei der Sanierung

  • Nass beginnen: Wer sofort mit Wasser oder Reiniger arbeitet, ohne vorher trocken zu bürsten, mobilisiert Salze und treibt sie tiefer ins Mauerwerk.
  • Nur die Oberfläche behandeln: Wer Ausblühungen entfernt, ohne die Feuchteursache zu bekämpfen, hat das Problem nach kurzer Zeit wieder.
  • Pauschal nachspülen: Großzügiges Durchnässen kann Salze tiefer in den Untergrund verlagern. Immer der Systemvorgabe folgen.
  • Falsche Bürste: Eine Drahtbürste auf weichem Putz oder Sandstein zerstört die Oberfläche unnötig.
  • Zu aggressive Reiniger: Starke Säuren können Putz, Fugen und empfindliche Materialien dauerhaft beschädigen.
  • Zu früh überputzen oder beschichten: Wer nicht ausreichend trocknen lässt, riskiert, dass Salze den neuen Putz von innen sprengen.
  • Sanierputz ohne Abdichtung: Sanierputz ist eine ergänzende Maßnahme, kein Ersatz für eine funktionierende Abdichtung.
  • Diagnose überspringen: Ohne klare Bestimmung der Feuchteart wird oft die falsche Maßnahme gewählt.

Häufige Fragen zum Thema Salpeter entfernen

Werden Salzausblühungen und die zugrunde liegende Feuchte nicht beseitigt, entstehen Schäden vor allem durch wiederholte Salzlösung und Kristallisation in Poren sowie durch anhaltende Feuchte. Der Kristallisationsdruck kann Putz und Fugen schädigen, typisch sind Abplatzungen, Putzzerfall und erneute Durchfeuchtung. Langfristig können auch Ziegel oder Natursteine porös werden. Dauerhaft feuchtes Mauerwerk verschlechtert die Wärmedämmung und erhöht das Risiko für Schimmelwachstum. Eine frühzeitige Ursachenbeseitigung ist daher wirtschaftlich und bautechnisch sinnvoll.

Verdünnter Essig kann zwar bestimmte Salze und Carbonate anlösen, greift aber Kalkstein, Naturstein und viele mineralische Putze an und ist daher als Hausmittel nicht universell einsetzbar. Cola ist für ernsthafte Salzbelastungen viel zu schwach und hinterlässt zuckerhaltige Rückstände, die Schimmel begünstigen können. Für zuverlässige Ergebnisse empfehlen sich speziell auf Salzausblühungen abgestimmte, für den jeweiligen Untergrund freigegebene Reinigungs- und Sanierungssysteme. Testen Sie jedes Reinigungsmittel zuerst an einer unauffälligen Stelle und folgen Sie dem Produktdatenblatt.

Ohne Analyse lässt sich die Salzart nicht sicher bestimmen, daher ist eine pauschale Gesundheitsbewertung nicht möglich. Salzausblühungen sind vor allem ein Feuchteindikator. Chlorid-, nitrat- oder sulfathaltige Stäube können Haut, Augen und Atemwege reizen, besonders bei empfindlichen Personen, Kindern oder Menschen mit Atemwegserkrankungen. Wichtig ist außerdem, dass anhaltende Feuchte das Risiko für Schimmelbefall erhöht, der gesundheitliche Beschwerden auslösen kann. Arbeiten Sie deshalb möglichst trocken, vermeiden Sie Staub und tragen Sie FFP2-Maske, Schutzbrille und Handschuhe.

Hinweise auf Salzausblühungen sind eine sichtbare Kristallstruktur, eine trockene pulverige Oberfläche und typische Feuchteverläufe – etwa entlang von Sockel, Fugen oder feuchten Wandzonen. Schimmel ist organisch, oft grünlich, grau oder schwärzlich, riecht muffig und wächst in die Oberfläche hinein. Bei Unsicherheit Oberfläche genau prüfen, Feuchteursache eingrenzen und Befall bzw. Salzart nicht allein über einen Schnelltest bewerten. Auch Schmutz, Putzmehl oder Mischbilder sind möglich. Im Zweifel hilft eine Probenahme mit Laboranalyse oder die Einschätzung durch einen Sachverständigen.

Sanierputz ist eine sinnvolle ergänzende Maßnahme, aber kein Ersatz für eine funktionierende Abdichtung. Er ist hochporös und kann Salze in seinem Porenraum aufnehmen, sodass diese seltener an der Oberfläche auskristallisieren. Dauerhaft wirksam ist Sanierputz jedoch nur in Kombination mit einer Maßnahme, die die Feuchteursache beseitigt – also je nach Lastfall einer Horizontalsperre, einer Außen- oder Innenabdichtung oder einer Anpassung des Lüftungsverhaltens. Vor dem Aufbringen ist eine ausreichende Vorbereitung und Trocknung des Untergrunds erforderlich.

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