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Unkraut zwischen Pflastersteinen entfernen: Methoden, Werkzeuge und dauerhafte Lösungen

Unkraut zwischen Pflastersteinen entfernen: Ratgeber-Titelbild mit Pflasterfugen und Wildkraut.

Bild mit KI-Unterstützung erstellt

Warum wächst Unkraut ausgerechnet in den Fugen?

Wer eine gepflasterte Einfahrt, Terrasse oder einen Gartenweg hat, kennt das Problem: Kaum ist die Fläche fertig verlegt, tauchen die ersten grünen Triebe in den Fugen auf. Löwenzahn, Giersch, Moos und allerlei anderes Wildkraut scheinen sich dort geradezu wohlzufühlen. Doch warum ist das so? Die Antwort liegt in der Biologie der Pflanzen und in der Beschaffenheit der Fugen selbst.

Pflasterfugen bieten ideale Bedingungen für Wildkraut: Sie sammeln Feinstaub, organisches Material und Feuchtigkeit. Wind und Vögel tragen Samen ein, die sich in diesem Substrat festsetzen und keimen. Bei wurzel- oder rhizombildenden Arten wie Löwenzahn oder Giersch treiben verbleibende Wurzelteile häufig wieder aus; samenvermehrte Arten wie Vogelmiere, Hirtentäschel oder verschiedene Gräser keimen oft erneut aus eingetragenem Saatgut. Selbst wenn die Oberfläche sauber wirkt, schlummern im Fugenmaterial oft noch Samen, die auf günstige Bedingungen warten. Hinzu kommt: Fugen, die nicht vollständig mit einem geeigneten Fugenmaterial verfüllt sind, bieten noch mehr Angriffsfläche. Je breiter und tiefer die Fuge, desto mehr Substrat steht zur Verfügung – und desto hartnäckiger wird das Unkraut.

Moos ist ein Sonderfall: Es wächst bevorzugt in schattigen, feuchten Fugen und ist für die Substanz des Pflasters selbst weniger schädlich als oft angenommen. Allerdings macht es die Fläche rutschig und kann langfristig das Fugenmaterial auflockern. Ob Moos in den Fugen wirklich entfernt werden muss, hängt von der Nutzung der Fläche ab – auf einer viel begangenen Terrasse oder Einfahrt ist Entfernung sinnvoll, in einem naturnahen Gartenweg kann man es tolerieren.

Typische Fugenbreiten bei Pflasterflächen liegen zwischen etwa 3 und 8 mm bei Betonpflaster, bei Naturstein und großformatigen Platten oft 8 bis 15 mm oder mehr. Die Fugenbreite ist deshalb wichtig, weil sie die Wahl des passenden Fugenmaterials und damit auch die Unkrautresistenz wesentlich beeinflusst.

Vorbereitung: Fläche analysieren und Werkzeug bereitlegen

Bevor es ans Entfernen geht, lohnt ein kurzer Blick auf die Fläche. Welche Pflanzen wachsen in den Fugen? Handelt es sich um vereinzelte junge Triebe oder um eine flächendeckende, tief verwurzelte Bewachsung? Wie breit und wie tief sind die Fugen? Ist das vorhandene Fugenmaterial noch intakt oder bereits weitgehend ausgewaschen? Diese Fragen entscheiden über die passende Methode und den Aufwand.

Praktisch hat sich folgendes Werkzeug bewährt: ein Hand-Fugenkratzer mit gehärteter Klinge für schmale Fugen, ein Fugenkratzer mit langem Stiel für rückenschonendes Arbeiten auf größeren Flächen, eine Fugenbürste (Handbürste oder Stielbürste mit harten Borsten) zum Ausbürsten von losem Material sowie ein Besen und ggf. ein Hochdruckreiniger. Für größere Flächen gibt es zudem motorisierte Fugenbürsten mit auswechselbarem Bürstenkopf – sie sind speziell für Pflasterfugen konstruiert und arbeiten deutlich materialschonender als improvisierte Lösungen mit Bohrmaschine oder Winkelschleifer.

Sinnvoll ist es, in Abschnitten zu arbeiten: lieber einen Quadratmeter gründlich fertigstellen als die ganze Fläche oberflächlich. So sieht man am Ende des Tages ein klares Ergebnis und kann Schritt für Schritt vorgehen.

Mechanische Methoden: Fugenkratzer, Fugenbürste und Hochdruckreiniger

Die zuverlässigste und umweltschonendste Methode, Unkraut aus Fugen zu entfernen, ist die mechanische. Sie erfordert etwas Geduld und Muskelkraft, ist aber ohne chemische Hilfsmittel und ohne Risiko für Boden und Grundwasser durchführbar.

Das wichtigste Werkzeug ist der Fugenkratzer. Dieses schmale, gehärtete Metallwerkzeug wird in die Fuge geführt und hebelt Unkraut samt Wurzel heraus. Gute Fugenkratzer gibt es als einfache Handwerkzeuge, aber auch als Aufsatz für Stiele, damit man aufrecht arbeiten kann. Für größere Flächen lohnt sich ein Fugenkratzer mit langem Stiel – das schont den Rücken erheblich. Wichtig ist, möglichst tief in die Fuge zu fahren und die Wurzel so weit wie möglich zu erfassen. Bei wurzelbildenden Arten wie Löwenzahn ist es ratsam, die Wurzel bis in tiefere Schichten herauszuhebeln, da sonst aus verbliebenen Wurzelteilen schnell neue Triebe wachsen.

Ergänzend zum Fugenkratzer eignet sich eine Fugenbürste mit harten Kunststoff- oder Stahlborsten, um lockeres Material, Moos und abgestorbene Pflanzenreste aus der Fuge zu bürsten. Sehr effektiv und gleichzeitig materialschonend sind motorisierte Fugenbürsten, die mit niedriger Drehzahl arbeiten und speziell auf Pflasterflächen abgestimmte Bürstenköpfe haben.

Von Drahtbürstenaufsätzen für Winkelschleifer oder Bohrmaschine ist auf Pflasterfugen grundsätzlich abzuraten. Sie sind kein Standardwerkzeug für diese Anwendung: Die hohen Drehzahlen können Steinkanten ausbrechen, Oberflächen verkratzen, Beschichtungen oder Imprägnierungen beschädigen und vor allem das Fugenmaterial unkontrolliert aus der Fuge reißen. Wer solche Aufsätze dennoch nutzen möchte, sollte ausschließlich auf robusten Betonpflasterflächen, mit niedriger Drehzahl, geringem Druck und nach einer Testfläche an unauffälliger Stelle arbeiten – und in jedem Fall mit Schutzbrille und festem Schuhwerk.

Wer eine größere Fläche hat, kann auch einen Hochdruckreiniger einsetzen. Der Wasserstrahl spült Unkraut, Moos und loses Fugenmaterial heraus. Das geht schnell und ist effektiv – allerdings wird dabei auch das Fugenmaterial ausgewaschen, das anschließend neu eingebracht werden muss. Außerdem besteht die Gefahr, dass Samen durch den Wasserstrahl weiter verteilt werden. Der Hochdruckreiniger ist daher eher als Vorbereitung für eine Neuverfugung geeignet als als alleinige Dauerlösung.

Typische Fehler beim Hochdruckreinigen lassen sich leicht vermeiden:

  • Verwenden Sie eine Flachstrahldüse statt einer punktuellen Rotor- oder Fräsdüse. Letztere fräst sich in die Fuge und kann Pflastersteine beschädigen.
  • Halten Sie ausreichend Abstand zur Oberfläche – meist 20 bis 30 cm – und führen Sie die Düse flach, nicht steil in die Fuge.
  • Achten Sie auf Randsteine, Einfassungen und Übergänge: Dort kann der Wasserstrahl den Unterbau unterspülen und langfristig zu Setzungen führen.
  • Nach der Reinigung muss das Fugenmaterial immer erneuert werden – sonst werden die offenen Fugen schnell wieder zur Keimstelle.

Unkraut mit Hitze bekämpfen: Heißwasser und Unkrautbrenner

Wärme ist ein wirksames Mittel gegen Unkraut in Fugen – und das ganz ohne Chemie. Zwei Methoden haben sich in der Praxis bewährt: heißes Wasser und der Unkrautbrenner.

Heißes Wasser aus dem Wasserkocher oder einem speziellen Heißwassergerät wird direkt in die Fuge gegossen. Die Hitze zerstört die Zellstruktur der oberirdischen Pflanzenteile und schädigt oberflächennahe Gewebe. Bei tief sitzenden Wurzeln und Rhizomen erreicht die Temperatur in der Fuge die unteren Wurzelbereiche oft nicht zuverlässig; eine vollständige Abtötung ist nicht immer erreichbar, und Wiederholungen alle zwei bis vier Wochen sind je nach Witterung und Pflanzenart sinnvoll. Wichtig: Das Wasser sollte möglichst heiß sein (nahe am Siedepunkt) und direkt auf die Pflanze gegossen werden. Auf Pflasterflächen verursacht kochendes Wasser in der Regel keine Materialschäden; bei versiegelten, imprägnierten oder beschichteten Oberflächen sowie bei polierten Natursteinen empfiehlt sich vorab ein Test an unauffälliger Stelle.

Der Unkrautbrenner arbeitet mit einer Gasflamme oder Infrarotwärme und wird langsam über die Fugen geführt. Die Pflanzenzellen platzen durch die Hitze auf, die Pflanze stirbt oberirdisch ab. Auch hier gilt: Nicht zu lange an einer Stelle verweilen. Anders als bei reinem Heißwasser entstehen bei offenen Flammen oder Heißluft punktuell sehr hohe Temperaturen, die thermische Spannungen in Naturstein erzeugen, Imprägnierungen und Beschichtungen schädigen und angrenzende elastische Fugen (z. B. Silikonfugen an Hausanschlüssen) angreifen können. Auf Flächen mit Kunststofffugen, in der Nähe von Holz, Fassadendämmung oder anderen brennbaren Materialien ist der Einsatz eines Gasbrenners nicht geeignet. Halten Sie stets einen Eimer Wasser oder einen Feuerlöscher bereit.

Beide Methoden haben den Vorteil, dass sie ohne chemische Rückstände auskommen und für Mensch und Tier unbedenklich sind, wenn sie sachgemäß angewendet werden. Sie eignen sich auch gut als Ergänzung zur mechanischen Methode: Erst mechanisch entfernen, dann mit Hitze nachbehandeln, um verbliebene Wurzelreste abzutöten.

Hausmittel gegen Unkraut in Fugen: Was wirklich hilft

Im Internet kursieren zahlreiche Hausmittel gegen Unkraut in Pflasterfugen. Nicht alle sind gleich wirksam – und einige sind auf befestigten Flächen schlicht nicht erlaubt.

Essig und Essigessenz sind als Unkrautmittel auf befestigten Flächen wie Terrassen, Einfahrten und Gehwegen nicht zu empfehlen. Sie gelten dort als nicht zugelassene Pflanzenschutzmittel und dürfen nicht eingesetzt werden, wenn sie in den Boden oder die Kanalisation gelangen können. Salz ist aus denselben Gründen tabu und schädigt zusätzlich Bodenlebewesen sowie das Grundwasser. Auch Backpulver und ähnliche Mittel zeigen kaum belastbare Wirkung und sind eher als Mythos einzustufen.

Stattdessen empfehlen sich auf Pflasterflächen ausschließlich die legalen Alternativen: mechanisches Entfernen mit Fugenkratzer und Fugenbürste, thermische Behandlung mit heißem Wasser oder Unkrautbrenner sowie – als nachhaltigste Lösung – eine fachgerechte Neuverfugung mit unkrauthemmendem Fugenmaterial. Diese Methoden sind legal, umweltschonend und bei regelmäßiger Anwendung sehr effektiv.

Chemische Unkrautvernichter auf Pflastersteinen: rechtliche Lage

Die Frage, ob man Unkrautvernichter auf Pflasterflächen einsetzen darf, beschäftigt viele Gartenbesitzer. Die Antwort ist eindeutig: Pflanzenschutzmittel dürfen in Deutschland auf Flächen, die nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden – also insbesondere auf befestigten Flächen wie Terrassen, Einfahrten, Wegen und Gehwegen – nicht angewendet werden. Geregelt ist das in § 12 Absatz 2 des Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG). Ausnahmegenehmigungen sind nur in eng begrenzten Einzelfällen und unter strengen Auflagen möglich. Der Grund: Auf versiegelten Flächen können Wirkstoffe nicht vom Boden abgebaut werden und gelangen mit dem Niederschlagswasser direkt in die Kanalisation und ins Grundwasser. Wer dagegen verstößt, riskiert Bußgelder.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Pflanzenschutzmitteln und Fugenmaterialien: Fugenmörtel, Fugensande und unkrauthemmende Fugensande sind keine Herbizide, sondern Baustoffe, die die Fuge mechanisch verschließen und so das Keimen von Samen erschweren. Diese Produkte dürfen selbstverständlich eingesetzt werden und sind die empfehlenswerte Lösung für eine dauerhaft unkrautarme Pflasterfläche. Verwechseln sollte man sie nicht mit Pflanzenschutzmitteln, die im Handel teils unter ähnlichen Namen angeboten werden und deren Einsatz auf befestigten Flächen unzulässig ist.

Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt auf die mechanischen und thermischen Methoden in Kombination mit einer hochwertigen Neuverfugung. Diese Kombination ist nicht nur legal, sondern auf Dauer auch wirksamer, weil sie das Unkraut samt Wurzel entfernt und die Fuge langfristig dichter macht.

Unkraut dauerhaft vorbeugen: Neuverfugung und Materialwahl

Wer Unkraut in den Fugen dauerhaft loswerden will, kommt um eine gute Vorbeugung nicht herum. Das wichtigste Mittel ist eine fachgerechte Verfugung mit einem geeigneten Fugenmaterial, das zur Fugenbreite, zur Beanspruchung und zum Untergrund passt.

Auf dem Markt gibt es verschiedene Fugenmaterialien, die sich in Verarbeitung, Festigkeit und Unkrautresistenz unterscheiden:

  • Loser Fugensand (z. B. Quarzsand): Günstig und einfach einzukehren, aber wenig widerstandsfähig. Wird leicht ausgewaschen und bietet Samen gute Keimbedingungen. Geeignet für untergeordnete Flächen mit geringer Beanspruchung und schmalen Fugen, sofern man bereit ist, regelmäßig nachzukehren.
  • Unkrauthemmender Fugensand: Speziell aufbereiteter Fugensand, der das Keimen von Unkraut deutlich erschwert. Wird wie normaler Fugensand eingekehrt, ist aber dichter und stabiler. Gute Lösung für leicht bis mittel beanspruchte Flächen mit schmalen bis mittleren Fugen (ca. 3–8 mm).
  • Polymerer Fugensand / Pflasterfugenmörtel: Mit Bindemittel versetztes Material, das nach dem Einkehren mit Wasser eingeschlämmt wird und anschließend aushärtet. Bildet eine feste, geschlossene und meist wasserdurchlässige Fuge. Sehr widerstandsfähig gegen Unkraut, Moos und Auswaschung. Geeignet für Terrassen, Einfahrten und Wege mit höherer Beanspruchung. Voraussetzung ist ein tragfähiger, wasserdurchlässiger Untergrund und eine ausreichende Fugentiefe (häufig mindestens 30 mm).
  • Natursteinfugenmörtel: Speziell für Natursteinpflaster abgestimmt, da Natursteine empfindlicher auf Verfärbungen und chemische Reaktionen reagieren können. Beim Kauf auf die Herstellerangaben zur Eignung für den jeweiligen Stein achten.

Beachten Sie die Grenzen dieser Systeme: Polymerfugenmörtel benötigen einen stabilen, gebundenen oder ausreichend tragfähigen Unterbau. Auf sehr beweglichen Pflasterflächen können Risse in der Fuge entstehen. Bei sehr schmalen oder sehr flachen Fugen lassen sich gebundene Systeme oft nicht sauber einbauen – hier ist ein guter unkrauthemmender Fugensand häufig die bessere Wahl.

Die Vorgehensweise bei der Neuverfugung:

  1. Altes Fugenmaterial und Unkraut vollständig entfernen – am besten mit Fugenkratzer und gegebenenfalls Hochdruckreiniger.
  2. Die Fläche je nach Produktvorgabe trocken oder leicht angefeuchtet vorbereiten.
  3. Neues Fugenmaterial gleichmäßig auf die Fläche aufbringen und mit einem weichen Besen diagonal in die Fugen einkehren.
  4. Bei polymeren Systemen: Fläche gemäß Herstellerangaben mit feinem Sprühstrahl einschlämmen, ohne das Material aus der Fuge zu spülen.
  5. Mit einer Fugenkelle oder einem Stampfer leicht verdichten und gegebenenfalls noch einmal nachfüllen, bis die Fuge bis kurz unter Oberkante gefüllt ist.
  6. Überschüsse vor dem Aushärten gründlich von der Pflasteroberfläche entfernen, sonst entstehen unschöne Schleier.
  7. Fläche je nach Produkt für 24 bis 48 Stunden nicht betreten oder befahren und vor Regen schützen.

Neben der Verfugung hilft eine regelmäßige Pflege der Fläche: Unkraut frühzeitig entfernen, bevor es sich festsetzt und aussamt. Wer junge Triebe konsequent im Frühjahr entfernt, hat deutlich weniger Arbeit im Sommer. Auch das Abfegen der Fläche nach dem Laubfall verhindert, dass organisches Material in die Fugen gelangt und als Substrat dient. Sinnvolle Pflegeintervalle sind ein- bis zweimal jährlich gründlich (Frühjahr und Spätsommer) sowie zwischendurch nach Bedarf.

Moos in Pflasterfugen: entfernen oder tolerieren?

Moos in Pflasterfugen ist ein häufiges Thema, das oft zusammen mit Unkraut behandelt wird – dabei ist es ein eigenes Phänomen. Moos wächst bevorzugt in schattigen, feuchten Bereichen und breitet sich vor allem in Fugen aus, die wenig Sonnenlicht bekommen. Es ist für die Pflastersteine selbst weniger schädlich als oft behauptet, kann aber das Fugenmaterial auflockern und die Fläche rutschig machen.

Ob Moos entfernt werden muss, hängt von der Nutzung ab. Auf einer Terrasse oder Einfahrt, die regelmäßig begangen oder befahren wird, ist Entfernung sinnvoll – schon aus Sicherheitsgründen. In einem naturnahen Gartenweg oder einer wenig genutzten Ecke kann Moos toleriert werden und hat sogar ökologischen Wert.

Zum Entfernen eignen sich Fugenbürste, Fugenkratzer und Hochdruckreiniger. Auch heißes Wasser wirkt zuverlässig gegen oberflächlich wachsendes Moos. Nach der Entfernung sollte die Fuge neu verfüllt werden, um ein schnelles Wiederwachsen zu verhindern. Auf Dauer hilft nur eine Verbesserung der Bedingungen: mehr Licht (z. B. durch Auslichten von Bewuchs), bessere Drainage und ein geschlossenes Fugenmaterial.

Schritt für Schritt: Unkraut aus Pflasterfugen entfernen

Hier eine praxisnahe Anleitung, wie man Unkraut effektiv und dauerhaft aus Pflasterfugen entfernt:

  1. Vorbereitung und Abkehren: Fläche gründlich abkehren, lose Blätter, Erde und Steinchen entfernen. Am besten bei trockenem Wetter arbeiten – trockene Fugen lassen sich leichter bearbeiten. In Abschnitten von etwa 2–5 Quadratmetern vorgehen.
  2. Unkraut tief auskratzen: Mit dem Fugenkratzer das Unkraut aus den Fugen herausarbeiten. Möglichst tief gehen, um Wurzeln so vollständig wie möglich zu erfassen. Hartnäckige Stellen mit einem schmaleren Werkzeug nacharbeiten.
  3. Loses Fugenmaterial ausbürsten: Mit einer harten Fugenbürste das gelockerte Material und Pflanzenreste aus der Fuge bürsten. Bei größeren Flächen kann eine motorisierte Fugenbürste die Arbeit erleichtern.
  4. Optionale Nachreinigung mit Wasser: Die Fläche mit dem Gartenschlauch oder einem Hochdruckreiniger (Flachstrahldüse, ausreichend Abstand, flacher Winkel) abspülen. Bei stark verschmutzten Flächen ist das vor der Neuverfugung sehr sinnvoll.
  5. Thermische Nachbehandlung (optional): Verbliebene Wurzelreste und Sämlinge mit heißem Wasser oder einem Unkrautbrenner behandeln, um das Wiederaustreiben zu verzögern. Bei tief verwurzelten Arten Behandlung nach 2–4 Wochen wiederholen.
  6. Vollständig trocknen lassen: Die Fläche je nach Witterung 1–2 Tage trocknen lassen, bevor neues Fugenmaterial eingebracht wird. Trockene Fugen sind für die meisten Produkte Voraussetzung.
  7. Neuverfugung passend zur Fugenbreite: Geeignetes Material wählen – unkrauthemmender Fugensand für schmale Fugen, polymerer Fugenmörtel für breitere und stärker beanspruchte Fugen. Material gleichmäßig einkehren und gemäß Herstellerangaben einschlämmen oder einkehren.
  8. Verdichten und nachfüllen: Nach dem ersten Einkehren das Material setzen lassen, ggf. nachfüllen und leicht verdichten. Überschüsse vor dem Aushärten entfernen.
  9. Aushärten lassen und schützen: Die Fläche je nach Produkt 24–48 Stunden nicht betreten oder befahren und vor Regen schützen.
  10. Regelmäßige Pflege: Fläche regelmäßig abkehren und Unkraut frühzeitig entfernen, bevor es sich festsetzt. Ein- bis zweimal jährlich gründlich kontrollieren.

Mit dieser Vorgehensweise lässt sich Unkraut in Pflasterfugen dauerhaft in Schach halten – ohne chemische Mittel und ohne großen Aufwand, wenn man regelmäßig dran bleibt.

Typische Fehler – und wie man sie vermeidet

  • Nur die Spitzen abzwicken: Wer Unkraut nur oberflächlich abkratzt, hat innerhalb weniger Wochen wieder neuen Bewuchs. Immer möglichst tief in die Fuge gehen.
  • Fugen offen lassen: Wer nach dem Reinigen kein neues Fugenmaterial einbringt, schafft ideale Bedingungen für neue Samen. Offene Fugen sind eine Einladung für Unkraut.
  • Falsches Material wählen: Polymerer Fugenmörtel auf zu schmale oder zu flache Fugen funktioniert nicht zuverlässig. Loser Sand auf stark beanspruchten Flächen wäscht schnell aus. Material immer auf Fugenbreite und Beanspruchung abstimmen.
  • Hochdruckreiniger mit Rotordüse: Die punktuelle Fräswirkung beschädigt Pflasterkanten und spült Fugenmaterial unkontrolliert heraus. Besser Flachstrahldüse, flacher Winkel und ausreichend Abstand.
  • Drahtbürstenaufsätze auf der Bohrmaschine: Wirken aggressiv, können Steinoberflächen verkratzen und Fugenmaterial herausreißen. Lieber Hand-Fugenbürste oder motorisierte Fugenbürste verwenden.
  • Verbotene Hausmittel verwenden: Essig und Salz auf befestigten Flächen sind nicht erlaubt und langfristig schädlich. Wer rechtssicher arbeiten will, bleibt bei mechanischen und thermischen Methoden.
  • Verfugung im falschen Wetter: Polymerprodukte brauchen je nach Hersteller trockene Steine zum Einkehren und anschließend kontrollierte Bewässerung. Regen kurz nach dem Einbau kann das Material aus der Fuge spülen. Wettervorhersage prüfen.

Sicherheitsaspekte beim Arbeiten an Pflasterflächen

Auch wenn das Entfernen von Unkraut zwischen Pflastersteinen keine spektakuläre Baustelle ist, lohnt ein Blick auf die Sicherheit:

  • Persönliche Schutzausrüstung: Feste Schuhe, Arbeitshandschuhe und – beim Hochdruckreiniger oder bei rotierenden Werkzeugen – eine Schutzbrille sind sinnvoll.
  • Rückenschonend arbeiten: Für größere Flächen Werkzeuge mit langem Stiel verwenden. Kniepolster oder ein Kniekissen schützen die Gelenke bei längerer Arbeit im Knien.
  • Gasbrenner und offene Flammen: Nie unbeaufsichtigt lassen, von brennbaren Materialien fernhalten, Löschmittel bereithalten. In trockenen Sommermonaten regional gegebenenfalls Brandgefahr beachten.
  • Heißes Wasser: Verbrühungsgefahr! Gefäß sicher transportieren und nicht in der Nähe von Kindern oder Haustieren arbeiten.
  • Hochdruckreiniger: Der Strahl kann erhebliche Verletzungen verursachen. Nie auf Personen oder Tiere richten und auf sicheren Stand achten.

Das richtige Material für Pflasterfugen

Die Wahl des richtigen Fugenmaterials ist entscheidend dafür, wie schnell Unkraut in den Fugen zurückkommt. Einfacher Quarzsand ist günstig, aber wenig widerstandsfähig – er wird schnell ausgewaschen und bietet Samen gute Keimbedingungen. Für dauerhaft unkrautarme Fugen empfehlen sich:

  • Polymerer Pflasterfugenmörtel: Bindet nach dem Einschlämmen aus und bildet eine feste, oft wasserdurchlässige Oberfläche. Sehr widerstandsfähig gegen Unkraut, Moos und Auswaschung. Geeignet für Terrassen, Einfahrten und Wege mit hoher Beanspruchung – Voraussetzung sind tragfähiger Unterbau und ausreichende Fugentiefe.
  • Unkrauthemmender Fugensand: Speziell aufbereiteter Fugensand, der das Keimen von Unkraut erschwert. Weniger fest als polymerer Mörtel, aber einfacher zu verarbeiten und für leicht bis mittel beanspruchte Flächen gut geeignet.
  • Natursteinfugenmörtel: Für Natursteinpflaster, das besondere Anforderungen an das Fugenmaterial stellt. Hier auf Verträglichkeit mit dem Steinmaterial achten.

Passende Fugenmörtel und Baustoffe für Pflasterflächen finden Sie im Norax-Sortiment. Beim Kauf auf die Angaben des Herstellers zur Eignung für die jeweilige Fläche und Beanspruchung achten – nicht jeder Mörtel ist für jede Pflasterart geeignet.

Wer sein Projekt von Grund auf plant oder größere Flächen neu anlegt, findet im Bereich Baustoffe bei Norax eine breite Auswahl an Materialien für Untergrund, Bettung und Verfugung.

Häufige Fragen zum Thema Unkraut zwischen Pflastersteinen

Dauerhaft unkrautfreie Pflasterfugen erreicht man durch die Kombination aus gründlichem mechanischen Entfernen – am besten mit Fugenkratzer und Fugenbürste – und einer anschließenden Neuverfugung mit einem geeigneten polymeren Fugenmörtel oder unkrauthemmendem Fugensand. Diese Materialien schließen die Fuge weitgehend und lassen kaum Raum für neue Samen. Ergänzend hilft regelmäßiges Abkehren der Fläche, damit kein organisches Material in die Fugen gelangt. Wer Unkraut frühzeitig im Frühjahr entfernt, bevor es sich festsetzt und aussamt, hat deutlich weniger Arbeit im weiteren Jahresverlauf.

Nein. Pflanzenschutzmittel dürfen in Deutschland auf nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten befestigten Flächen wie Terrassen, Einfahrten, Wegen und Gehwegen nach § 12 Abs. 2 Pflanzenschutzgesetz nicht angewendet werden. Ausnahmen sind nur in eng begrenzten Einzelfällen und unter Auflagen möglich. Wichtig: Fugenmörtel und Fugensande – auch solche, die als unkrauthemmend beworben werden – sind keine Pflanzenschutzmittel, sondern Baustoffe und dürfen selbstverständlich verwendet werden. Für die eigentliche Unkrautbekämpfung sollten mechanische und thermische Methoden eingesetzt werden.

Essig und Salz sollten auf befestigten Flächen wie Terrassen, Einfahrten und Gehwegen nicht eingesetzt werden. Beide gelten dort als nicht zugelassene Pflanzenschutzmittel und können in Boden und Kanalisation gelangen. Salz schädigt zudem dauerhaft den Boden. Legale und wirksame Alternativen sind das mechanische Entfernen mit Fugenkratzer und Fugenbürste, heißes Wasser oder ein Unkrautbrenner sowie als nachhaltige Lösung eine Neuverfugung mit unkrauthemmendem Fugensand oder polymerem Fugenmörtel.

Bewährt sind der Hand-Fugenkratzer mit gehärteter Klinge sowie ein Fugenkratzer mit langem Stiel für rückenschonendes Arbeiten. Ergänzend hilft eine Fugenbürste mit harten Borsten, um lockeres Material und Moos auszubürsten. Bei größeren Flächen lohnt eine motorisierte Fugenbürste mit auswechselbaren Bürstenköpfen. Drahtbürstenaufsätze für Winkelschleifer oder Bohrmaschine sind kein Standardwerkzeug für Pflasterfugen, da sie Steinkanten beschädigen und Fugenmaterial unkontrolliert herausreißen können. Für die Grundreinigung vor einer Neuverfugung ist ein Hochdruckreiniger mit Flachstrahldüse sinnvoll.

Das hängt von der Nutzung der Fläche ab. Auf Terrassen, Einfahrten und viel begangenen Wegen macht Moos die Oberfläche rutschig und sollte aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Außerdem kann es das Fugenmaterial langfristig auflockern. In wenig genutzten Gartenwegen oder naturnahen Bereichen kann Moos toleriert werden – es hat sogar ökologischen Wert. Nach der Entfernung empfiehlt sich eine Neuverfugung mit einem geschlossenen Fugenmaterial, das das Wiederwachsen erschwert.

Norax GmbH

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